Zum Status Quo der Schweizer Privatbanken

Institute leiden unter dem Niedrigzinsniveau

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Dank guter Märkte konnten sich die Schweizer Privatbanken von der Corona-Krise erholen. Das zeigt eine aktuelle Studie. Gleichwohl leiden die Institute unter dem anhaltenden Niedrigzinsniveau. Insbesondere kleine Bankhäuser tun sich schwer.

Aktuelle Trends, Studien und Research zu Private Banking und Wealth Management

Das Geschäft mit den Reichen und Superreichen, das Private Banking oder Wealth Management galt lange Zeit nicht nur als die Königsdisziplin des Bankgeschäftes sondern auch als sicherer Ertragsbringer. Inzwischen hat die Digitalisierung auch diesen Bereich erfasst und stellt die Banken vor neue Herausforderungen. Wie diesen begegnet werden kann und welches die aktuellen Trends und Entwicklungen sind, können Sie in den im Bank Blog vorgestellten Studien nachlesen.

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Die Schweizer Privatbanken erholten sich 2020 schnell vom Schock der Corona-Pandemie und steigerten ihre verwalteten Vermögen (Assets under Management/AuM) um 2,8 Prozent. Das zeigt eine Untersuchung der Unternehmensberatung PwC. Für die Studie nahm man u.a. 82 Privatbanken unter die Lupe.

Demnach konnten die Schweizer Privatbanken im Jahr 2020 einen Netto-Neugeld-Zufluss von 3,1 Prozent verbuchen. Das sei der höchste Zuwachs seit mehr als einem Jahrzehnt, wie es in der Studie heißt.

Kleinere Banken jedoch verzeichneten im vergangenen Jahr einen Netto-Geldverlust von 2,8 Prozent. Diese Entwicklung werde anhalten, wie die Autoren der Studie meinen. Gründe für die Schwäche der kleineren Banken lägen darin, dass Kunden in Krisenzeiten eher größeren Instituten vertrauten. Zudem verfügten große Banken über mehr technologische Ressourcen, um sich an die veränderten Bedingungen anzupassen. Generell gehörten insbesondere die Großbanken während der vergangenen fünf Jahren zu den Gewinnern (von -1,1 Prozent auf +3,4 Prozent).

Niedriges Zinsen setzen Privatbanken zu

Das Niedrigzinsniveau allerdings setzten der gesamten Branche zu. Die Banken büßten dadurch an Nettozinserträgen ein – dies führte 2020 zu einer Betriebsertragsmarge von 82 Basispunkten. Ein Rekordtief. Besonders betroffen sind Großbanken (-11 auf 67 BP). Mittelgroße Banken konnten ihre Betriebsgewinnmargen bei deutlich über 90 Punkten stabilisieren. Die Kleinbanken rutschten zum ersten Mal unter die Marke von 90 Punkten.

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Nettoprovisionseinnahmen in den nächsten Jahren aufgrund des harten Wettbewerbs unter Schweizer Privatbanken weiter sinken werden, und die Nettozinsmarge auf ihrem niedrigen Niveau bleibt.

Die Cost Income Ratio steigt

Die tiefen Nettozinserträge beeinflussen auch die Cost-Income-Ratio (CIR) vorwiegend der Großbanken negativ, was laut Studie den Gesamtmedian der CIR im vergangenen Jahr auf 85 Prozent steigen ließ.

Trotz der hohen CIR betrieben Schweizer Privatbanken ein bilanzschonendes Geschäft, bei dem die Kundenvermögen außerhalb der Bilanz gehalten werden, wie die Studienautoren schreiben. Dies führe zu niedrigeren risikogewichteten Aktiva und damit zu einer höheren Rendite auf das erforderliche Eigenkapital (RORE). Doch während große und mittlere Banken ihre Kapitalkosten weiterhin auf RORE-Basis decken könnten, verlören kleine Banken kontinuierlich Shareholder Value. Als Folge davon erhöhe sich der Konsolidierungsdruck weiter.

Dennoch erfolgten im Privatbanken-Sektor weniger Übernahmen und Zusammenschlüsse: Laut der Untersuchung fanden 2020 sechs Transaktionen statt, bei denen mittelgroße Banken mit über zwei Milliarden Schweizer Franken im Fokus der Käufer standen. Da kleine Banken aber weiterhin unter Druck stünden, rentabel zu sein, würden die Transaktionen in diesem Bereich in Zukunft erneut zunehmen.

Die Studie „Private Banking Switzerland: Market update 2021“ können Sie hier beziehen.


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Über den Autor

Jannik Wilk

Jannik Wilk ist als freiberuflicher Redakteur für Der Bank Blog tätig. Er ist freier Journalist und Student in Heidelberg.

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