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Retail Banking im Jahr 2011

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Eine Trendprognose

Retail-Banking-Trends für 2011

pixelio.de / Gerd Altmann

Wie sagte neulich ein bekannter auf Banken spezialisierter Personalberater? Retail Banking sei „boaring“, also langweilig geworden. Es fehle an strategischen Herausforderungen und noch mehr an strategischen Initiativen.
2011 dürfte spannender werden. Ich habe mal die aus meiner Sicht wichtigsten Trends kurz skizziert. Wenn die Banken die Herausforderungen ernst nehmen, dürfte das Jahr 2011 spannend werden.

Die hohe Wettbewerbsintensität wird anhalten

Banken und Sparkasse werden sich weiterhin massiv gegenseitig Konkurrenz machen. Dabei dürfte der Fokus wie bisher auf der Anwerbung von Neukunden liegen. Insbesondere Direktbanken werden mit attraktiven Willkommensangeboten für Neukunden versuchen, den Filialbanken Kunden abspenstig zu machen. Der Druck veranlasst auch vermehr Sparkassen und Genossenschaftsbanken in einen Preiswettbewerb einzutreten.

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Qualitätsmanagement kann sich nicht durchsetzen

Vor allem das Bestandskundengeschäft wird von den meisten Banken weiterhin vernachlässigt werden. Für ein nachhaltiges Qualitätsmanagement werden (weiter) neue Ansätze entwickelt, allein, die Umsetzung wird (weiterhin) haken. Auch im nächsten Jahr wird Stiftung Warentest wieder ein ernüchterndes Bild von der Beratungsqualität der Banken zeichnen und der Aufschrei der Branche wird wieder folgen.

Vertrauensverlust geht weiter

Es wird den Banken auch in 2011 nicht gelingen, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Das öffentliche Banker-Bashing wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit neuer Intensität von Presse und Politik betrieben werden. Die Kunden bleiben wechselbereit und Mehrfachbankverbindungen nehmen stetig zu.

Mobile Applikationen nehmen weiter zu

Zumindest das Angebot an Bank- und Finanz-Apps wird massiv ausgebaut werden. Die Nachfrage wird sich weiterhin auf die Bereiche Kontostands- und Kursabfragen fokussieren, was der zunehmenden Angebotsvielfalt aber keinen Abbruch tun wird,.

Micro Payment wächst weiter

Die Anbieter von Überweisungslösungen für Klein- und Kleinstbeträge werden ihre Leistungen ausbauen und ihren Marktanteil zu Lasten der traditionellen Banken deutlich ausweiten. Zu erwarten sind z.B. Zusatzleistungen, wie Kreditangebote. Auch wird die Integration zu Mobile Payment Angeboten zunehmen.

Direktbanken vor Verdrängungswettbewerb

Preiswettbewerb und Vertrauensverlust in traditionelle Beratung stützen den Wachstumstrend der Direktbanken und Direct Broker. Allerdings bleibt auch dieses Segment nicht vom Wettbewerb verschont. Die Preise bleiben unter Druck und Kostensenkungsspielräume sind weitgehend ausgereizt. Da zu erwarten ist, dass zusätzlich neue ausländische Anbieter massiv versuchen werden, in den Markt einzudringen, wird sich allmählich ein harter Verdrängungswettbewerb abzeichnen.

PFM drängt in den deutschen Markt

In Amerika schon gang und gäbe wird Persönliches Finanzmanagement (PFM – Personal Finance Management) auch in Deutschland Einzug halten. Dabei werden insbesondere web 2.0-kompatible Lösungen zu den Gewinnern der ersten Stunde zählen.

Social Media bleibt ein Innovationstrend

Obwohl einer der wichtigsten strategischen Wachstumstrends für Retail Banken wird auch 2011 noch nicht den Durchbruch bringen. Nur einige wenige Banken und Sparkassen werden die Gelegenheit aktiv und erfolgreich nutzen, um sich strategische „Early Mover“-Vorteile zu sichern. Der große Teil der Banken wird aber (wie immer) abwarten und der weiteren Entwicklung zusehen.

Filialen bleiben wichtiger aber teurer Vertriebskanal

Die Anzahl der Filialen wird sich in 2011 nicht gravierend verändern. Vereinzelte Schließungen werden sich mit vereinzelten Neueröffnungen weitgehend die Waage halten. Der Vertriebskanal behält seine wichtige Funktion im Service sowie in der qualifizierten Beratung, bleibt aber auch der teuerste Vertriebskanal. Der Anteil der über Filialen getätigten Verkäufe wird allerdings weiter abnehmen, was die Stückkosten noch mehr steigen lässt.

Honorarberatung bleibt ein Nischenangebot

Auch wenn die Diskussion um die vermeintlichen Vorteile für die Kunden nicht abreißen wird: Sowohl kundenseitige Nachfrage als auch bankseitiges werden in 2011 keine Quantensprünge vollziehen. Die Honorarberatung wird weiterhin ein Nischendasein im Marktsegment der als „Affluent“ bezeichneten Kunden. Sowohl für das breite Retail Geschäft und erst recht für Private und Retail Banking wird der Durchbruch ausbleiben.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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