Nur noch 150 deutsche Banken bis 2030?

Szenarien für eine Konsolidierung im deutschen Bankensektor

Aktuell gibt es rund 1.600 Banken und Sparkassen in Deutschland. Eine Studie prophezeit nun, dass in zehn bis fünfzehn Jahren nur noch maximal 300 überleben werden. Es könnten aber auch nur 150 sein…

Studien und Research zu strategischen Trends und Entwicklungen in der Finanzdienstleistung

Zahlreiche Trends und Entwicklungen sind von übergeordneter strategischer Bedeutung für Banken und Sparkassen. Im Bank Blog finden Sie Studien zu den wichtigsten strategischen Trends und Entwicklungen im Finanzbereich.
© Shutterstock

Abonnieren Sie den kostenlosen Bank Blog Newsletter

Der deutsche Bankenmarkt ist fragmentiert mit über 1.600 Kreditinstituten und mehr als 27.000 Filialen. Dank großer Kundenbasis und weitgehend stabilen Erträgen konnten die deutschen Institute die Niedrigzinssituation bisher überraschend gut abfedern. Im internationalen Vergleich sind sie allerdings wenig profitabel.

Die Partner des Bank Blogs

Auriga ist Partner des Bank Blogs

Zunehmender Wettbewerb, hohe Kosten durch Regulierung und Digitalisierung sowie ein verändertes Kundenverhalten stellt bewährte Strategien im Markt für Finanzdienstleistung auf den Prüfstand. In der Folge kam es insbesondere im Bereich der regionalen Gruppeninstitute bereits in den letzten Jahren zu zahlreichen Konsolidierungen.

Steht eine dramatische Marktbereinigung bevor?

Die Strategieberatung Oliver Wyman hat nun zwei Szenarien für die zukünftige Bankenlandschaft entworfen. Je nach Szenario verläuft die weitere Konsolidierung kontinuierlich oder disruptiv. Gemeinsam ist beiden Zukunftsbildern, dass es 10 bis 15 Jahren nur noch 150 bis 300 Banken mit nachhaltig erfolgreichen Geschäftsmodellen in Deutschland geben wird. Grundlage dafür waren Bewertungen von Trends in Technologie, Nachfrage und regulatorisch-wirtschaftlichem Rahmen unter Rückgriff auf dreizehn Umfeldparameter.

Ursächlich sei insbesondere der zunehmende Wettbewerb aus einem heterogenen Bündel von Auslandsbanken, FinTechs und (überwiegend) globalen Technologieunternehmen. Dieses Konglomerat von Angreifern beschleunige die Veränderung des deutschen Bankensystems durch Etablierung neuer Geschäftsmodelle mit besseren Kundenerfahrungen.

Hinzu käme die Modularisierung im Banking. Traditionell wurden Finanzdienstleistungen von integrierten Instituten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg erbracht. Die Digitalisierung ermögliche nun eine Kombination von Teilleistungen verschiedener Anbieter mit Hilfe von Produktbündlern (Orchestratoren). Kunden würden mehr und mehr ihren Bedarf bei Orchestratoren oder Plattformanbietern abdecken und ihre Bindung an einen einzelnen Anbieter sei demzufolge schwach.

Diese Konkurrenz von innen und außen und Bankkunden mit höheren Service-Ansprüchen würden Banken dazu zwingen, ihre Geschäftsmodelle und ihr Angebot schärfer auszurichten.

Zwei strategische Optionen für Banken

Die Studie zeigt zwei strategische Optionen auf. Banken müssten sich zum einen entscheiden ob sie sie Bündler von Produkten und Services sein (Orchestratoren) oder als Zulieferer mehr oder weniger spezialisierter Komponenten agieren wollen. Zum anderen stelle sich die Frage, ob sie lokal oder überregional tätig sein wollen.

Banken einem klassischen, integrierten Geschäftsmodell oder Banken mit vielen Filialen würden ebenso aus dem Markt fallen wie „Zögerer und Zauderer“, die sich nicht für eine klare Ausrichtung entscheiden können.

Die Studie unterscheidet zwei Szenarien:

Zwei Szenarien für deutsche Banken und Sparkassen

Zwei Szenarien für die bevorstehenden Veränderungen bei deutsche Banken und Sparkassen.

Je nach unterstelltem Szenario ergeben sich unterschiedliche Implikationen:

Evolutionsszenario mit geringer Veränderungsgeschwindigkeit

In einem Evolutionsszenario mit geringer Veränderungsgeschwindigkeit könnten Banken auf ihren bestehenden Stärken aufbauen: Institute mit großer lokaler Verankerung könnten sich etwa zu „Platzhirschen“ entwickeln, die sich stark mit den regionalen Ökosystemen verflechten; während Produktspezialisten als „Monoliner“ der bevorzugte Anbieter für einzelne Dienstleistungen werden können.

Disruptionsszenario mit hoher Veränderungsgeschwindigkeit

Steige jedoch die Geschwindigkeit der Veränderungen, müssten auch die Banken noch stärker reagieren, um ihre Relevanz für Kunden zu behalten. Sie könnten dann etwa Kunden als „Lotsen durch den digitalen Dschungel“ führen oder als „Unsichtbare Banken“ die Wertschöpfungsketten ihrer Kunden fast unbemerkt unterstützen.

Innovationsfähigkeit und Flexibilität

Um erfolgreich zu sein, müssen Banken und Sparkassen der Studie zufolge zwei Schlüsselfähigkeiten weiterentwickeln:

  • ihre kulturelle Flexibilität und
  • ihre Fähigkeit zur Innovation.

Dazu gehöre mehr Empathie in der Bank-Kunden-Beziehung, kontinuierliche Mitarbeiterentwicklung und eine nachhaltige Transformation der Mitarbeiterrollen. Daneben sei aber auch die Schaffung eines innovationsfreundlichen Klimas mit aktiver Orchestrierung eines Technologie-Portfolios, das auch Innovationen von Zulieferern integriert, wichtig.

Gelinge dies, können sie das weiterhin bestehende starke Fundament nutzen, um nachhaltig erfolgreiche Geschäftsmodelle zu etablieren. Dazu sei es allerdings notwendig, sich neuen Möglichkeiten zu öffnen, die über das traditionelle Bankgeschäft hinausgehen und neue Wege in der Zusammenarbeit mit anderen Marktteilnehmern – alten wie neuen – zu gehen.

Zum Downloadlink zur Studie gelangen Sie über Laterpay.

Ein Service des Bank Blogs

Der Bank Blog prüft für Sie jede Woche eine Vielzahl von Studien und stellt die für Sie relevanten hier vor. Als besonderer Service wird Ihnen die Suche nach Bezugs- und Downloadmöglichkeiten abgenommen und Sie werden direkt zur Anbieterseite weitergeleitet. Mit der Unterstützung dieses Serviceangebots unterstützen Sie auch die Berichterstattung im Bank Blog.

Viel günstiger als der Einzelkauf:

Alternativ zum Einzelkauf besteht die Möglichkeit, einen Zeitpass zu erwerben. Dieser ist wesentlich günstiger als ein Einzelkauf. Mit dem „Zeitpass Studien“ bekommen Sie vollen Zugang zu allen kostenpflichtigen Inhalten der Studienrubrik.

Für weitere Informationen und Hintergründe lesen Sie bitte den ausführlichen Beitrag zu Laterpay.

Bei Fragen und Problemen zu/mit LaterPay hilft der Laterpay-Kundendienst, viele Fragen werden auch im Help Center beantwortet.

Jetzt kaufen für 1,49EUR

Jahrespass

1 Jahr Zugriff auf alle bezahlpflichtigen Inhalte im Studienbereich des Bank Blogs.

Zurück

Gültigkeit 1 Jahr
Zugriff auf Alle Inhalte in Kategorie Studien
Verlängert sich Keine automatische Verlängerung
Preis 98,75 EUR

Monatspass

1 Monat Zugriff auf alle bezahlpflichtigen Inhalte im Studienbereich des Bank Blogs.

Zurück

Gültigkeit 1 Monat
Zugriff auf Alle Inhalte in Kategorie Studien
Verlängert sich Nach 1 Monat
Preis 9,75 EUR
Kündigung Jederzeit kündbar

Code

Einlösen

Gutschein einlösen >

Ihnen hat der Beitrag gefallen? Dann bitte ...

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Bewertung: 5,00 Stern(e) - 3 Bewertung(en)

Informiert bleiben mit dem kostenlosen Bank Blog Newsletter:

Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

Anzeige

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bank Blog Newsletter abonnieren

Bank Blog Newsletter abonnieren