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Wie Banken vom Metaverse profitieren könnten

Optionen für die virtuelle Welt von morgen

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Die Idee vom Metaverse ist in aller Munde. Für Banken und Sparkassen kann in dem Konzept eine Chance liegen. Die etablierten Kreditinstitute halten vor allem einen Trumpf in den Händen, den sie jedoch auch richtig ausspielen müssten, um nicht erneut das Nachsehen zu haben.

Chancen für das Banking im Metaverse

Für Banken und Sparkassen bietet das Metaverse zahlreiche Chancen.

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Facebook macht es. Der Spieleentwickler Epic macht es auch. Microsoft macht es ebenfalls. Viele große Internet- und Technologiekonzerne setzen dieser Tage auf das Metaverse. Der Konzern von Mark Zuckerberg hat sich kurzerhand sogar in Meta umbenannt, um die Ambitionen des Unternehmens zu unterstreichen. Was festzustehen scheint: Das Metaverse verspricht neue Umsatz- und Einnahmemöglichkeiten, es bietet der Digitalbranche Wachstumsperspektiven über Jahrzehnte hinaus und könnte die Rolle des Internets völlig neu definieren. Ob es so kommt, ist ungewiss.

Für die klassische Finanzindustrie stellt sich mit den Metaverse-Plänen der Tech- und Online-Akteure jedoch einmal mehr die Frage: Welche Chancen ergeben sich? Könnte das Metaverse neue Möglichkeiten im Kampf um die digitale Kundenschnittstelle bieten – oder ist das Gegenteil der Fall? Und was bedeutet das Metaverse letztlich für das eigene Geschäftsmodell?

Südkoreas Banken gehen voran

Maßgeblich geprägt hat die Vorstellung vom Metaverse der amerikanische Autor und Analyst Matthew Ball. Nach der einfachsten Definition, die sich aus Balls Ausführungen ableiten lässt, ist das Metaverse ein Ökosystem in einem virtuellen Raum mit fließenden Übergängen in die physische Welt. Alle Teilnehmer dieses Ökosystems können sich untereinander austauschen. Digitale Waren und Dienstleistungen lassen sich genau so handeln und in Anspruch nehmen, wie dies auch in der physischen Welt der Fall ist.

Ein Blick nach Asien zeigt, wie solche Metaverse-Lösungen im Finanzbereich aussehen könnten. In Südkorea setzen erste Banken auf virtuelle Filialen und proben ihre Zukunft im neuen Gewand. Die Shinhan Bank aus Seoul arbeitet dafür an einer eigenen Metaverse-Plattform. Die KB Kookmin Bank – Südkoreas größtes Geldhaus – hat mit KB Financial Town bereits einen virtuellen Geschäfts- und Bürokomplex errichtet, über den Kunden als Avatare verschiedene Finanzdienstleistungen abrufen können.

Wo Zahlungsdienste und Investment-Foren schon heute punkten

Anders als es solche Beispiele nahelegen, ist das Metaverse jedoch für Banken und Sparkassen kein Selbstläufer. Im Gegenteil. Beim Investmentbereich und den Bezahldiensten sind längst andere Akteure am Zuge. Deren Angebote mögen heute noch ohne dreidimensionale Avatare und bunte, animierte Welten auftreten. Doch in einigen zentralen Punkten sind sie den Metaverse-Ideen eines Mark Zuckerbergs schon sehr viel näher als klassische Bank-Lösungen – sie vernetzen und verbinden die Nutzer miteinander, gehen oft mit Gamification einher und lassen die Grenzen zwischen physischen und digitalen Anlageklassen verschwimmen. PayPal beispielsweise bietet seit der jüngsten Erweiterung seiner App den Nutzern die Möglichkeit, nicht nur Geld an Freunde und Familie zu senden, sondern auch Kredite zu verwalten, über QR-Codes in physischen Geschäften zu bezahlen, mit Kryptowerten zu handeln und Charity-Aktionen zu unterstützen. Das alles ohne aufwendige IBAN-Nummern, stattdessen reicht der Klick auf die einfach gehaltenen Avatare der Nutzer. Das Subreddit WallStreetBets wiederum – besonders durch die Gamestop-Aktie in die Schlagzeilen geraten – schafft einen gemeinsamen digitalen Raum für Investment-Begeisterte, deren Vorgehen beim Aktienhandel in Teilen geprägt ist, durch eine Kultur der Gamification. Was solche Beispiele nahelegen: Das Metaverse in der Finanzbranche dürfte insgesamt weniger eine Frage der passenden Technologien sein. Vielmehr ist es die Fähigkeit, eigene Netzwerke zu etablieren und soziale Beziehungen aufzubauen. Eine große Chance dafür bietet der Bereich der Finanzierungen, indem gerade der Immobiliensektor für die Kreditinstitute attraktiv ist.

Virtuelle Kaufhäuser für die neue Service-Welt

Anders als beispielsweise im Investmentbereich oder im Zahlungsverkehr stoßen datengetriebene Technologie-Unternehmen bei Immobilien nämlich regelmäßig an Grenzen, die sich nicht allein durch die große Skalierbarkeit der eigenen Technologien überwinden lassen. Der Grund dafür ist die starke Regionalität der Immobilienmärkte. Natürlich lassen sich Wohnungen und Häuser weltweit handeln. Doch es braucht immer jene, die das Objekt vor Ort betreuen. Genau in diesem Spannungsfeld von immobiler Anlageklasse auf der einen und weltweiter Verfügbarkeit auf der anderen Seite bewegen sich die Banken.

Die Idee, dass sich Banken und Sparkassen im Immobiliensektor als Koordinatoren großer Ökosysteme positionieren, ist nicht gänzlich neu. Doch mit dem Aufkommen des Metaverse gewinnen die Einführung solcher Modelle und die Potenziale, die diese Lösungen bieten, an Dringlichkeit. Ergänzt um Virtual- und Augmented-Reality-Elemente ließen sich beispielsweise virtuelle Kaufhäuser für sämtliche Service-Leistungen rund um den Komplex des Wohnens etablieren.

Hybride Hausbegehungen und digitale Farben aus dem Online-Shop

Gemeinsam mit technischen Dienstleistern schaffen die Banken virtuelle Abbilder der jeweiligen Immobilien, die sich bei Begehungen vor Ort mit den physischen Häusern und Wohnungen perfekt verschmelzen lassen. Die Banken stehen jederzeit mit der passenden Finanzierung parat sowie mit Gutachtern, Handwerksbetrieben und anderen Dienstleistern, die über dieselbe Metaverse-Umgebung miteinander interagieren.

Die Hausbegehung eines Interessenten könnte beispielsweise hybrid erfolgen, der Makler wäre vor Ort, der Interessent nur zugeschaltet. Digitale Farben lassen sich im Online-Shop der örtlichen Malerei noch während der Begehung kaufen und probehalber auf die virtuellen Wände auftragen. Der zugeschaltete Berater der Bank passt die Finanzierung den Renovierungsvorstellungen der Käufer in Echtzeit an und über zugeschaltete Social-Media-Kanäle diskutieren Freunde und Bekannte des Interessenten über verschiedene gestalterische Optionen. Ist die Besichtigung erfolgreich und kommt es zum Kauf des Objekts, sind die Termine beim Maler und anderen Gewerken bereits im Kalender in passender Reihenfolge verbucht.

Das Beispiel macht deutlich, wie die Banken – tief integriert in sämtliche Prozesse rund um die Immobilie – auf diese Weise völlig neue Cross-Selling-Potenziale heben könnten. Und während Online- und Tech-Konzerne mit der Bank in anderen Geschäftsbereichen auch konkurrieren, kommt die regionale und lokale Fokussierung im Immobiliensektor einer Brandmauer für die Institute gleich.

Eine Lösung für alle? Nein!

Nicht alle Institute werden von solchen Möglichkeiten des Metaverse profitieren können. Doch gerade für Sparkassen und Genossenschaftsbanken sowie die großen privaten Banken, die allesamt auf Verbands- und Gruppenstrukturen setzen können, können Ökosystem-Lösungen im Immobiliensektor vielversprechend sein.

Über den Autor

Robert Bölke

Robert Bölke ist CIO Advisory Sopra Steria Next und verantwortlich für die technologieorientierte Managementberatung von Sopra Steria. Als Informatiker und Wirtschaftsinformatiker mit einem MBA in Finanzmanagement & Controlling vereint Robert Bölke dabei stets die technologische wie auch die betriebswirtschaftliche Sicht. Seine Berufserfahrung ist mit 15 Jahren Banking sowie 12 Jahren Public branchenübergreifend.

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