Mehr Frauen für mehr Innovation

Vielfalt fördert Wachstum

Mehr Vielfalt bedeutet mehr Innovation für die Volkswirtschaft wie für Unternehmen. Insbesondere ein höherer Frauenanteil im Erwerbsleben und im Management wäre sinnvoll. Die deutsche Wirtschaft tut sich damit schwer, wie eine aktuelle Studie zeigt.

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Gerade Banken tun sich nicht immer einfach mit Innovationen. Dabei müssen gerade sie sich etwas einfallen lassen, angesichts weitgehend homogener Produkte und Leistungen. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien rund um die Themen Innovation und Innovationsmanagement.
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Um die Innovationskraft eines Landes zu stärken, ist ein hoher Frauenanteil im Erwerbsleben ganz allgemein und im Management von Unternehmen im Besonderen hilfreich. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Boston Consulting Group (BCG) und der Technischen Universität München (TUM).

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Für die Studie wurde die Teilhabe von Frauen und spezifische Fördermaßnahmen in fünfzehn OECD-Nationen analysiert und eine Umfrage unter 171 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt.

Deutschland schöpft Potential nicht aus

Deutschland bietet Frauen weniger Berufschancen als viele andere europäische Länder. Die Hürden für die Erwerbstätigkeit von Frauen sind nach wie vor zu hoch. Zudem schwächten politische Besonderheiten wie Ehegattensplitting, aber auch das Betreuungsgeld und traditionelle Rollenbilder für Männer und Frauen die Wirtschafts- und Innovationskraft. Dadurch bleibt wertvolles Wachstumspotenzial für die Wirtschaft brachliegen.

Im globalen Vergleich liegt Deutschland mit einer Frauenerwerbsquote von knapp 70 Prozent nur im Mittelfeld und nutzt sein Innovationspotenzial nicht vollständig. Auch bei der Gehaltsgleichheit der Geschlechter und dem Anteil von Frauen in Führungspositionen erreicht Deutschland nur mittelmäßige Werte. Im Gesamtvergleich der Arbeitsmarktsituation für Frauen landet Deutschland auf Rang 10 und liegt weit hinter den Top-Performern Schweden (Rang 1), Island (Rang 2) und Norwegen (Rang 3).

Skandinavien Vorbild bei Frauenförderung

Spitzenreiter in Sachen Innovation sind vor allem skandinavische Länder mit überdurchschnittlich vielen erwerbstätigen Frauen. Sie zeigen, wie erfolgreiche Frauenförderung zugunsten von Innovation und Wachstum funktioniert. Norwegen, Island, Schweden, Finnland und Dänemark überzeugen durch ihre politischen Rahmenbedingungen, ihre Infrastruktur und ihre Grundeinstellung zum Thema Erwerbstätigkeit von Frauen. Sie sind Vorreiter bei Gehaltstransparenz, breiter Umsetzung von Frauenquoten, Einbindung von Männern in die Kinderbetreuung oder Dichte an Betreuungsplätzen. In Schweden z.B. müssen Unternehmen regelmäßig Gehaltsumfragen durchführen. In Dänemark können sich Kommunen um zusätzliches Geld für die Einstellung von Betreuungskräften bewerben, um die Kinderbetreuung zu verbessern.

Weibliche Führungskräfte steigern Innovationskraft

Geschlechtervielfalt in der Führungsetage sei – so die Studie – entscheidend für die Innovationsstärke eines Unternehmens. Unternehmen, in denen Frauen mehr Führungspositionen bekleiden, entfalten auch mehr Innovationskraft. Ein deutlicher Innovationsschub durch Frauen ist ab einem Frauenanteil von 15 bis 20 Prozent im Management sichtbar. Der Umsatzanteil von innovativen Produkten lag bei den Top-Performern um durchschnittlich 35 Prozent höher als bei den Schlusslichtern im Hinblick auf den Frauenanteil.

Frauenförderung in Politik und Gesellschaft vorantreiben

Frauenförderung könnte ein staatlicher Hebel sein, um die Qualifizierung von Mitarbeitern langfristig voranzutreiben: Die Politik sollte bessere Anreize für den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen setzen, unter anderem durch Abschaffung von Ehegattensplitting und Betreuungsgeld, den Ausbau der Ganztagsbetreuung und die Schaffung finanzieller Anreize für Familienteilzeit. Es brauche klare politische und unternehmensinterne Regelungen, die Gehaltstransparenz und gleiche Bezahlung von Männern und Frauen sicherstellen. Für die notwendige kulturelle Weiterentwicklung müssten Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Chancengleichheit stärker fördern und moderne Rollenbilder aktiv vorleben.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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