Künstliche Intelligenz in der Sparkassen-Finanzgruppe

Lösungen für das Banking von morgen

Künstliche Intelligenz wird in Zukunft Bestandteil vieler Services und Produkte von Finanzinstituten sein. In der Sparkassen-Finanzgruppe evaluiert ein Competence Center für KI konkrete Anwendungsfälle um diese Zukunftstechnologien und -methoden praktisch nutzbar zu machen.

Künstliche Intelligenz für das Banking der Zukunft

Künstliche Intelligenz wird wesentliches Element eines Bankings der Zukunft sein.

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Wie können die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) praktisch nutzen? Diese Fragestellung ist das Leitmotiv der KIXpertS, dem von der Finanz Informatik (FI)-Gruppe gegründeten Competence Centers für Künstliche Intelligenz. In diesem arbeiten Softwareentwickler mit umfassendem bankfachlichem Know-how daran, konkrete Herausforderungen mit Mitteln der KI zu lösen.

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Die Experten beraten innerhalb der Finanzgruppe, betreiben ein KI-Labor, übernehmen das KI-Programm-Management sowie die Entwicklung und Integration von KI-Lösungen in die IT-Landschaft der Institute. Darüber hinaus versteht sich das Competence Center als Wissens- und Informationsdrehscheibe, die sich mit den verschiedenen KI- und Digitalisierungsinitiativen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe vernetzt.

Das Expertenteam ist bei der FI-Tochter Finanz Informatik Solutions Plus (FI-SP) angesiedelt. Es identifiziert und evaluiert KI-automatisierte Prozesse, mit denen die Kundenorientierung noch weiter optimiert werden kann. Gleichzeitig prüft das Team, wie die Prozesse noch sicherer und verlässlicher werden und wie weitere ungeliebte, manuelle Aufgaben automatisiert und vereinfacht werden können.

Der Weg zum KI Competence Center

Praxisnutzen hat für uns höchste Priorität. Daher haben wir zu Beginn unserer Arbeit in einer Vorstudie untersucht, wie Sparkassen, Landesbanken und Verbundpartner durch den Einsatz von KI profitieren können. Anschließend sprachen wir mit ausgewählten Kundenvertretern, Meinungsführern und Spezialisten, um den Einsatz der entsprechenden Technologien und Methoden optimal vorzubereiten. Gemeinsam identifizierten und priorisierten wir passende Anwendungsfälle. Daraus entstanden Lösungsansätze für erste Anwendungsfälle, zu erprobende KI-Technologien und von uns zu erstellende Prototypen.

Für zahlreiche weitere frische Impulse sorgte ein Ideenwettbewerb. Wir haben die Mitarbeiter der verschiedenen Institute innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe dazu aufgerufen, Ideen einzureichen, welche fachlichen Herausforderungen sich durch den Einsatz von KI besser bewältigen lassen.

Zwei Ideen machten das Rennen:

  • Die automatisierte Verarbeitung von Geschäfts- und Offenlegungsberichten mittels KI sowie
  • Die KI-automatisierte Unterstützung zur Bearbeitung von Kundenbeschwerden.

Aber auch mit anderen Teilnehmern des Wettbewerbs stehen wir weiterhin in Kontakt, um die eingereichten Ideen weiter zu verfolgen. Auch nach Ende des Wettbewerbs werden weiterhin gute Ideen eingereicht. Davon profitieren alle Mitglieder der Finanzgruppe, da wir vielversprechende Anwendungsfälle konsolidieren und diese nicht an unterschiedlichen Stellen parallel evaluiert werden.

KI-Anwendungsfälle qualifizieren

Die bei uns eingehenden Anwendungsfälle qualifizieren wir nach einem trichterförmigen Modell hinsichtlich ihres Potenzials. Dazu spezifizieren wir die fachlichen Anforderungen, klären die fachliche und technische Machbarkeit, entwickeln Prototypen unter Laborbedingungen und klären alle Aspekte, die für die finale Umsetzung wichtig sind.

Je konkreter die Schritte zur Realisierung werden, umso weniger Anwendungsfälle können allerdings weiterverfolgt werden. In manchen Fällen reichen beispielsweise die verfügbaren Daten für ein erfolgreiches Training nicht aus, in anderen Fällen müssen noch rechtliche oder regulatorische Rahmenbedingungen geklärt werden.

In einigen Fällen stellt sich auch heraus, dass der Einsatz von KI-Methoden gar nicht notwendig ist und die Anwendungsfälle auch mit klassischen Mitteln der IT gut gelöst werden können. Hierzu zählt unter anderem Robotic Process Automation (RPA), das die regelbasierte Automatisierung von wiederkehrenden Aufgaben in Bankprozessen ermöglicht. Die Umsetzung auf Basis von RPA übernimmt auf Kundenwunsch ein Entwicklungsteam der FI-SP. Am Ende des trichterförmigen Selektionsprozesses stehen nur Anwendungsfälle mit besonders hohem Potenzial. Im finalen Schritt sorgen wir für die Umsetzung in konkrete KI-Anwendungen.

Aus den von uns für vielversprechend eingestuften fachlichen Anwendungsfällen der KI resultierte technologisch unser Schwerpunkt des Maschinellen Lernens. Diesen legen wir fast für alle aktuell in Bearbeitung befindliche Anwendungsfälle zugrunde. Er eignet sich beispielsweise sowohl für die Objekterkennung (wie bei der Foto-Finanzierung) als auch für die Intentionserkennung (zur Aufdeckung von Betrug oder Geldwäsche).

KI im Einsatz: Die Foto-Finanzierung

Ein sehr vielversprechender KI-Anwendungsfall, den wir aktuell intensiv verfolgen, ist die Foto-Finanzierung. Bei diesem Use-Case können Sparkassen-Kunden aber auch potentielle Neu-Kunden durch den Einsatz von KI auch außerhalb von Ladenöffnungszeiten direkt am Point of Sale Finanzierungs-, Leasing oder Versicherungsangebote aus der Sparkassen-Finanzgruppe erhalten.

Konkret könnten Kunden beispielsweise im Autohaus die Preistafel ihres Wunschautos mit dem Smartphone fotografieren. Unsere App identifiziert, klassifiziert und selektiert alle notwendigen Informationen und stellt diese zur Weiterverarbeitung für das Angebotssystem zur Verfügung. Sparkassen können diese Daten beispielsweise dazu nutzen, um den Kunden automatisch auf Basis weiterer spezifischer Informationen ein maßgeschneidertes Autofinanzierungs- oder ein Leasingangebot zu unterbreiten. Alternativ oder zusätzlich können sie den Kunden auch direkt ein passendes Versicherungsangebot zurückschicken.

Die Einsatzgebiete für die Foto-Finanzierung sind vielfältig. So ist es auch vorstellbar, auf gleiche Weise Finanzierungsanfragen zu Immobilienangeboten, Einrichtungsgegenständen, wie Einbauküchen, oder auch Urlaubsangebote direkt zu beantworten.

KI für das Banking von morgen

Der Fokus unseres Competence Centers liegt darauf, für die Sparkassen-Finanzgruppe Zukunftslösungen für das Banking von morgen zu entwickeln. Neben kundenorientierten Anwendungsfällen wie der Foto-Finanzierung stehen dabei auch Lösungen für Hintergrundprozesse wie etwa zur Dokumenten- und Intentionserkennung als Basis für eine fallabschließende Automatisierung im Fokus.

Auf diese Weise leisten wir unseren Beitrag dazu, KI-Technologien und -Methoden praktisch nutzbar zu machen, um die Kundenorientierung noch weiter zu optimieren, Prozesse sicherer und verlässlicher zu machen und ungeliebte, manuelle Aufgaben zu automatisieren und zu vereinfachen.

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Über den Autor

Dr. Andreas Totok

Dr. Andreas Totok ist leitet das Competence Center für Künstliche Intelligenz in der Sparkassen-Finanzgruppe. Gleichzeitig ist er Geschäftsbereichsleiter Enterprise Information Management der Finanz Informatik Solutions Plus. Der promovierte Wirtschaftsinformatiker und TDWI Europe Fellow verfügt über Erfahrungen in der Touristikbranche und ist als Autor und Fachreferent aktiv.

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