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Amazon, Apple, Intuit, Google & PayPal machen Ernst

Amazon, Apple, Google, Intuit und PayPal verbünden sich

Amazon, Apple, Google, Intuit und PayPal verbünden sich

Das Thema FinTech bekommt eine neue Dimension: Mit Apple, Amazon, Google, Intuit und PayPal haben sich vier große Technologie-Unternehmen zur Financial Innovation Coalition (FIN) zusammengeschlossen. Ihr erklärtes Ziel sind Innovationen im Bereich Finanzdienstleistung.

Die Technologie-Branchenführer Amazon, Apple, Google, Intuit und PayPal haben sich unter dem Namen „Financial Innovation Now (FIN)“ zusammengeschlossen, um mehr Innovationen bei Finanzdienstleistungen zu fördern. Das Motto der neuen Vereinigung lautet „Die Zukunft des Handels neu definieren“ (Recoding the Future of Commerce).

FinTech Branchenlobby für mehr Innovation

Die Gruppe versteht sich als Lobbyverband in der Debatte um die zukünftige Gestaltung von Themen im Bereich Finanzdienstleistung, wie Sicherheit & Betrugsprävention, Echtzeit-Zahlungsverkehr, Online-Kreditvergabe und Zugang zu grundlegenden Bankleistungen.

Neue Finanzlobby durch Amazon, Apple, Google, Intuit und PayPal

Neue Lobbygruppe Financial Innovation Now

Die Gründung kommt just zu einem Zeitpunkt, zu dem sich Banken zunehmend lautstark über den hohen Aufwand durch die Regulierung beklagen und darauf verweisen, Richtlinien und Vorschriften auch für neue Marktteilnehmer aus der Technologiebranche anzupassen.

Beschleunigung der digitalen Transformation

Die Gruppe strebt an, das Tempo der Veränderung der Finanzdienstleistungen durch Innovationen zu beschleunigen. Beispielhaft werden die folgenden Bereiche genannt:

  • Der Zahlungsverkehr zwischen Bankkonten sollte schneller sein.
  • Unternehmer sollten leichteren Zugang zu Kapital haben, um ihr Geschäft zu entwickeln.
  • Der Zahlungsverkehr sollte einfacher und kostengünstiger sein.
  • Verbraucher sollten in der Lage sein, Zahlungen mit der Berührung eines einzigen Tastendrucks sicher vornehmen zu können.

Forderung nach mehr Innovation in der Finanzdienstleistung

„Innovationen im Bereich Finanzdienstleistung werden nicht aufzuhalten sein und es ist an der Zeit Washington zu helfen, ein modernes Finanzsystem zu ermöglichen, das leichter zugänglich, erschwinglicher und sicherer ist als jetzt“, sagte Brian Peters, der Chef der neuen Vereinigung und ergänzt: „Das regulatorische Umfeld muss neue Innovationen für mehr Wettbewerb zulassen“.

Insbesondere sollen die folgenden Themen vorangebracht werden:

  • Vertrauen und Sicherheit bei Finanzdienstleistungen.
  • Förderung von Technologien, um Hindernisse für Finanzdienstleistungen zu reduzieren.
  • Innovationen und Prozesse für Instant-Payments voranbringen.
  • Optimieren der Regeln für Online-Kreditmarktplätze.
  • Förderung bewährter Verfahren bei Onlinekrediten für Verbraucher- und KMUs.
  • Moderne Finanzanwendungen voran bringen.

Banken sollten auf der Hut sein

Diese neue FinTech Allianz sollte den etablierten Geldinstituten zu denken geben. Noch ist die Tätigkeit formal auf die USA begrenzt, aber es ist kaum anzunehmen, dass die Beteiligten dort verharren wollen. In jedem Fall ist dies (einmal mehr) ein Weckruf an die etablierten Finanzdienstleister, Banken und Sparkassen.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

7 Kommentare

      • Frank Riemann am

        Klar wird es da Reaktionen geben. So wie Google und Co den „old school“ Autoherstellern
        das Leben extrem schwer machen werden (obwohl die das natürlich anders sehe – siehe Kommentar von Reuter (ehemals VV Mercedes) – werden Google und Co den Banken das Leben zur Hölle machen.

        Banken können nur sehr träge reagieren, da deren IT-System und deren IT-Strukturen
        gar nicht für schnelle Reaktionen geeignet sind – wenn überhaupt. Das gilt übrigens auch für Versicherungen

  1. Diese Allianz ist extrem spannend – den an sich sind diese Marktgrössen prinzipiell Konkurrenten in einigen Geschäftsfeldern. Aus meiner Sicht ergibt sich ein wahrscheinliches Szenario:

    Schutz der Infrastruktur der FIN – Partner (Apple, Amazon, Google, Intuit und PayPal)
    Allein durch die marktdominierende Rolle die diese Unternehmen haben, können diese ihre eigenen Standards festlegen und damit den Wettbewerb vor mehr oder weniger grosse Hürden stehen. Das können z.B. auch technische Absprachen dieser Firmen sein die damit Eintrittsbarieren für andere darstellen

    Auf jeden Fall ist diese technologiepartnerschaft für unseren Markt in Europa eine extreme Herausforderung.

    Die andere Frage ist „warum“ haben sich diese Unternehmen zusammengeschlossen, den nicht jeder von denen bräuchte das eigentlich…

    Hier habe ich nur eine Vermutung: Gemeinsam gegen den Rest der Welt ? nicht einfach….

  2. Mal schauen wann und wo die Banken in Europa dadurch unter Druck geraten können. Ich würde erwarten, dass sie tatsächlich im ersten Schritt vor allem die USA im Auge haben. Denn dort ist vor allem das Zahlungswesen ein einziges Disaster. Es gibt:

    * Cash – Bargeld eben. Wie überall nur mit schlechteren Banknoten. 😉
    * Checks – Ja, immer noch eines der Hauptzahlungsmittel im B2B Bereich. Kostet aber mindestens eine Briefmarke und dauert damit ewig.
    * Credit Card – Inzwischen das Zahlungsmittel im B2C Bereich. Aber einfach zu teuer. 2,5% bis 3,0% Gebühren für eine Zahlungstransaktion sind Wucher und nur durch ein Monopol durchsetzbar. Und ich glaube hier wird es interessant, ob die FIN-Partner schaffen das VISA/Mastercard-Monopol zu brechen.
    * Der Vollständigkeit halber: Automated Clearing House, ja könnte eine gute Alternative sein. Steht aber nur wenigen zur Verfügung und wirkt irgendwie wie ein Kleinkind im Vergleich zu Standards wie SEPA.
    * Wire Transfer? Nein, darüber Rede ich nicht, schlimm genug, dass ich es erwähnt habe. 🙂

    Ich glaube gerade mit SEPA sind wir in Europa gut aufgestellt. Ich habe manchmal das Gefühl, den wenigstens ist klar, was für ein Segen es ist. Klar, Kritik im Detail geht immer, aber die Möglichkeit für jeden für wenige Cent Geld durch ganz Europa zu schicken ist eine tolle Sache. Und war wahrscheinlich so nur durch Regulierung erreichbar (ist also nicht immer schlecht).

    Nur damit klar ist durch welche Brille ich schaue: Ich bin kein Banker, sondern Unternehmer mit einem mittelständischen Unternehmen in Deutschland und einem Ableger in den USA. Von daher gibt es bei all dem sicherlich noch Aspekte, die ich durch meine Brille nicht sehen kann.

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