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Instants Payments: Mehrwert für Alle?

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Chance oder Risiko für Banken?

Banken sind unsicher, ob sich die Investition in Instant-Payment-Dienste lohnt. FinTechs, oder Herausforderer wie PayPal, hingegen haben die Vorteile der Zahlungsdienste erkannt: Für viele Unternehmen ist eine direkte Überweisung von Vorteil für ihren Cashflow, auch die erhöhte Sicherheit durch eine sofortige Wertübertragung wird als Mehrwert empfunden.

Realtime oder Instant Payments werden kommen

Realtime oder Instant Payments sind auf dem Vormarsch
© Shutterstock

Viele Finanzdienstleister investieren bereits in das Thema „Instant Payments“. Dabei sind sich viele Unternehmen oft nicht sicher, ob sich die Investition für sie lohnt und was bei einer konkreten Umsetzung zu beachten ist.

Vorreiter im Bereich Instant Payments in Europa ist Großbritannien: hier wurde der Dienst schon im Mai 2008 eingeführt. Die Regierung sah Instant Payments als Maßnahme zur Verbesserung des Zahlungsverkehrs – doch über den Nutzen und die Auswirkungen für die Marktteilnehmer konnten zu diesem Zeitpunkt noch keine konkreten Aussagen gemacht werden.

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Aufgrund der ähnlichen Funktionalitäten dienten initial sogenannte „Standing Orders”, also Daueraufträge, als Basis für die Implementierung. Ein großer kommerzieller Erfolg in Großbritannien blieb allerdings aus, da der Dienst überwiegend von Konsumenten und kleineren Unternehmen genutzt wurde, um eine weitere Methode der bequemen Überweisung in nahezu Echtzeit und zu geringen oder sogar gänzlich ohne Kosten auszuführen.

In Deutschland hingegen sind die Banken selbst beim Einsatz der Instant-Payments-Dienste eher zögerlich, nur wenige treiben Innovationen oder neue Produkte voran. FinTechs oder die klassischen Herausforderer der Banken wie Paypal, hingegen investieren in die Entwicklung neuer Lösungen im Bereich Instant Payments und haben die Vorteile der Dienste längst erkannt: Neben der Tatsache, dass viele Unternehmen eine direkte Überweisung als Vorteil für ihren Cashflow ansehen, hat auch die erhöhte Sicherheit durch eine sofortige Wertübertragung einen Mehrwert für die Empfänger.

Instant Payments schaffen Mehrwert und ermöglichen neue Zusatzdienste

Ein zentraler Vorteil von Instant Payments ist die Real-Time-Abwicklung einer Zahlung, die eine sofortige Verfügbarkeit für den Empfänger ermöglicht. Sowohl als Ersatz für Bargeld und andere Zahlungsmittel im Retail-Geschäft als auch aus Sicht eines Treasurer bieten Instant-Payments-Lösungen interessantes Potential: Eine direkte Zahlung bei Lieferung ist – nicht nur im Umfeld der klassischen
(Außen-)Handelsfinanzierung – für viele Unternehmen ein Mehrwert.

Die Fähigkeit, Beträge sofort und direkt vom Konto zu transferieren, ermöglicht eine Vielzahl neuer Angebote als Zusatzdienstleistungen. Die als Overlay Services bezeichneten Angebote gehen oft über das traditionelle Angebot der Banken hinaus und bieten Anbietern und Nutzern gleichermaßen entscheidende Vorteile, von Kosten- und Zeitersparnis über eine höhere Bedarfsbefriedigung bis hin zu einer gesteigerten Lebensqualität. Anbieter profitieren im Gegenzug von einer höheren Kundenbindung oder Neukundengewinnung, zusätzlichem Umsatz und der Reduzierung interner Verarbeitungsaufwände und Kosten.

Aus diesem Grund fokussieren sich führende Anbieter auf ebendiese Möglichkeiten und stellen sich den damit einhergehenden Herausforderungen.

Herausforderungen meistern

Die Fähigkeit, vorhandene Systeme und Prozesse auf diese Anforderungen zeitgerecht und im Rahmen des Zielkorridors vorzubereiten und umzusetzen, ist für viele Unternehmen eine schwierige Aufgabe. Anti-Money-Laundering- (AML) und Anti-Fraud-Systeme, die diese Zahlungen dann in Echtzeit, grenzübergreifend und im Rahmen eines holistischen Liquidity-Managements verifizieren, müssen zum Bestandteil einer übergreifenden Risikostrategie werden. Dies ist systemisch und hinsichtlich der Risikobewertung nicht einfach.

Eine weitere Herausforderung im Vergleich zu etablierten Zahlungsmöglichkeiten von Giropay bis zu diversen E-Geldbörsen ist die Entwicklung von sichtbaren Kundenmehrwertdiensten und Vorteilen für die Beteiligten unter Einbeziehung der eigentlichen Bank. Hier kommt eine andere Entwicklung ins Spiel: PSD II und das Versprechen, Kundendaten mit den Transaktionen auch außerhalb der Bankenwelt in Eco-Systeme zu integrieren und gleichzeitig Datenschutz und Sicherheit auf Bankenniveau zu gewährleisten. Banken stehen für Sicherheit, doch diese Sicherheit steht oft im Widerspruch zur Nutzerfreundlichkeit und zur Kundenerfahrung. Die Eingabe von langen SEPA-Kontodaten und PIN steht einer direkten Überweisung über WhatsApp an eine E-Mail-Adresse gegenüber. Für Banken ist es daher wichtig, die Kundenbedürfnisse genau zu kennen und Aspekte wie Sicherheit mit Mehrwerten zu kombinieren. Gezielte Angebote und Partnerschaften mit anderen
(Geschäfts-)Kunden werden damit immer mehr zur strategischen Entscheidung.

Auch nach einer erfolgreichen Implementierung einer Instant-Payment-Lösung sind Finanzinstitute weiterhin mit Risiken konfrontiert, beispielsweise mit der Auflösung der klassischen und gewohnten Verbindung zwischen Kunden und Finanzinstitut im Umfeld des Zahlungsverkehrs. Instant-Payments-Dienste lösen die Bank in der Rolle des sichtbaren Partners bei Überweisungen oder anderen Transfers ab. In diesem Zusammenhang wird auch die Fragestellung bezüglich der sichtbaren Rolle der Bank für Käufer und Verkäufer im weitergreifenden Umfeld von PSD II wichtig. Letztlich sind es die Informationen über Kunden, die vor allem in der Digitalen Welt ein wichtiges Asset sind, um persönliche und maßgeschneiderte Angebote zu entwickeln und zur richtigen Zeit und im richtigen Kontext anzubieten.

Risiko für Banken – Verlust der Sichtbarkeit

Der Verlust der Sichtbarkeit lässt sich am Beispiel Personenbeförderung verdeutlichen: Bei Uber sind die eigentliche Zahlung und die damit verbundenen Dienstleister für den Kunden nicht mehr sichtbar. Nachdem der Kunde die Zahlungsoption gewählt und die erste Zahlung in der Uber-App ausgelöst hat, werden alle weiteren Zahlungen nach demselben Muster abgewickelt. Die Eingabe von PIN oder anderen Kennungen für eine Überweisung wird durch die Mechanismen des Telefons und der App ersetzt. Damit wird der Dienst für den Endnutzer einfach und bequem nutzbar.

Die einmalige Registrierung bei Uber erlaubt es dem Nutzer eine Zahlungsmethode zu hinterlegen – typischerweise eine Kreditkarte, Paypal oder eine Bankverbindung – und diese zu autorisieren. Ab dieser Autorisierung wird die Bank zum Versorgungsunternehmen im Hintergrund – ähnlich wie ein Netzprovider im Telekommunikations-Umfeld – und tritt bei der eigentlichen Kundeninteraktion nicht mehr in Erscheinung.

Steigt der Fahrgast hingegen in ein klassisches Taxi, muss er am Ende der Fahrt den entsprechenden Fahrpreis mit Bargeld, einer Giro Card oder einer Kreditkarte begleichen. Bei jeder Zahlung ist das Finanzinstitut damit auf die eine oder andere Weise für den Kunden und den Empfänger sichtbar.

Die Zukunft eines erfolgreichen Zahlungsverkehrs bei Banken

Wie das vorangehende Beispiel verdeutlicht, sind mit den zunehmenden, auch durch Regulatoren abgesegneten, Bankendienstleistungen, die immer und überall in Echtzeit zur Verfügung stehen, auch Drittanbieter in der Lage, die Kundenbindung und Sichtbarkeit von etablierten Banken zu übernehmen. Das Thema Instant Payments wird damit für Banken gleichzeitig zur Bedrohung und Chance.

Deutschland kann bei der jeweiligen Implementierung von den Erfahrungen aus anderen Ländern profitieren. Aus Sicht von CGI ist speziell das Thema Kundenbindung und Sichtbarkeit für Banken ein besonders kritisches Feld. Wie können Banken ihre Position am Kunden verteidigen und welche Dienstleistungen und Produkte bringen den erwarteten Mehrwert? Ein zentrales Ergebnis aus Endkundenbefragungen bestätigt, dass Banken häufig noch im Bereich Sicherheit und Vertrauen punkten können – dennoch wurden sie teilweise schon von Kreditkartenunternehmen und großen Player wie Paypal überholt.

Als Mechanismus für die Positionierung – nicht nur bei Retail-Kunden – dient dabei die mit PSD II geplante Öffnung des Zahlungsverkehrs insbesondere für Zusatz- und übergreifende Informationen. Hier sind Banken gefordert, Mehrwertdienste zu identifizieren und zu ergänzen oder in Partnerschaften mit anderen Player zu ermöglichen und den Retail-, aber auch den Geschäftskunden damit die unterstützende Rolle der Bank weiterhin präsent zu zeigen.

Im Rahmen der Studien von CGI wurden verschiedene Lösungsoptionen identifiziert und in enger Zusammenarbeit mit Kunden – sowohl Banken als auch andere Dienstleistern – ein spezifisches Lösungspaket zur erfolgreichen Planung und Umsetzung von PSD II und von Instant Payments erarbeitet.

CGI hat bei der Einführung von nationalen Zahlungsverkehrsplattformen seit mehr als 15 Jahren in über 20 Ländern eine führende Rolle eingenommen und bietet eine Vielzahl von Lösungen und Dienstleistungen zum Thema Payments.

Für weiterführende Informationen besuchen Sie cgi.com/payments

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Über den Autor

Thomas Fydrich

Thomas Fydrich verantwortet den Bereich Public & Private Banks bei CGI in Deutschland. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Beratung insbesondere Planung, Implementierung und Betrieb bzw. Wartung von großen und komplexen IT-Plattformen insbesondere für Financial Service Kunden. Aufgrund seiner internationalen Erfahrungen mit On-, Near- und Offshore unterstützt er Kunden bei der Planung und Umsetzung ihrer Sourcing Strategie. Neben seiner Rolle als Führungskraft ist er weiterhin Experte für Payment-Lösungen, Enterprise Architektur Aspekte sowie Technischer Architekt mit Schwerpunkt Nicht-Funktionaler Anforderungen.

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