Vier Handlungsfelder im Investment Banking

Europas Banken müssen umdenken

Europäische Großbanken liegen im margenträchtigen Investment Banking auch im Heimatmarkt deutlich hinter Wettbewerbern aus den USA. Für Erfolg im Wettbewerb sollten die Banken verstärkt aus Sicht ihrer Kunden handeln und sich nicht ausschließlich auf die Produktseite konzentrieren.

Trends, Studien und Research zum Firmenkundengeschäft, Corporate und Investment Banking

Studien und Research zu Trends und Entwicklungen im Firmenkundenbereich der Banken, inklusive Corporate und Investment Banking.

Abonnieren Sie den kostenlosen Bank Blog Newsletter

Partner des Bank Blogs

Hootsuiteist Partner des Bank Blogs

Die internationale Managementberatung Bain & Company hat das europäische Kapitalmarktgeschäft und die Wettbewerbsposition der beteiligten Banken untersucht. Demnach haben die europäischen Großbanken derzeit einen schweren Stand, wie ein Blick auf die relativen Marktanteile und Wachstumsraten der Institute in diesem Segment zeigt.

Die Wettbewerber aus den USA haben in den letzten Jahren deutlich an Boden gewonnen, auch dank umfangreicher Investitionen in neue Technologien. Europas Banken müssen handeln, wobei die Chancen auf Erfolg hoch seien.

Europa hängt im Wettbewerb zurück

Spitzenreiter im europäischen Investment Banking ist JPMorgan Chase, dahinter folgen weitere US-amerikanische Häuser, während die europäische Konkurrenz deutlich zurückliegt.

Wettbewerbspositionen im europäischen Investment Banking

Im Vergleich der Wettbewerbspositionen im europäischen Markt liegen US Investment Banken vor europäischen Instituten.

Die gute Marktstellung verdanken die US-Banken vor allem den hohen Investitionen in digitale Technologien. So setzt JPMorgan Chase auf künstliche Intelligenz, um beispielsweise Rechtsprüfungen von Kreditverträgen zu automatisieren. Selbst in Zeiten deutlicher Ertragsrückgänge hätten die US-Banken investiert. Einige US-Banken sähen sich mittlerweile mehr als Technologie-Unternehmen denn als Bank.

Kapitalmarktgeschäft bleibt attraktiv

Von 2009 bis 2018 sanken die Erträge im globalen Kapitalmarktgeschäft um durchschnittlich 3,9 Prozent pro Jahr auf 220 Milliarden US-Dollar. Die Profitabilität entwickelte sich in diesem Zeitraum uneinheitlich, blieb jedoch durchgehend auf einem attraktiven Niveau. 2018 summierte sich der Profit Pool auf 72 Milliarden US-Dollar.

Mittelfristig bahnt sich bei den Erträgen eine Stabilisierung an. Nach Bain-Prognosen wird der Markt bis 2021 weltweit um 5 Prozent auf 231 Milliarden US-Dollar zulegen. Bei besonders günstigen Rahmenbedingungen wären sogar 10 Prozent möglich. Zuwächse seien vor allem im Fixed-Income- und M&A-Geschäft zu erwarten.

Vier Handlungsfelder für europäische Kreditinstitute

Europäische Banken können von dem Wachstum profitieren und Marktanteile zurückgewinnen. Bain hat dazu vier Handlungsfelder identifiziert, die für eine Aufholjagd entscheidend sind:

Umfrgae Kreditprozesse der Zukunft
  1. Investitionen in digitale Technologien beschleunigen,
  2. Mitarbeiter auf die Zukunft vorbereiten,
  3. Effektives Cross- und Up-Selling ermöglichen und
  4. Ökosysteme mit externen Partnern aufbauen.

1. Investitionen in digitale Technologien beschleunigen

Keine Bank kann darauf verzichten, mit Technologie ihre Effizienz zu steigern, neue Services anzubieten und deren Qualität zu verbessern. In den kommenden Jahren ergeben sich insbesondere im Kredit-, Zins- und Rohstoffgeschäft die größten Effekte durch Robotic Process Automation, weitere Digitalisierung und Blockchain-Technologie.

2. Mitarbeiter auf die Zukunft vorbereiten

Die Pflege der Kundenbeziehung ist im Kapitalmarktgeschäft von zentraler Bedeutung. Kunden erwarten Schnelligkeit und exzellente Services. Stärker als je zuvor müssen Banken den Kunden in den Mittelpunkt ihres Denkens und Handelns stellen. Der Banker von morgen ist zudem technologieaffin und in der Lage, vorhandene Kundendaten gezielt zu nutzen.

3. Effektives Cross- und Up-Selling ermöglichen

Insbesondere mittelständische Unternehmen schätzen die Nähe zu ihrer Bank. Diesen Heimvorteil können Europas Banken noch besser ausspielen. Für ein effizienteres Cross- und Up-Selling brauchen sie deshalb einen Plan für jeden Kunden sowie passende, mittel- bis langfristig orientierte Vergütungsmodelle.

4. Ökosysteme mit externen Partnern aufbauen

Im Kapitalmarktgeschäft ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Zusammenarbeit mit FinTechs und Infrastrukturanbietern. So können Banken sehr effizient ihr Serviceangebot verbessern und erweitern.

Europas Banken müssen umdenken

Wollen Europas Banken ihren derzeitigen Rückstand aufholen, müssten sie umdenken. Bei vielen würden noch immer die Produkte und nicht die Bedürfnisse und Ziele des Kunden im Vordergrund stehen. Die tief greifende Transformation des Kapitalmarktgeschäfts gelte es zügig und konsequent anzugehen. Nur dann können sie der US-Konkurrenz Paroli bieten und von ihren guten Beziehungen gerade im Mittelstand profitieren. Dazu müsse auf Basis der eigenen Stärken das Geschäft neu definiert und entsprechend verändert werden.

Zum Downloadlink zur Studie (engl.) gelangen Sie über Laterpay.

Sind Sie schon Premium-Leser?

Premium Abonnenten des Bank Blogs haben direkten kostenfreien Zugriff auf die Bezugsinformationen zur Studie. Noch kein Premium-Leser?

>>> Hier klicken <<<

Ein Service des Bank Blogs

Der Bank Blog prüft für Sie jede Woche eine Vielzahl von Studien und stellt die für Sie relevanten hier vor. Als besonderer Service wird Ihnen die Suche nach Bezugs- und Downloadmöglichkeiten abgenommen und Sie werden direkt zur Anbieterseite weitergeleitet. Mit der Unterstützung dieses Serviceangebots unterstützen Sie auch die Berichterstattung im Bank Blog.

Jetzt kaufen für 1,95EUR

Bitte bewerten Sie den Artikel mit Hilfe der Sternchen

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Bewertung: 5,00 Stern(e) - 4 Bewertung(en)

Vielen Dank fürs Teilen und Weiterempfehlen


Mit dem kostenlosen Bank Blog Newsletter immer informiert bleiben:

Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

Anzeige

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wir freuen uns, dass Sie den Bank Blog schätzen. Die hohe Qualität der Beiträge weiterhin sicherzustellen, ist uns ein wichtiges Anliegen. Qualität kostet jedoch Geld und kann nicht nur über Werbung finanziert werden. Sie können uns unterstützen, indem Sie ein Premium Abonnement des Bank Blogs abschließen. Damit sind zahlreiche Vorteile für Sie verbunden, u.a. freier Zugang zu allen kostenpflichtigen Inhalten, Werbefreiheit und schnellere Ladezeiten. Und Sie tragen dazu bei, dass wir den hohen Anspruch an unsere Arbeit auch in Zukunft halten können. Vielen Dank!

Der Bank Blog Premium

Noch kein Premium-Leser?

>>> Hier klicken <<<

Der Bank Blog Premium

Noch kein Premium-Leser?

>>> Hier klicken <<<

Bank Blog Newsletter abonnieren

Bank Blog Newsletter abonnieren