Günstige Refinanzierung bei steigenden Zinsen

Banken profitieren vom Einlagengeschäft

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Nahezu im Wochenrhythmus passen Banken ihre Konditionen für Tages- oder Festgelder von Privatkunden an. Trotzdem ist diese Refinanzierung weiterhin eine der günstigsten Finanzierungsquellen im Markt – wenn man dieses Segment richtig und effizient bespielt!

Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld sind beliebte Sparformen der Deutschen

Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld zählen zu den beliebtesten Sparformen der Deutschen und machen einen Großteil des privaten Geldvermögens aus.

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Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld zählen nach wie vor zu den beliebtesten Sparformen der Deutschen und machen einen Großteil des privaten Geldvermögens aus. Seit Beginn der Pandemie 2020 konnten Privathaushalte viele Konsummöglichkeiten nicht ausschöpfen und legten daher noch mehr Geld als üblich zur Seite. Die Langeweile des Lockdowns und die Einführung kostengünstiger und niederschwelliger Depotangebote führten zur Hinwendung zu Kapitalmarktprodukten: laut Bankenverband wurden mehr als 80 Milliarden Euro in Aktien und Investmentfonds investiert.

Dennoch entfällt die Mehrheit der Anlagen der deutschen Privathaushalte immer noch auf Spareinlagen. Ende 2021 beliefen sie sich laut Statistik der Deutschen Bundesbank auf rund 567,2 Milliarden Euro, die aktuelle Quartalsstatistik zum 31.03.2022 der Bundesbank weist bei 7588 Milliarden Euro Geldvermögen privater Haushalte einen Anteil von 39,7 Prozent an Bargeld und Sichteinlagen aus, die im Regelfall nicht verzinst werden. Der Trend zu zwar niedrigverzinsten, aber dennoch sicheren Anlagen dürfte trotz Inflation angesichts weiter abstürzender Aktienmärkte und ins Minus drehender Fondsanlagen anhalten und bietet so eine Chance für Banken und Finanzdienstleister sich günstige Refinanzierungen zu erschließen.

Banken haben grundsätzlich vier Möglichkeiten, sich zu refinanzieren:

  • Über Spareinlagen der eigenen Kunden,
  • durch die Aufnahme eines Darlehens bei einer anderen Bank,
  • durch den Verkauf von Krediten an Investoren oder
  • durch die Aufnahme eines Kredits über die nationale Notenbank.

Art der Refinanzierung bestimmt Kreditkonditionen

Jede Bank muss für Liquidität sorgen, um Kreditgeschäfte abschließen zu können. Zu diesem Zweck refinanziert sie sich über Spareinlagen von Kunden, die Kreditaufnahme bei der EZB, das Begeben von Anleihen oder Kredite bzw. Einlagen von Fremdbanken mit Einlagenüberhang.

Refinanzierung über Tages- und Festgelder

Kunden legen Geld bei ihrer Bank an und wählen dazu Produkte wie Tagesgeld, Festgeld, Sparbriefe und Sparbücher. Auch das Guthaben auf einem Girokonto wird als Spareinlage bezeichnet. Häufiges Problem der sogenannten Sichteinlagen ist es, dass die Kunden kurze, am liebsten täglich verfügbare Einlagen bevorzugen. Banken wiederum müssen sich jedoch gegen Zinsänderungsrisiken absichern und präferieren daher Anlagen mit längeren Laufzeiten, da auch die abgeschlossenen Kreditverpflichtungen im Regelfall längerfristig sind.

Refinanzieren sich Banken aber über Geld, dass praktisch täglich von ihren Kunden abgehoben werden kann (Tagesgeldkonten und Girokonten sowie Sparbücher), handeln sie in mit einem gewissen Risiko. Banken nutzen deshalb nur einen Teil der verfügbaren Spareinlagen, zumal sie gesetzlich dazu verpflichtet sind, eine gewisse Mindestreserve der Kundengelder zur Liquiditätssicherung vorzuhalten.

Festgeld als ideale Lösung

Um längerfristige Anlagen einzuwerben, ist das Festgeld ein ideales Instrument. Banken können ihren Kunden durch kurzläufige Festgelder den Umstieg von der gewohnten, aber meist nicht benötigten täglichen Verfügbarkeit hin zu einer Festanlage einfach gestalten. Aus der Erfahrung heraus entdecken viele Kunden anschließend selbst die höheren Renditen einer langfristigen Festgeldanlage und wählen eine Kombination aus Festgeldkonten, die ihren Bedürfnissen entspricht.

Festgeldprodukte als Bank bzw. Finanzdienstleister anbieten

Banken und Finanzdienstleister die Festgeldprodukte anbieten möchten, haben prinzipiell drei Optionen, die auch kombiniert werden können:

  • Eigenständige Entwicklung des Festgeldprodukts
  • Nutzung von Festgeldplattformen, die sich um Kundenservice und Vertrieb kümmern
  • Nutzung von Banking as a Service-Leistungen bei Spezialanbietern wie der SWK Bank

Eigenständige Entwicklung

Die eigenständige Entwicklung ist, insbesondere wenn es rein um die Refinanzierung des Kerngeschäfts geht, die teuerste Variante und birgt die höchsten Risiken. So muss die Bank sowohl die Technik als auch das Fachwissen, was hierzu notwendig ist, erst erarbeiten, ggf. das Kernbankensystem deutlich ausbauen oder gar ein weiteres System für das Einlagengeschäft anschaffen. Zudem fehlt im Haus meist das Wissen über die Steuerung und Vermarktung der Festgeldprodukte. Auch dieses muss eingekauft werden. Ein solcher Weg lohnt sich daher nur für große Banken mit einem angestrebten Einlagevolumen von mehr als 5 Milliarden Euro.

Nutzung von Festgeldplattformen

Festgeldplattformen bieten einen leichten Einstieg. Die Kosten sind sehr überschaubar und werden im Regelfall nur für tatsächlich zustande gekommene Festgeldvolumina erhoben. Da diese variablen Kosten vergleichsweise hoch sind und eine starke Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter besteht, ist dieses Modell eher für sehr kleine Refinanzierungsbedarfe bis 150 Millionen Euro interessant. Es ist möglich, auch größere Volumina über ein solches Modell zu akquirieren, allerdings setzt sich die Bank dann dem hohen Wettbewerbsdruck auf der Plattform vollumfänglich aus und muss auch Bestandskunden, deren Festgelder auslaufen, sehr hohe Zinsen bieten, um diese Einlagen nicht zu verlieren. Des Weiteren führen gerade bei hohen Volumina die variablen Kosten zu einer Situation, in der es deutlich günstigere Lösungen gibt.

Nutzung von Banking-as-a-Service Leistungen für eigene Tages- und Festgeldkonten

Die Dritte Möglichkeit ist die Nutzung von Banking-as-a-Service Leistungen um Tages- und Festgeldkonten unter der eigenen Marke anzubieten und die Refinanzierung zu günstigen Konditionen umzusetzen. Für Banken und Finanzdienstleister mit einem Refinanzierungsbedarf ab etwa 150 Millionen Euro ist die Nutzung von BaaS- Leistungen der ideale Weg.

So bieten Spezialanbieter wie die SWK Bank nicht nur reine Technik, sondern sind auch in der Lage, die komplette Prozesskette von der Kundenakquise bis zur Bestandsverwaltung inkl. des Kundenservice abzubilden. Diese Dienstleistung ist meist deutlich günstiger als die Eigenentwicklung und Anlaufprobleme sind durch den bereits vorhandenen praktischen Einsatz der Lösung meist bereits behoben. Durch eine Mischung aus fixen Projektkosten und variablen Gebühren lohnt sich dieser Ansatz ab einem Refinanzierungsbedarf von 150 Millionen Euro.

Fazit: Günstige Refinanzierung schafft günstige Kreditkonditionen

Die günstige Refinanzierung ist für viele Banken und Finanzdienstleister ein wichtiger Aspekt neben dem eigentlichen Kerngeschäft. Durch die Nutzung von Tages- und Festgeldern kann die Refinanzierung vielfach deutlich verbilligt werden. Banken und Finanzdienstleister mit geringem Refinanzierungsbedarf bis 150 Millionen Euro sind bei Zinsplattformen gut aufgehoben.

Banken und Finanzdienstleister mit einem Refinanzierungsbedarf ab 150 Millionen Euro sollten das Angebot von Tages- und/oder Festgeldern für Privatkunden unter der eigenen Marke in Erwägung ziehen. Die Umsetzung ist bei Nutzung von BaaS-Dienstleistungen eines Spezialanbieters wie der SWK Bank dabei meist einfacher als die Anbindung einer Zinsplattform. Die günstigere Refinanzierung kann anschließend den Unternehmensgewinn signifikant steigern oder ist schlicht erforderlich, um im Kerngeschäft wettbewerbsfähige Kreditkonditionen anbieten zu können.


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Über den Autor

Philipp Netz

Philipp Netz ist Leiter Marketing, Vertrieb und Produktmanagement bei der Süd-West-Kreditbank. Zuvor war der Betriebswirt u.a. Abteilungsleiter Marketing bei der 1822direct, als Strategieberater und Key Account Manager tätig.

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