Die Suche nach dem Geschäftsmodell der Zukunft

Internationale Banking Trends KW 38-2020

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Das Bankwesen hat sich in den letzten Jahren nachhaltig verändert. Die Entwicklungen in den letzten Jahren sechs Monaten haben den Ergebnisdruck nochmals erhöht. Weltweit suchen Kreditinstitute nach einem validen Geschäftsmodell für die Zukunft.

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Seit der Einführung der europäischen Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 müssen Finanzinstitute Dienstleistern, die vom Kunden genehmigt und autorisiert wurden, Zugang zu Kundenkonten gewähren. Offene Schnittstellen bieten mehr Platz für die Verwaltung persönlicher Finanzen und erfordern noch mehr den Echtzeitaspekt bei Finanztransaktionen. Aber Open Banking ist nur ein wichtiger Aspekt.

Die fortschreitende Digitalisierung und der zunehmende Wettbewerb durch FinTechs und BigTechs zwingen Banken und Sparkassen zur grundsätzlichen Neuorientierung. Im Zuge der Corona-Pandemie wurde sehr schnell klar, welche Finanzinstitute bereits erfolgreiche Schritte zur digitalen Transformation unternommen hatten und welche nicht. Viele Banken hatten nicht wirklich damit begonnen, alte Systeme zu aktualisieren, neue technologische Tools zu implementieren oder veraltete, veraltete Prozesse neu zu bewerten.

Der Kunden steht im Mittelpunkt der neuen Normalität

Niemand kann heute mit Sicherheit sagen, wie die zukünftige neue Normalität wirklich aussehen wird. Es ist jedoch an der Zeit, sich wieder den Grundlagen des Geschäfts zuzuwenden. Dabei gilt es, den Kunden und seinen Bedarf in den Mittelpunkt zu rücken. Im heutigen Rückblick auf spannende Beiträge aus der internationalen Finanzszene geht es daher um Optionen für das Geschäftsmodell der Zukunft.

Bankgeschäften wohnt eine DNA inne. Menschen brauchen auch in Zukunft einen sicheren Ort, um ihr Geld aufzubewahren. Sie müssen in der Lage sein, Geld von A nach B zu bewegen: Zahlungen abzuschließen, Geld an Familienmitglieder zu senden und es von einem Konto auf ein anderes zu verschieben. Sie müssen in der Lage sein, Geld zu leihen, um mit großen Einkäufen oder unerwarteten Rückschlägen fertig zu werden (insbesondere in Zeiten wie diesen). Und sie müssen in der Lage sein, ihr Vermögen im Laufe der Zeit zu vergrößern, um mit der Inflation Schritt zu halten, für den Ruhestand zu sparen und auf finanzielle Stabilität und Sicherheit hinzuarbeiten.

Bei der Erfüllung all dieser Wünsche können Banken und Sparkassen auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Die zukünftige Banken- und Finanzwelt kann von mehr Transparenz und Daten aus dem Tagesgeschäft nur profitieren. Neue Daten ermöglichen es, Kunden besser zu segmentieren und zu verstehen, die Kundenbindung zu stärken und viele Prozesse zu beschleunigen.

Mit FinTech-Partnerschaften in die Zukunft

Traditionelle Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen betrachten FinTechs nicht mehr unbedingt als fremde Eindringlinge Gebiet, sondern immer häufiger als wertvolle Partner, die dazu beitragen können neue Ziele zu erreichen oder das Engagement für Kunden zu erhöhen.

Mehr dazu hier: How Bank and Fintech Partnerships are Redefining the Future of Banking

Neue Kontaktoptionen im Banking

Finanzinstitute, die bereit sind, neue Ansätze für Unternehmen und Verbraucher zu verfolgen, werden Erfolg haben, wenn sie ihren Technologiemix um neue Tools wie interaktive Kioske, iPad-Integration, digitale Marketingbildschirme und Videokonferenzen erweitern.

Mehr dazu hier: Despite Pandemic, Clicks Without Bricks Is Not Banking’s Sole Future

7 Gründe, warum man Kunden persönlich treffen sollte

Durch die Corona-Krise hat sich der Trend zur digitalen Kommunikation verstärkt. Ungeachtet der Vorteile gibt es gute Gründe, warum man Kunden von Angesicht zu Angesicht sehen sollte.

Mehr dazu hier: 7 reasons why you should meet your customers face-to-face

Bei digitalem Design geht es um mehr als nur Verpackung

Der Unterschied zwischen digital anfälligen etablierten Unternehmen und Digital-First-Herausforderern besteht in der strategischen Perspektive, die sie für die Benutzererfahrung einnehmen. Echte Disruptoren gewinnen ihren Wettbewerbsvorteil, indem sie verbraucherorientierte Strategien verfolgen und „Design“ als benutzerzentrierten Geschäftsansatz begreifen und nicht nur als neue „Verpackung“.

Mehr dazu hier: 5 Digital-First Strategies That Can Turn Banks Into UX Disruptors

Herausforderungen bei der (Neu)Dimensionierung des Filialnetzes

Es wird viel über die Auswirkungen des veränderten Kundenverhaltens auf das Filialnetz diskutiert. Bei einer verstärkten Schließung von Filialen gibt es mehr zu beachten, als viele denken. Dabei kann es hilfreich sein, die Perspektive eines Einzelhändlers einzunehmen.

Mehr dazu hier: Trim Your Branch Network? Many Financial Institutions Find It Tough

Weitere interessante Themen der Finanzwoche

Es gab aber noch weitere interessante Beiträge:

Apple Pay versus Alipay – Eine Vergleichanalyse

Berücksichtigt man den Größenunterschied der Länder ist der Unterschied zwischen der Anzahl der Alipay-Benutzer in China und der Apple Pay-Benutzer in den USA erstaunlich groß. Was sind die Faktoren, die diesen starken Unterschied ausmachen?

Mehr dazu hier: Why Hasn’t Apple Pay Replicated AliPay’s Success?

Neuseeland verpflichtet Finanzinstitute zu Berichterstattung über Klimarisiken

Neuseeland soll das erste Land der Welt werden, in dem der Finanzsektor verpflichtet ist, über Klimarisiken zu berichten. Die neue Regulierung wird rd. 200 Institute betreffen.

Mehr dazu hier: New Zeland to make climate risk reporting compulsory for financial institutions

Britische Banken wollen mit FinTechs zusammenarbeiten

Fünf der größten Banken Großbritanniens haben eine von der Regierung unterstützte Zusage unterzeichnet, um die Zusammenarbeit mit FinTech-Unternehmen zu verbessern.

Mehr dazu hier: UK banks sign Fintech Pledge

Analyse von Klimaszenarien für Banken

Der Think Tank 2 Investing Initiative (2DII) hat ein kostenloses Open-Source-Toolkit zur Analyse von Klimaszenarien für Banken auf den Markt gebracht.

Mehr dazu hier: Climate scenario analysis toolkit for banks launches

Technologien 2030

Spektraltechnologien wie THz-Kommunikation, molekulare Kommunikation und Quantenkommunikation werden die Datenrate Mitte der 2030er Jahre dramatisch verbessern. Die Blockchain wird ein wichtiger Bestandteil einer 6G-Gesellschaft, die intelligente Geräte aller Multimediadaten verwendet.

Mehr dazu hier: 6G Critical Infrastructure and Quantum Secure technologies in mid of 2030’s

Berichte aus Banken und FinTechs

Auch in der vergangenen Woche gab es einige Berichte über Aktivitäten in der Finanzbranche sowie einzelner Institute, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Challenger Bank mit autonomem Banking

Envel, eine in Boston ansässige Challenger-Bank, die sich selbst als „das intelligenteste Bankkonto der Welt“ bezeichnet, hat angekündigt, diesen Herbst zu starten. Die FinTech behauptet, das Geld der Kunden mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu optimieren.

Mehr dazu hier: Challenger Envel plans “autonomous” banking with Autumn launch

Goldman’s Marcus jetzt mit PFM

Goldman Sachs hat Marcus, seinem Online-Retail-Banking-Service, um ein persönliches Finanzmanagement-Tool erweitert.

Mehr dazu hier: Goldman adds PFM tools to Marcus app

SEB mit hybridem Bankkonto

SEBx, der Innovationszweig der schwedischen Bank SEB, bietet ein kombiniertes (hybrides) Bankkonto für den Privat- und Geschäftsbereich. Es richtet sich an Freiberufler und Einzelunternehmer, die sowohl ihre privaten als auch ihre Unternehmensfinanzen in einem einzigen Bankkonto verwalten wollen.

Mehr dazu hier: SEB combines personal and business accounts to launch Unquo

Krypto-Börse erhält Banklizenz

Die Krypto-Börse Kraken hat eine Banklizenz vom Bundesstaat Wyoming erhalten. Diese umfasst die Genehmigung zur Einrichtung eines SPDI (Special Purpose Depository Institution).

Mehr dazu hier: Crypto exchange Kraken gets Wyoming bank license

Sevnska Handelsbanken schließt Filialen

Die größte schwedische Bank, die Sevnska Handelsbanken, verkleinert ihr Filialnetz von 380 auf 200 und baut 1.000 Mitarbeiter ab. Gleichzeitig sollen in den nächsten zwei Jahren 1 Mrd. SEK in IT investiert werden.

Mehr dazu hier: Svenska Handelsbanken to cut 1000 staff and 180 branches

Citigroup kündigt Personalabbau an

Weltweit bauen Banken massiv Personal ab. So hat die Citigroup ein Programm zum Stellenabbau wieder aufgenommen, nachdem der Prozess mitten in der Coronavirus-Pandemie unterbrochen wurde. Von weltweit 204.000 Arbeitsplätzen sollen 26.000 entfallen.

Mehr dazu hier: Citigroup restarts job cuts after coronavirus pause

Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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