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Genossenschaftsbanken fordern Anpassung der Regulierung

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Belastung von regionaler Wirtschaft und Privatkunden

Die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken fordern eine Anpassung der Finanzmarktregulierung für kleine und mittlere Banken. Andernfalls würde die notwendige Anpassung von Geschäftsmodellen zunehmend die Kunden belasten.

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© Shutterstock

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) beklagt sich schon seit längerem über überbordende Anforderungen durch massive Regulierung, vor allem durch zahlreiche Institutionen und Initiativen der Europäischen Union. Sie würden die regionalen Kreditinstitute unverhältnismäßig treffen. Notwendige Anpassungen von Geschäftsmodellen würden zunehmend auch die Kunden belasteten.

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Als Beleg wird eine Studie zu den Auswirkungen der Bankenregulierung von Professor Stephan Paul, Ruhr-Universität Bochum, angeführt, die der BVR in Auftrag gegeben hat. Sie beruht auf 18 Tiefeninterviews mit Entscheidern aus Genossenschaftsbanken. Die Stichprobe setzt sich aus Banken zwischen 100 Millionen bis 6 Milliarden Euro Bilanzsumme zusammen.

Schädliche Nebenwirkungen der Regulierung auf mittelständische Wirtschaft

Auswirkungen sehen die Autoren der Studie vor allem in der Mittelstandsfinanzierung und bei der Betreuung von Privatkunden. Hierdurch könnten mittelständisch geprägte Genossenschaftsbanken ihre traditionelle Zielkundschaft nicht mehr in dem gleichen Maße wie bisher betreuen.

Der Studie zufolge sähen sich die Institute aufgrund der steigenden Eigenkapitalanforderungen durch Basel III und der Überarbeitung des Kreditrisiko-Standardansatzes zunehmend dazu veranlasst, ihre Kunden im gewerblichen Bereich stärker auszuwählen. Präferiert wird eher kleinvolumiges Kreditgeschäft. Kredite über 1,5 Millionen Euro verlieren hingehen an Attraktivität. Zudem erschweren Firmen mit einem Einlagevolumen über 500.000 Euro den Banken die Einhaltung der Mindestliquiditätsquote (LCR) übermäßig stark.

Auf Privatkundenseite führten die umfassenden Vorschriften und Dokumentationspflichten in der Wertpapieranlageberatung und Immobilienfinanzierung dazu, dass Genossenschaftsbanken diese Dienstleistungen nicht mehr flächendeckend, sondern nur noch in spezialisierten Beratungscentern anbieten können. Perspektivisch könne es durch die Regulierung dazu kommen, dass die Anlageberatung nur noch bestimmten Kundensegmenten angeboten wird, etwa einkommensstarken Privatkunden, was dem Selbstverständnis der Volksbanken und Raiffeisenbanken als zuverlässigen Allfinanzanbietern für alle Kundengruppen zuwiderläuft.

Balance der Bankenregulierung finden

Der BVR möchte mit dieser Studie der Diskussion um eine richtige Balance der Bankenregulierung weitere Impulse geben. Genossenschaftsbanken sehen sich nicht nur durch die immer neuen Regulierungsmaßnahmen, die in den letzten Jahren nach der Finanzmarktkrise erlassen wurden, enormen Kosten ausgesetzt. Die Regulatorik verändert auch die Geschäftsausrichtung der Banken, obwohl Genossenschaftsbanken aufgrund ihrer regionalen Ausrichtung und ihrer breiten Kundenakzeptanz nachweislich in der Finanzmarktkrise stabilisierend gewirkt hätten.

Empfehlungen des BVR für eine angemessene Finanzmarktregulierung

Zusätzlich zur Studie gibt der BVR konkrete Empfehlungen für eine – aus seiner Sicht – angemessene Finanzmarktregulierung. Darin setzt sich der BVR dafür ein, Verhältnismäßigkeit und Proportionalität stärker als bisher in der Bankenregulierung zu verankern. Konkrete Punkte beziehen sich dabei auf folgende Themen:

  • Granularitätskriterium für die Zuordnung zum Mengengeschäft.
  • Schwellenwerte bei Großkrediten.
  • Beratungsprotokoll (ab 2018: Geeignetheitserklärung).
  • Honoraranlageberatung.
  • Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie.
  • Offenlegungspflichten Im Rahmen von Basel II.
  • Meldewesen.
  • Sanierungsplanung durch ein institutsbezogenes Sicherungssystem.
  • Meldeaufwand in Zusammenhang mit der Abwicklungsplanung.

Zum Downloadlink zur Studie sowie der Empfehlungen des BVR gelangen Sie über Laterpay.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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