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Strategische Finanzplanung im Private Banking der Sparkassen

6 Fragen zum Outsourcing von Payment-Technologien

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Strategische Überlegungen zu einer schwierigen Entscheidung

Viele Banken haben Bedenken gegenüber einer Auslagerung ihrer Zahlungsdienste. Allerdings gibt es überzeugende Argumente, die dafür sprechen. Sechs strategische Fragen sollen helfen, die Überlegungen zu der schwierigen Entscheidung zum Outsourcing von Payment-Technologien zu klären.

Strategische Überlegungen zum Outsourcing von Banking-Technologie

Strategische Überlegungen zum Outsourcing von Technologien sollten sorgfältig abgewogen werden

Der Profitabilitätsdruck im Bankenbereich wächst seit Jahren. Intensive Konkurrenz aus dem In- und Ausland, stets strenger werdende Regulierung im Zahlungsverkehr sowie der zunehmende Kostendruck aufgrund sinkender Margen führen zu dringendem Handlungsbedarf. Umso naheliegender sind also Überlegungen, Teile der Wertschöpfungskette im Kartengeschäft auszulagern. Für Privat- und Geschäftskunden ist es letztlich von geringer Bedeutung, wer tatsächlich ihre Zahlungsservices ausführt.

Gehören Zahlungssysteme zum Kerngeschäft?

Viele Banken betrachten den Betrieb ihrer Zahlungssysteme heutzutage nicht mehr als ihr Kerngeschäft – trotz zentraler Bedeutung in der Bankenpraxis. Transaktionskostenreduzierung und Liquiditätsmanagement stehen im Fokus zur Optimierung und zur Erreichung der Ziele kann die Auslagerung der Zahlungssysteme massiv beitragen: Wenn sich ein spezialisierter Zahlungsverkehrsdienstleister verlässlich und effizient um das Processing kümmert, gewinnen Banken an Spielraum, um sich auf wesentlichere Aktivitäten, wie die Kundenbindung, zu konzentrieren. Durch diesen Fokus auf höhere Kundennähe nutzen Banken Ihre Ressourcen gewinnbringender, um Kunden zu gewinnen und an sich zu binden.

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Manche Banker der alten Schule mögen befürchten, dass das Payment-Outsourcing ein fehlendes Engagement der Bank im Zahlungsverkehr sei und zu Unmut bei ihren Karten- und Kontoinhabern führen könne. Kundenfeedback hat jedoch gezeigt, dass Kunden es schätzen, wenn ihre Bank mit Experten zusammenarbeitet und sich dadurch zielführender um ihre eigenen Bedürfnisse kümmern kann.

Outsourcing eröffnet neue strategische Optionen

Warum also Dienstleistungen weiter kostspielig betreiben, mit denen sich eine Bank nicht mehr im Markt differenzieren kann? Geldautomaten-Services haben ihr Alleinstellungsmerkmal längst eingebüßt. Und dennoch wird die Infrastruktur vor allem in der Fläche aufrechterhalten.

Die zunehmende Konkurrenz auf den lokalen europäischen Märkten durch global agierende Banken, die niedrige Preise und ein hohes Service-Niveau anbieten, stellt so manche lokale oder nationale Bank vor die Herausforderung, ihre Margen für Zahlungsdienste zu halten. Regulierungen wie Basel II, die Banken zu höheren Kapitalreserven verpflichten, erhöhen diesen Druck.

Die Europäische Kommission strebt die Vereinheitlichung inländischer und grenzüberschreitender Transaktionskosten an. Durch diese Regelungen und Deckelungen der Gebühren büßt das Ökosystem des europäischen Zahlungsverkehrs jährlich rund € 1 Mrd. ein. Selbstverständlich beeinflusst dies die beteiligten Player entlang der gesamten Wertschöpfungskette zumindest kurzfristig. Und es ist wenig überraschend, dass gerade kleinere, lokale Banken am stärksten betroffen sind.

Sechs Fragestellungen für Outsourcing-Vorhaben

Für manche lokale Banken traditionellen Zuschnitts ist der technologische Wandel in Europa so rasch vorangeschritten, dass interne Transaktionsabwicklung mit manuellen Prozessen gerade jene Betriebsaufwände sind, die eigentlich im Fokus von Effizienzsteigerung und Kostenreduktion stehen.

Für Banken, die sich in der Position sehen, ihren Zahlungsverkehrsansatz grundsätzlich zu hinterfragen, kann Outsourcing ein äusserst effektiver Ansatz sein, der nicht nur die ‚bottom line‘ positiv beeinflusst, sondern obendrein den Zugang zu modernster Technologie mit sich bringt.

Wenn sich eine Bank mit der Entscheidung auseinandersetzt, ihre Zahlungssysteme ganz oder teilweise auszulagern, wirft die Wahl eines Technologiepartners eine Reihe von Aspekten auf.

1 .Wie sieht die Mobile Payment Strategie der Bank aus – und wie die des Technologiepartners?

Die unaufhaltsame Verlagerung der heutigen Wirtschaft auf mobile Plattformen bedeutet, dass Mobile auf lange Sicht einen immer wichtiger werdenden Teil des Zahlungsumfelds bilden wird. Banken müssen vorbereitet sein und entsprechend investieren.

Hat der Technologiepartner eine gut etablierte Nearfield-Communication-Lösung (NFC), mit der Kartenprodukte an den vielfältigen Verkaufsstellen der Einzelhändler verwendet werden kann? Können Zahlungssysteme wie nationalen Wallets oder mobile Zahlungslösungen wie Apple Pay, Samsung Samsung Pay. etc. nahtlos integriert werden?

2. Inwieweit kann der Technologiepartner das Geschäftswachstum unterstützen?

Moderne Zahlungssystemlösungen erweitern das Instrumentarium der Diversifikation am Markt. Sie können Banken auf Daten basierende Services zur Verfügung stellen, die u.a. Ausgabeverhalten und Währungsströme analysieren mit entsprechender Datenqualität einen unternehmerischen Mehrwert liefern. Zum Beispiel zur Evaluierung und Optimierung vor und bei Produkteinführungen. Sie tragen damit zu höherer Kundenbindung bei und positionieren die Banken in einem starkem, tragfähigen Netzwerk. Ein guter Technologiepartner kann das kommerzielle Potenzial eines jeden Zahlungssystems maximieren.

3. Welche Garantien hinsichtlich Compliance und Sicherheit bietet der Partner?

Zahlungssysteme können anfällig für missbräuchliche Handlungen sein, wie zum Beispiel Geldwäsche. Dem Technologiepartner kommt hierbei eine verantwortungsvolle Rolle zu. Denn dem Sicherheitsaspekt muss höchste Aufmerksamkeit geschenkt werden. Gibt es strenge Massnahmen, um die Sicherheitsrisiken zu stoppen? Wird das erforderliche Know-your-Customer (KYC) Verfahren bis ins letzte Detail befolgt und systemseitig unterstützt? Erfüllt der Partner allen PCI-DSS-Vorschriften? Ist er vorbereitet auf Konsequenzen der PSD2? Wie bei vielen Formen des Outsourcings kann der Auftraggeber für Verstösse gegen die von ihrem Outsourcing-Partner begangenen Vorschriften haftbar gemacht werden.

Im Idealfall sollte der Technologiepartner in seinem Anspruch an Sicherheit und Compliance sogar das Maß seines Auftraggebers übertreffen und somit höchste Sicherheit für die Bank und ihre Kunden bieten. Die erweiterten Sicherheitskriterien können wiederum Impulse geben und die bankeigenen Standards weiter verbessern.

4. Welche Kostenvorteile bietet der Partner?

Die Kosteneffizienz beginnt mit den grundlegenden und selbsterklärenden Skaleneffekten, die ein Technologiedienstleister mit seinem kombinierten Portfolio erreicht: Mit fortschrittlicher Infrastruktur, die niedrige Kosten pro Transaktion ermöglicht. Sie reicht bis zu komplexen Kosteneinsparungen durch branchenübergreifende Expertise und etablierte Beziehungen mit Aufsichtsbehörden und anderen Finanzdienstleistungsunternehmen. Ein guter Zahlungsverkehrspartner sollte auch Zugang zu neuesten kostensparenden Technologien haben und diese in optimierter Weise liefern.

5. Welche spezifischen Zahlungstechnologien könnten von Nutzen sein?

Payment steht voll im Einfluss der digitalen Revolution. Es ist ein extrem schnelllebiger und innovativer Bereich, in dem neue Geräte, Plattformen und Applikationen praktisch monatlich auf den Markt kommen. Banken zögern in der Regel, stark in junge und kaum bewährte Technologien zu investieren, zumal die Konsumentenakzeptanz ebenfalls eine nie gekannte Dynamik zeigt. Das Outsourcing von Zahlungsdiensten an einen Technologiepartner ermöglicht es, von solchen Fortschritten zu profitieren – die in der natürliche Domäne des Partners liegen – ohne überproportional Ressourcen zu verbrauchen.

6. Setzt sich die Biometrie im Zahlungsverkehr durch?

Unter den spannendsten neuen Technologien, bei denen ein Zahlungsdienstleister die Banken unterstützen kann, ist die biometrische Identifizierung. Jüngste Entwicklungen umfassen die Ganganalyse, die Ohr- und Wangenerkennung und die Multifinger-Mustererkennung. Eine der neuesten und vielleicht vielversprechendsten Ideen, die von Insidern gerade getestet werden, ist die Kopplung biometrischer Informationen auf dem Smartphone eines Verbrauchers mit seiner Standortbestimmung. Diese Daten werden an lokale Geldautomaten (ATMs) gesendet, so dass die Verbraucher Bargeld beziehen können, ohne ihre persönliche Identifikationsnummer (PIN) eingeben zu müssen. Solche Angebote mögen für die nächste Generation an Konsumenten bei der Wahl ihrer Bank durchaus erfolgsentscheidend sein.

Fazit: Effizientes Outsourcing begleitet den Weg in die Zukunft

Die Implementierung bahnbrechender neuer Technologien und Regulierungen auf breiter Basis wird zu einer tiefgehenden Infrastrukturumwälzung in der Bankenszene führen. Durch effizientes Outsourcing und pragmatische Zusammenarbeit mit zentralen Zahlungsverkehrspartnern lässt sich der Weg verlässlich bewerkstelligen.

Durch das sich stetig weiterentwickelnde globale Finanzsystem dürften sich die Herausforderungen für die Bankenlandschaft in den nächsten Jahren vervielfachen. Die Verbreitung von Blockchain-Technologien, der Anstieg von Peer-to-Peer (P2P) Krediten durch Online- und Mobile-Kanäle, Fortschritte in der Cloud-Technologie, die Entstehung des Internet der Dinge (IoT) und Wearables sind alles Technologie-Themen. Für jede Bank ist es ein wertvolles Plus, einen Technologiepartner zur Seite zu haben, der diese Themen versteht und für das Institut einzuordnen weiß.

Die Wahl des richtigen Zahlungsverkehrsdienstleisters hat eine signifikante Wichtigkeit und reicht weit über die Kosteneffizienz hinaus: Im Sinne einer langjähriger Partnerschaft mag sie sogar entscheidend für die Umsetzbarkeit künftiger Unternehmensstrategien sein.

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Über den Autor

Andrej Eichler

Andrej Eichler ist seit Juni 2015 Head Financial Industry Services bei SIX Payment Services. Er bringt 20 Jahre Erfahrung in der Zahlungsverkehrstechnologie und dem Processing für Banken mit. Zuletzt war er CEO von EGCP, dem konzernweiten Kartenprozessor der Erste Bank Gruppe. Andrej Eichler war tätig als Vice President für die Produktentwicklung bei FirstData, Leiter Anwendungsentwicklung Kartensysteme bei der FIDUCIA IT AG und besetzte mehrere Management-Positionen bei GZS. Er studierte Mathematik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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