Wandel in unsicheren Zeiten begleiten

Chancen und Herausforderungen für das Firmenkundengeschäft im Jahr 2023

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Unsicherheit und Volatilität bleiben 2023 prägend für das Firmenkundengeschäft. Gleichzeitig gilt es, Unternehmen weiter bei der Transformation zu begleiten. Für Banken heißt das mehr denn je: eine hohe Beratungsqualität ist entscheidend.

Ausblick Firmenkundengeschäft der Banken im Jahr 2023

Firmenkundengeschäft im Jahr 2023.

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Im kommenden Jahr rechnet der Sachverständigenrat der Bundesregierung mit einer moderaten Rezession und mahnt, die Abhängigkeiten der deutschen Wirtschaft zu reduzieren und ihre Resilienz zu stärken. So sollen Unternehmen „europäische Produktionskapazitäten und Infrastrukturen ausbauen und andererseits die Lieferketten und die Bezugsquellen kritischer Rohstoffe und Energieträger diversifizieren.“

Dies zeigt, dass Unternehmen auch im Jahr 2023 in einem schwierigen und schwer vorhersehbaren Umfeld navigieren müssen und sich weiterhin den Herausforderungen von 2022 stellen müssen. So bleiben Lieferketten weiter unterbrochen, Energie- und Rohstoffpreise schwanken stark und die gestiegene Inflation sowie die Zinswende wirken sich auf die Finanzen der Unternehmen aus. Deswegen müssen Banken mehr denn je ihren Kunden beiseitestehen und sie unterstützen.

Kundendialog und Branchen-Know-how sind entscheidend

Die deutschen Unternehmen haben im internationalen Vergleich eine sehr gute Kapitalbasis und viele Firmen haben bei der Corona-Pandemie unter Beweis gestellt, dass sie erfolgreich auf Krisen reagieren können. Dennoch kommt den Banken eine entscheidende Rolle zu, damit Unternehmen erfolgreich durch die herausfordernde Zeit kommen. Sie stellen Finanzmittel zur Verfügung, ermöglichen einen schnellen und reibungslosen Zugang zu staatlichen Förderprogrammen und finden die passenden Finanzinstrumente für ihre Kunden.

Damit dies gelingen kann, ist für die Banken ein enger Dialog mit ihren Kunden ebenso entscheidend wie ein vertieftes Branchen-Know-how. Denn zunächst gilt es, die Lage, in der sich ein Unternehmen befindet, genau zu analysieren. Langjährige Kundenbeziehungen und eine regionale Präsenz sind dabei das A und O.

Darüber hinaus kommt es für die Firmenkundenbanken weiter darauf an, mit einer sektorspezifischen Branchenkompetenz Herausforderungen und Chancen im Blick zu haben, die über das einzelne Unternehmen hinausgehen. Auf dieser Basis gilt es mit den Kunden gemeinsam die richtigen Finanzlösungen zu erarbeiten.

Zielgerichtete Lösungen entwickeln

Banken müssen Antworten auf die Fragen geben, welches Instrument für das jeweilige Unternehmen das richtige ist und zu welchem Zeitpunkt. Im Fokus bleiben dabei insbesondere Absicherungsinstrumente, die Firmen in einem volatilen Zins, Währungs- und Preisumfeld die nötige Planungssicherheit geben. Zudem werden Finanzierungen und Kapitalmarktmaßnahmen 2023 weiter gefragt sein.

Mit einem guten Netzwerk zu institutionellen und privaten Investoren können Banken erfolgreiche Transaktionen trotz eines schwierigen Marktumfelds unterstützen. Zugleich gilt es für die Banken mit einem starken Investmentbanking eine breite Palette an Lösungen anzubieten, damit diese zum Bedarf des Unternehmens passen. Schuldscheindarlehen, Bonds oder Working Capital Lösungen können sinnvolle Finanzierungsalternativen zu klassischen Bankkrediten sein. Asset Backed Securities können eine weitere Ergänzung im Finanzierungsmix sein. Und diverse Absicherungsinstrumente helfen den derzeit besonders belasteten Branchen mehr Planungssicherheit zu geben.

Kurz: Eine hohen Beratungsqualität muss mit einer hohen Produktqualität verknüpft sein – und bei alledem stets der Kunde im Zentrum stehen.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung weiter ganz oben auf der Agenda

Kommt man zurück auf die Punkte Unabhängigkeit und Resilienz aus dem Gutachten der „Wirtschaftsweisen“ wird schnell klar, dass die geopolitische Krise den digitalen und nachhaltigen Wandel nicht bremst, sondern beschleunigt. Finanzielle und umweltpolitische Interessen gehen Hand in Hand. Nearsourcing und alternative Energiequellen helfen gleichermaßen, die Abhängigkeiten zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen.

Bei diesem elementaren Wandel kommt der Finanzbranche eine Schlüsselrolle zu, indem sie die notwendigen Finanzmittel bereitstellt und Kunden berät. Denn anders als große Konzerne verfügt nicht jeder Mittelständler über ESG-Fachabteilungen in seiner eigenen Organisation. Als Unternehmensbank gilt es diese Lücke zu füllen und mit den Kunden Nachhaltigkeitsziele und -maßnahmen zu definieren und ihre Erreichung zu überprüfen.

Sustainable Finance Instrumente verknüpfen diese Zielerreichung direkt mit den eingesetzten Finanzierungsinstrumenten und schaffen so zusätzliche Anreize das Unternehmen nachhaltiger auszurichten. Und selbst in die bereits erwähnten Absicherungsinstrumente wie Währungs- oder Rohstoffhedging können Nachhaltigkeitskomponenten integriert werden.

Auch hier gilt: mit einer vertieften Branchenkenntnis und exzellent geschulten Experten im Team können die Banken Unternehmen entscheidend bei der Transformation unterstützen und so ihren Beitrag leisten, die dringend notwendigen Ziele im Klimaschutz und in der stärkeren Unabhängigkeit zu erreichen.

Und auch das Thema Digitalisierung bleibt für die Banken eine Top-Priorität. Zum einen bei der Finanzierung der Digitalisierung ihrer Kunden. Zum anderen um Unternehmen einen einfachen und schnellen Zugang anzubieten. Hier gilt: „die Mischung macht’s“. Einfache, standardisierte Lösungen werden Kunden vermehrt in Form einer digitalen Lösung angeboten. Sie ergänzt die individuelle Beratung der Unternehmenskunden.


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Über den Autor

Jan Kupfer

Jan Kupfer ist Mitglied des Vorstands der HypoVereinsbank und für den Bereich Corporates und damit das Firmenkundengeschäft verantwortlich. Davor leitete er als Vorstandsmitglied die Investment Bank in Deutschland. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im Firmenkundengeschäft und Investment Banking.

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