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Test der Beratungsqualität in den Filialen von Banken und Sparkassen

FinTech Startups liegen im Trend

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Innovationen in der Finanzdienstleistung

Startups die Technologie und Finanzdienstleistung vereinen, greifen etablierte Banken und Sparkassen an

Innovative FinTech Startups greifen die etablierten Banken und Sparkassen an
© Shutterstock

Banken werden immer häufiger von neuen innovativen Marktteilnehmern herausgefordert. Auch hierzulande gibt es eine Vielzahl von derartigen FinTech Startups. Wer wird den Wettbewerb um den Kunden gewinnen?

Finanzinnovationen, auch bei uns

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, an einer Tagung teilzunehmen, bei der sich 20 Startups mit Innovationen aus dem Bereich Finanzdienstleistungen einem professionellen Publikum aus Banken und Venture Capital Unternehmen vorstellten. Besonders bemerkenswert war, dass die Veranstaltung nicht in London, Singapur, San Franzisco oder New York stattfand, sondern in Frankfurt. Veranstalter war das FinTech Forum DACH, gegründet von Frank Schwab und Samarth Shekhar.

Ebenfalls bemerkenswerte war die Tatsache, dass auch die innovativen Startups mehrheitlich aus der DACH Region stammten. Einige besonders interessante davon wurden Ihnen hier bereits in der Reihe „Innovative Startups stellen sich vor“ präsentiert, u.a. cashcloud und eLeader. Weitere werden folgen, weshalb ich mir an dieser Stelle ein Eingehen auf die einzelnen Präsentationen spare.

Banken vs. Startup

Bereits vor einiger Zeit bin ich ja der Frage nachgegangen, ob Banken ausreichend in neue Ideen und Konzepte investieren und dabei vor allem auch in solche, die beim Kunden positiv spürbar werden. Das Grundproblem, das auch von verantwortlichen Insidern bestätigt wird, ist, dass die Banken letztlich nur einen Bruchteil ihres IT Budgets für Innovationen in den Markt aufwenden, zum einen, weil die regulatorischen Themen so vielfältig und prioritär, zum anderen, weil die bestehenden IT Systeme nicht flexibel genug sind.

Insofern war der Höhepunkt der Veranstaltung besonders spannend: In einer Podiumsdiskussion mit den Vertretern der Venture Captial Unternehmen wurde die Frage diskutiert: „Ein Szenario für 2020: FinTech Startups oder Banken – Wer macht das Rennen um die Innovation am Kunden?“.

Hier eine Zusammenfassung der wesentlichen Diskussionsinhalte:

  • Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran, die Banken haben jedoch Mühe, Schritt zu halten, vor allem durch ihre inflexiblen bestehenden IT- und Organisationsstrukturen.
  • Kunden erwarten jedoch auch von Finanzdienstleistern digitalen Service und früher oder später müssen diese Antworten liefern.
  • Da die etablierten Banken – nicht nur in diesem Bereich – eher abwartend sind, versuchen immer mehr Fintech Startups neue Angebote zu kreieren, bei denen digitale Technologien und Finanzdienstleistungen so miteinander verbunden werden, dass für den Kunden ein zusätzlicher Nutzen entsteht.
  • Jedes FinTech Startup, das Erfolg haben will, sollte allerdings nicht nur etwas von IT und Internet, sondern auch eine Menge vom Bankgeschäft verstehen.
  • Viele FinTech Startup haben eine gute Idee und auch ein gutes Produkt, stellen dann aber fest, dass ihnen die Banklizenz zur Vermarktung ihrer Leistungen fehlt.
  • Während in den USA der Markt für FinTech Startups blüht (Vielzahl von Unternehmen und spezialisierten Investoren) und auch Banken am Markt agieren, ist dies hierzulande noch eine zarte Pflanze, die weitgehend im Verborgenen heranwächst. Bislang hat keine deutsche Bank ein FinTech Startup übernommen.
  • Dennoch geht auch hierzulande ein Teil des Geschäftes bereits heute den Banken verloren.
  • Banken müssten, um erfolgreich zu bleiben, sich mehr als „Informationsdienstleister mit Banklizenz“ denn als „Bank mit IT Abteilung“ verstehen. Der „Head of Digital Sales“ bei Google ist der CEO, bei Banken ein Bereichs- oder Abteilungsleiter. Die Regionalbanken verfügen zwar (noch) über den größten Marktanteil, haben jedoch bis auf wenige Ausnahmen keinerlei digitale Kompetenz im eigenen Haus, da sie diese an die zentralen Dienstleister abgegeben haben. Diese jedoch sind schwerfällig und auf Bestand und Kostensenkung fokussiert.
  • Überhaupt sind die Strukturen und Kulturen in deutschen Finanzinstituten weder innovations- noch unternehmerisch orientiert.
  • In dem Maße, in dem die Bedeutung von Bargeld zurückgeht, wird auch die Bedeutung der SB Zonen und damit der letzten Verteidigungsbastion der Filialen schwinden.
  • Das Inventar der Banken ist heute noch weitgehend „Geld“, morgen „Geld und Daten“.
  • Da niemand freiwillig den Ast absägt, auf dem er sitzt, werden sich die Banken nur langsam und unter Druck den neuen Anforderungen anpassen. Digitalisierung wird so zu einem sich langsam aufbauenden Tsunami, der die Banken dann überraschen wird, wenn die Führung nicht anfängt zu (re)agieren.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen oder was meinen Sie?

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

2 Kommentare

  1. Dr. Gernot Dern am

    Der Artikel geht vergleichend auf die Situation in Deutschland und den USA ein.
    Wie sieht sieht die Situation im europäischen Ausland aus? Wie agieren Großbanken wie die spanische Grupo Santander oder die nordischen Großbanken?

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