Bankencheck: So gesund sind Deutschlands Banken

Finanzbranche zeigt wenig Begeisterung für Blockchain

Einsatz der Technologie kommt nicht voran

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Blockchain gilt allgemein als wichtiger innovativer Zukunftstrend. Doch so richtig in Gang kommt die neue Technologie nicht. Und auch die Finanzbranche agiert zurückhaltend, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Studien und Research zu Trends und Entwicklungen zum Einsatz von Technologie in der Finanzdienstleistung

Technologie ist nicht erst seit der Digitalisierung ein wichtiger Faktor für Finanzdienstleister. Im Bank Blog finden Sie Studien zu den wichtigsten Trends und Entwicklungen.

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Blockchain-Technologie gilt als Basistechnologie, die vielfältige Chancen für neue Produkte in den unterschiedlichsten Branchen eröffnet und zahlreiche Einsatzmöglichkeiten bietet. In der Logistik, Energiewirtschaft und nicht zuletzt in der Finanzbranche könnten damit völlig neue Geschäftsmodelle entstehen. So zumindest die Theorie. In der Praxis sieht dies anders aus, wie eine aktuelle Umfrage des Digitalverbandes Bitkom zeigt.

Die Analyse gibt Antworten auf eine Vielzahl von Fragen:

  • Wie verbreitet ist die Blockchain-Technologie in deutschen Unternehmen?
  • Welche Chancen werden gesehen?
  • In welchen Unternehmensbereichen könnte die Blockchain zum Einsatz kommen?
  • Welche Hürden stehen einer Nutzung der Blockchain entgegen?
  • Wo stehen die Unternehmen Deutschland beim Blockchain-Einsatz im internationalen Vergleich?

Diese und weitere Fragen werden in der Studie beantwortet. Dem Bank Blog wurden zusätzliche Daten zur Verfügung gestellt, die insbesondere die Perspektiven in der Finanzbranche aufzeigen.

Zukunftstechnologie Blockchain?

Blockchain ist eine wichtige Zukunftstechnologie die jedoch nur wenige Finanzinstitute wirklich interessiert. So könnte man das Ergebnis der Analyse zusammenfassen. Eine entsprechende Befragung über Blockchain aus dem Jahr 2018 hatte ein ähnlich ernüchterndes Fazit.

Zwar stimmen 64 Prozent der befragten Finanzinstitute der Aussage zu, dass die Blockchain-Technologie eine der wichtigsten Zukunftstechnologien ist. In der Gesamtwirtschaft sehen dies 59 Prozent so. Auf der anderen Seite glauben 24 Prozent der Finanzinstitute (Gesamt 25 Prozent), dass die Blockchain-Technologie stark überschätzt wird und für die Praxis untauglich ist.

Und nur 25 Prozent der Finanzinstitute (Gesamt 26 Prozent) stehen ihr interessiert und aufgeschlossen gegenüber. 34 Prozent (Gesamt 32 Prozent) stehen ihr kritisch und ablehnend gegenüber. Vor drei Jahren waren nur 4 Prozent kritisch oder ablehnend, während die Anzahl der Aufgeschlossenen unverändert ist. Mit anderen Worten: die Skepsis hat sich deutlich verbreitet.

Mit Blockchain beschäftigt haben sich in der Finanzbranche 49 Prozent, davon aber nur 20 Prozent sehr intensiv, 29 Prozent eher weniger intensiv. In der Gesamtwirtschaft haben 43 Prozent mit der Technologie befasst, davon aber nur 13 Prozent intensiv.

Haltung der Finanzbranche zur Blockchain Technologie

Die Haltung der Finanzbranche zur Blockchain Technologie.

Mehrheit lässt Blockchain links liegen

Bei der konkreten Umsetzung von Blockchain-Projekten zeigt sich die Zurückhaltung. Fast 90 Prozent der Unternehmen haben sich noch nicht mit einem Einsatz beschäftigt. Bei den Banken sind es rund 80 Prozent. Nur 2 Prozent haben Blockchains im Einsatz oder befinden sich in der Testphase, bei den Banken sind es mit 5 Prozent nicht wesentlich mehr. Der Rest analysiert oder diskutiert über das Thema. Im Vergleich mit 2018 hat sich im Trend nichts geändert.

Mehrheit der Unternehmen und Banken ohne Interesse an Blockchain

Für die große Mehrheit der Unternehmen und Finanzinstitute ist Blockchain kein Thema.

Gründe für die Zurückhaltung bei der Blockchain

Die Gründe für die Zurückhaltung der Finanzbranche bei der Blockchain-Technologie sind vielfältig. Finanzinstitute beklagen vor allem fehlendes Know-how (91 Prozent) und fehlendes Personal (85 Prozent). 77 Prozent sehen zudem rechtliche Unsicherheiten. 76 Prozent beklagen eine fehlende Standardisierung.

Der Aspekt, dass keine Use Cases für die Blockchain vorliegen steht mit 75 Prozent an fünfter Stelle. Vor drei Jahren war dieser Aspekt mit 78 Prozent noch auf Platz 2. Somit hat sich die Möglichkeit der geschäftlichen Nutzung nicht verbessert, andere Aspekte für die Ablehnung scheinen inzwischen aber wichtiger zu sein,

Hindernisse für den Einsatz von Blockchain in der Finanzbranche

Vielfältige Gründe für die Zurückhaltung der Finanzbranche bei Blockchain.

Blockchain-Strategie Fehlanzeige

Gerade einmal 8 Prozent der Finanzinstitute haben eine zentrale Blockchain-Strategie. In der Gesamtwirtschaft ist der Wert mit 3 Prozent noch ernüchternder. Für 67 Prozent ist dies derzeit überhaupt kein Thema (Gesamtwirtschaft: 72 Prozent). 2 Prozent der Finanzinstitute planen immerhin deren Entwicklung, 18 Prozent diskutieren noch über diesen Schritt.

Die Mehrheit der Finanzinstitute hat keine Blockchain-Strategie

Ein strategischer Ansatz für den Einsatz der Blockchain scheint nicht vorhanden zu sein.

Abwartende Haltung der Finanzbranche bei Blockchain

Die große Mehrheit der Finanzinstitute scheint beim Thema Blockchain immer noch abzuwarten. Eine Haltung, wie sie sich nur allzu oft in der Branche findet. Zumindest geht man ehrlich mit sich selbst um: 82 Prozent (Gesamtwirtschaft 86 Prozent) sehen sich selbst denn auch als Nachzügler, nur 13 Prozent (Gesamtwirtschaft 6 Prozent) als Vorreiter. Allerdings sieht man sich damit im Branchenvergleich als Spitzenreiter in Deutschland.

Im weltweiten Vergleich sieht sich niemand in der deutschen Finanzbranche als führend oder zur Spitzengruppe zugehörend. Immerhin 38 Prozent glauben, man liege im Mittelfeld, 49 Prozent sehen sich unter den Nachzüglern und 10 Prozent bereits abgeschlagen.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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