dwpbank baut Plattform für digitale Vermögenswerte

Nahtlose Integration: Krypto-Produkte im Endkundengeschäft

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Mit einer neuen Plattform für digitale Vermögenswerte können Banken und Sparkassen regulatorisch konforme Investmentangebote wie Bitcoin in ihr bestehendes Angebot integrieren. Perspektivisch gilt das für jede Art tokenisierter Finanzprodukte.

Plattform für Krypto-Produkte im Endkundengeschäft der Banken

Die dwpbank hat eine Plattform für Krypto-Produkte im Endkundengeschäft der Banken aufgebaut.

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Trotz hoher Volatilität wächst auch hierzulande die Nachfrage nach unkomplizierten Investitionsmöglichkeiten in digitale Währungen wie Bitcoin. Verbraucher, die ins Krypto-Geschäft einsteigen wollen, sind dafür meist auf bankfremde Pre-Funding-Dienstleister angewiesen: Alles jedoch, was über externe Wallet-Anbieter läuft, geht an der Hausbank vorbei.

Die Bitcoin-Nachfrage zeigt pars pro toto, inwiefern die Digitalisierung den Wettbewerb auch im Wertpapierhandel grundlegend verändert: Banken und Sparkassen müssen sich auf gewandelte Kundenerwartungen und neue regulatorische Herausforderungen einstellen. Genau das war die Motivation der dwpbank für den Aufbau der neuen Plattform wpNex.

Zusätzliche Wertschöpfungsoptionen in einem Wachstumssegment

Als Marktführer für Wertpapierservices begleitet die dwpbank zurzeit rund 1.100 Kreditinstitute bei der digitalen Transformation ihres Wertpapiergeschäfts. Schon vor Jahren haben wir als Plattformbetreiber das immense Potenzial der Distributed Ledger Technologie (DLT) erkannt: Gemeinsam mit Partnern startete die dwpbank 2016 mit finledger beispielsweise die Entwicklung einer Blockchain-Plattform zur vollständig digitalen Abwicklung von Schuldverschreibungen.

Die Erfahrungen aus solchen Projekten kamen dem Aufbau von wpNex direkt zugute: Innerhalb von 14 Monaten ist es uns gelungen, eine Bitcoin-Transaktion für den Finanzdienstleister MLP auf der neuen Plattform umzusetzen. Noch im laufenden Jahr will unser Kunde als Pilotanwender den Bitcoin-Handel via wpNex in sein Portfolio integrieren. Diese Option steht auch allen anderen Kunden offen.

Das Bitcoin-Projekt veranschaulicht zwei wesentliche Vorteile, die das Grundkonzept für Retail-Institute bereithält: Dank einfacher Integration über bestehende Schnittstellen erfordert das neue Angebot weder aufwändige Prozessanpassungen noch kostspielige Infrastrukturinvestitionen. Darüber hinaus können Endkunden in ihrer gewohnten Banking-Umgebung ohne Pre-Funding-Umweg und ohne erneute Kundenidentifizierung direkt mit Krypto-Werten handeln. Banken und Sparkassen bewahren somit wichtige Kontaktpunkte zu ihrer Kundschaft. Zugleich profilieren sie sich als innovativer Partner für digitale Wertpapiergeschäfte. Und sie sichern sich nicht zuletzt ihren Anteil an der Wertschöpfung in einem wachsenden Marktsegment.

Optimierte Abwicklungsprozesse auch für klassische Wertpapiere

Als Kryptowährung mit dem höchsten Bekanntheitsgrad und der größten Marktkapitalisierung bot Bitcoin ideale Voraussetzungen als Pilotanwendung. Aber es wird definitiv nicht der einzige digitale Vermögenswert bleiben, dessen Handel in Zukunft Ende zu Ende über die neue Plattform abgewickelt werden kann. Tatsächlich ist das Backbone so gestaltet, dass jedes digitale Asset verarbeitet werden kann – egal ob Kryptowährung oder NFT (Non Fungible Token).

Das ist auch deshalb von Bedeutung, weil die Digitalisierung des Wertpapiergeschäfts weit mehr umfasst als Bitcoin- oder Ethereum-Blockchain-Netze: Noch steht die Token-Ökonomie ganz am Anfang ihrer Entwicklung. Doch prinzipiell lässt sich jedes materielle oder immaterielle Aktivum per DLT in ein Token gießen – neben Finanzinstrumenten zum Beispiel auch Eigentumszertifikate oder Lizenzrechte. Selbst physische und digitale Kunstwerke werden inzwischen als NFT gehandelt. Außerdem wird die Tokenisierung früher oder später auch auf die Abwicklungsprozesse klassischer Wertpapiere übergreifen – und damit neuartige Digitalisierungsmöglichkeiten schaffen.

Universelle Basis für token-basierte Geschäftsmodelle

Vor diesem Hintergrund wird der hohe strategische Stellenwert von wpNex deutlich: Die Architektur der Plattform zielt darauf ab, eine universelle Basis für sämtliche Anwendungsfälle bereitzustellen. Und zwar so, dass DLT-basierte Angebote auf direktem Wege über bestehende Banking-Umgebungen zu den Endkunden gelangen.

Für das weitere Vorgehen haben wir eine klare Roadmap definiert: Startpunkt war das Bitcoin-Gemeinschaftsprojekt mit MLP – wobei die Krypto-Währung nicht als Zahlungsmittel, sondern als Wertspeicher fungiert. Schon diese erste Praxisanwendung illustriert den USP der neuen Plattform – nämlich die „geräuschlose“ Integration von Krypto-Angeboten in die etablierte Prozess- und Systemlandschaft beim jeweiligen Kundeninstitut. Damit ermöglicht die neue Plattform einen schnellen und kostensparenden Einstieg in die neue Welt der Token-Ökonomie.

Momentan liegt der Entwicklungsfokus auf Stabilität, Skalierbarkeit und perspektivisch auf zusätzlichen Features wie Sparplanfähigkeit oder Limit-Orders. Die Investitionen für die Plattform fließen dabei nicht allein in neue Technologien, sondern ebenso in Personal und Knowhow. Parallel dazu bauen wir unser Netzwerk in diesem Wachstumsfeld systematisch aus und unterstützen in diesem Kontext unter anderem die Talents-Programme beim Blockchain Center der Frankfurt School of Finance & Management. Wie schon bei ihrem klassischen Wertpapierservice kooperiert die dwpbank zur Beschleunigung der Marktreife von neuen Krypto-Lösungen ausschließlich mit Partnern, die dem deutschen Rechtsrahmen und der Bankenaufsicht unterliegen: Angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Neobroker, Coinbase & Co. dürfte sich regulatorische Compliance für Banken und Sparkassen als konkreter Wettbewerbsvorteil erweisen.

Über den Autor

Kristina Lindenbaum geb. Bouten

Kristina Bouten ist Chief Digital Officer der Deutsche WertpapierService Bank AG (dwpbank). Sie war zuvor in unterschiedlichen Funktionen für die LBBW tätig, u.a. als Executive Director Business Development & Digitalization Corporates und leitete strategische Veränderungsprojekte.

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