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Mit Kreativität und Flexibilität die Herausforderungen der Digitalisierung meistern

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Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeit und Führung in einer Direktbank

Die digitale Transformation stellt auch Direktbanken vor neue Herausforderungen. Mitarbeiter und Führungskräfte müssen sich darauf einstellen, um ihre Position im Wettbewerb erfolgreich zu verteidigen.

Zunehmende Digitalisierung der Arbeit

Die Digitalisierung der Arbeit macht auch vor Banken und Sparkassen nicht halt
© Shutterstock

Die Digitalisierung bietet eine Antwort auf viele Herausforderungen, denen sich die Banken aktuell gegenübersehen. Nach ihrer jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte ist die ING-DiBa dabei zwar in einer besseren Position als die meisten Wettbewerber. Doch auch wir müssen bei der Transformation zur Digitalbank an die Grundfesten unserer Organisation gehen – ob Führungskraft oder Mitarbeiter. Doch wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.

Aussitzen der Digitalisierung funktioniert nicht

Als Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret vor gut einem Jahr die Eröffnungsrede zum 19. Bankensymposium seines Hauses über die Digitalisierungswelle in der Branche hielt, richtete er eine klare Botschaft an sein Publikum: „Aussitzen ausgeschlossen“. Dabei sind es vor allem drei Gründe, die diese Entwicklung unumkehrbar machen.

So leidet die Profitabilität der Banken gleichermaßen unter dem Niedrigzinsumfeld und den immer strengeren regulatorischen Anforderungen. Bundesbank und BaFin gehen davon aus, dass die Gewinne der Banken vor diesem Hintergrund bis 2019 schlimmstenfalls um 60 Prozent sinken werden. Abhilfe schaffen durchdachte IT-Systeme, die durch Automatisierung für größere Effizienz und neue Geschäftsmodelle sowie durch Verknüpfung und Analyse von Daten für höhere Transparenz sorgen.

Darüber hinaus erobern FinTechs mit ihren IT-basierten Geschäftsmodellen immer neue Teile der Wertschöpfungskette der Banken. Dieser Herausforderung müssen wir auf digitaler Augenhöhe begegnen, sonst nehmen FinTechs immer größere Stücke vom Kuchen. Doch wir sind dafür gut gerüstet, denn aufgrund unseres Geschäftsmodells ist Digitalisierung schon immer Bestandteil unserer DNA. „DiBa“ steht damit nicht nur für DirektBank, sondern immer mehr für DigitalBank.

Der Kunde ist mehr denn je König und beeinflusst mit dem Wunsch immer und überall seine Bankgeschäfte abwickeln zu wollen, die Entwicklung des modernen Bankings. Ein erstklassiger Kundenservice und vor allem die maßgeschneiderte Erfüllung der individuellen Kundenbedürfnisse sind für uns als Digitalbank entscheidend. Angesichts dieser Herausforderungen wird deutlich, worin sich die Digitalisierungsanstrengungen einer Bank keinesfalls erschöpfen dürfen, nämlich dem Programmieren möglichst bunter Apps. Vielmehr geht es darum Geschäftsprozesse End-to-End zu digitalisieren, so weit wie möglich zu automatisieren und die gesamte Organisation des Hauses auf diese Ziele auszurichten.

Digitalisierung bietet neue Chancen

Als eine der ersten Direktbanken haben wir uns einfachen Produkten verschrieben und verfügen über flache Hierarchien. Das bedeutet, dass wir die Digitalisierung nicht aus einem von Altlasten getriebenen Leidensdruck heraus angehen müssen. Vielmehr begreifen wir sie als Chance, in zweifelsfrei rauerer See weiter gegen den Branchentrend zu wachsen, ohne dabei unsere überdurchschnittliche Profitabilität zu verwässern. Und das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Unternehmenskultur sowie die Arbeitswelt in einer Bank: So werden Fähigkeiten wie das Gestalten von Nutzererfahrungen immer wichtiger und agile Arbeitsmethoden mit kurzen Projektzeiten und flexibel zusammengestellten Expertenteams rücken in den Fokus. Das bedeutet für die Mitarbeiter mehr Kreativität und Flexibilität in der täglichen Arbeit.

Think Forward Strategie als Antwort auf die Digitalisierung

Um eine möglichst breite Akzeptanz für das Vorhaben zu schaffen, haben wir bereits seit 2015 verschiedene Maßnahmen getroffen, um unsere Mitarbeiter über unsere Strategie „Think Forward“ zu informieren.

Doch wie schafft man es, dass eine solche Strategie nicht nur akzeptiert und verstanden, sondern mit Spaß und Begeisterung gelebt wird? An dieser Stelle entschieden wir uns für die Methode der „Gamification“. Alle 3.700 Beschäftigten wurden auf die „Orange Mission – Eine Reise von hier in die Zukunft“ geschickt. Gespielt wurde in allen Organisationsteams – vom Vorstand bis zum Vertriebsmitarbeiter. Schritt für Schritt haben sich die Mitarbeiter dabei durch Kunden- sowie Wettbewerbswelten bewegt und Veränderungen der Organisation sowie ihrer persönlichen Arbeitsweise erlebt. Von dem Spiel gehen positive Impulse aus, wie dem Erlebnis, das alle miteinander teilen, oder der Verzahnung von Business-Themen, Werten, Verhaltensweisen, Zukunftsszenarien, Marktinformationen und Ideen für eine neue Arbeitswelt, doch es ist nur ein Baustein der „Think Forward“-Strategie.

Mitarbeiterzufriedenheit ist die Basis von Kundenzufriedenheit

Mitarbeiterzufriedenheit, so unsere tiefe Überzeugung, ist die Basis von Kundenzufriedenheit. Ein gutes Arbeitsklima ist mitentscheidend für den Geschäftserfolg. Wer Digital Leadership will, muss zuvor führend sein als Arbeitgeber – seine Mitarbeiter begeistern und auf die Reise in die Zukunft mitnehmen. Wir wissen, dass die Führungskräfte der Motor dieser Veränderung sind. Aus diesem Grund haben wir, im Zusammenhang mit der Strategie, das „Navigator“-Programm entwickelt, das sie auf die Herausforderungen neuer Arbeitswelten vorbereitet. Die Schulungen und Workshops sind agil gestaltet und inspirieren unsere Führungskräfte zu neuem Denken und geben ihnen hilfreiche Anregungen für ein verändertes Führungsverständnis.

Digitale Transformation betrifft alle Mitarbeiter

Natürlich betrifft die Digitalisierung die einzelnen Bereiche unserer Bank dabei unterschiedlich stark. Die auffallendsten Veränderungen gibt es in der Abteilung Digital Channels. Das liegt in der Natur der Sache, denn mit der Transformation zur Digitalbank wird dieser Bereich zum Enabler des Geschäftsmodells. Kein Wunder also, dass dort das agile Arbeiten und neue Innovationsmethoden gelebt werden.

Neben diesem exemplarisch betrachteten Bereich wird sich die Transformation aber letztlich auf alle unsere Mitarbeiter auswirken. Denn egal wie IT-fern eine Beschäftigung auch sein mag, sie wird von dem „Geist“ der Digitalisierung und des agilen Arbeitens erfasst werden. Dessen Kern besteht aus einem permanenten Hinterfragen der Richtigkeit des eigenen Tuns und einem daraus folgenden zeitlich unbegrenzten, kontinuierlichen Verbesserungsprozess für unsere Kunden.

Digitalisierung macht flexibler und effizienter

Wie das Banking der Zukunft aussehen wird, kann derzeit niemand ernstlich prognostizieren. Dafür sind die Unwägbarkeiten mit Blick auf Geldpolitik, Regulierung, Kundenpräferenzen und technische Entwicklung viel zu groß. Was wir aber wissen ist, dass uns die Digitalisierung wesentlich flexibler und effizienter macht, und wir so auf das größtmögliche Spektrum an Szenarien vorbereitet sind. Doch wer nicht willens ist, sich im Zuge dieser Transformation von Grund auf neu aufzustellen, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern. Doch wir sind sicher, dass sich die Anstrengungen lohnen und nicht nur zu langfristig sicheren, sondern auch zu selbstbestimmteren und somit erfüllenderen Arbeitsplätzen führen werden.


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Arbeit 4.0 in der Finanzdienstleistung

Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeit und Führung in Banken und Sparkassen


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Über den Autor

Roland Boekhout

Roland Boekhout ist Vorstandsvorsitzender und CEO der ING-DiBa. Boekhout studierte Betriebswirtschaftslehre an der Erasmus-Universität in Rotterdam und absolvierte das General Management-Programm CEDEP an der INSEAD in Fontainebleau. Nach einer kurzen Tätigkeit bei Unilever in den Niederlanden von 1988 bis 1991 wechselte Boekhout zur ING Groep. Dort war er in verschiedenen Positionen international tätig, bevor er 2010 zur ING-DiBa kam.

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