Digital und kreativ aus der Krise

Neue Formen der Arbeitsgestaltung in der Finanzbranche

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War das Homeoffice vor März 2020 in der Finanzbranche eher die Ausnahme, so sind inzwischen neue Formen der Arbeitsgestaltung die Regel. Je besser dabei die digitale Infrastruktur für Mitarbeiter wie Kunden ist, desto vielversprechender ist die unternehmerische Wertschöpfung.

Neue Formen der Arbeitsgestaltung in der Finanzbranche

In Zeiten der Corona-Krise setzen Finanzunternehmen vermehrt auf Homeoffice.

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Das Jahr 2020 steht im Zeichen der weltweiten Corona-Krise. Die deutsche Wirtschaft und auch der Arbeitsmarkt sind massiv von Einschränkungen betroffen. Die weitere Entwicklung ist nur grob abzusehen. Große Schritte hin zur Besserung wird es wohl erst geben, wenn ein Impfstoff zur Verfügung steht. Vergessen werden sollte bei aller Dramatik allerdings nicht, dass jede Krise auch neue Entwicklungen und letztlich Verbesserungen mit sich bringen kann. Eine dieser Entwicklungen ist unumstritten der Schub für weitere Digitalisierung und neue Formen der Arbeitsgestaltung.

Digitale Märkte durch Technologien stärken

Historisch betrachtet sind FinTechs und InsurTechs nicht die ersten Onlineplayer gewesen. Weit vorher konnten bereits Bücher, Reisen oder Socken im Netz gekauft werden. Aber online ist nicht gleich online. So gibt es noch viele etablierte Versicherungs- und Bankhäuser, die erheblichen Nachholbedarf im Bereich der mobilen Angebote, Services und Vertriebsmöglichkeiten haben.

Nicht zuletzt hat Covid-19 allen Playern am Markt gezeigt, wie wichtig zeitgemäße Onlineangebote sind und dass diese zwingend als Existenzsicherung der Unternehmen auf die Agenda gebracht werden müssen. Nun gilt es, sie wertschöpfend einzusetzen, weiter auszubauen und zu stärken. Was bedeutet das für ein Unternehmen?

Aktuelle Webapplikationen als Grundlage für digitalen Erfolg

Die Grundlage erfolgreicher Onlineangebote stellen aktuelle Webapplikationen dar. Diese Applikationen nutzen Technologien aus dem Web und für das Web. Charakteristika sind prozessgetriebene und effiziente Backends, die Einbindung eines Ökosystems aus externen Services und Schnittstellen sowie nicht zuletzt die Anbindung modernster Front-Ends, die eine optimale User Experience bieten und dem Gedanken „Mobile First“ folgen.

Die Tage von Batch-Verarbeitung und Hostsystemen sind gezählt. Webapplikationen sind heute rund um die Uhr erreichbar und werden bei hochverfügbaren Cloud-Dienstleistern gehostet – ob bei Amazon Web Services, Microsoft Azure oder Google Cloud Computing spielt eher eine untergeordnete Rolle und wird unter Datenschutz und Compliance-Gesichtspunkten ausgewählt. Denn die Webapplikationen werden nicht mehr auf Servern ausgerollt, sondern automatisiert auf containerisierten Infrastrukturen bereitgestellt mit Fokus auf Stabilität und Wartungsfreundlichkeit. Bei Zusammenarbeit und Entwicklung haben sich agile Methoden etabliert. Wenn die Projektbeteiligten zusätzlich noch als Partner betrachtet werden, steht dem Erfolg, zumindest aus technischer und aus Projektsicht, nicht mehr viel im Wege.

Mit „Remote First“ besser durch die Krise

Moderne Webapplikationen und agile Methoden der Zusammenarbeit als zentrale Erfolgsbausteine für die Branche haben sich auch in der aktuellen Pandemie bewährt. Videokonferenzen, Chat und kollaboratives Onlinearbeiten waren bereits vor Covid-19 Basis für erfolgreiche Projekte. Die Unternehmen, die dies bereits beherzigt haben, konnten während des Corona-Lockdowns ohne größere Probleme weiterarbeiten.

Nach den Erfahrungen aus der Krise muss sich jedes Unternehmen fragen, wie hoch das Risiko ist, wenn die Mitarbeiter in einer derartigen Situation nicht in gleichem Maße produktiv sein können. Technologisch und organisatorisch gut aufgestellte Unternehmen haben den unfreiwilligen Belastungstest zumeist sehr gut überstanden und ziehen überraschende Rückschlüsse.

Herrschte bis Anfang 2020 eine Art Präsenzkultur in Deutschland, hat sich die Homeoffice-Situation im Zuge der Pandemie drastisch verändert. Die Zahl der Remote-Arbeitsplätze ist rasant gestiegen. Einer Bewegungsdatenauswertung von Google aus dem März 2020 zufolge arbeitete z.B. fast die Hälfte der Hamburger im Homeoffice. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass der Umbruch des klassischen Arbeitsmodells ein bleibendes Ergebnis der Pandemie ist. Zu offensichtlich sind die Vorteile in puncto Produktivitätsfortschritt, Verbesserung der Work-Life-Balance und Entlastung der Verkehrsinfrastruktur.

Der sozialen Isolation begegnen

Mittel- und langfristig ist in diesem Zusammenhang das Thema soziale Isolation zu betrachten. Hier sind eigens eingerichtete Taskforces und Ideen aus den Personalabteilungen gefragt, wie etwa der Versand von regelmäßigen Updates, Remote-Kinder- oder Sportevents, aber vielleicht auch eine Remote-Hausbar für das „Bier nach vier“ am Freitagnachmittag.

Der Kreativität sollte freien Lauf gelassen werden, um das Team und die Kollegen maßgeblich zu unterstützen. Denn zufriedene Mitarbeiter, die Spaß an ihrem Schaffen haben, werden die Projekte und Produkte in der Regel erstklassig umsetzen – egal, von wo sie arbeiten.

Chancen der „neuen Normalität“

Jede Herausforderung bietet auch Chancen. So können Unternehmen aus dem Gelernten positive und wertschöpfende Maßnahmen ergreifen, um die Digitalisierung voranzutreiben und zu ihren Gunsten einzusetzen. Remote-First-Pioniere sind dabei wichtige Impulsgeber für eine Modernisierung der Arbeitswelt auf Basis neuer und verfügbarer Technologien. Wer diese Case Studies aufmerksam verfolgt und daraus die richtigen Schlüsse zieht, hat die Nase vorn.


Der Beitrag erschien ursprünglich als Teil des Jahrbuchs 2020/21 des Vereins Finanzplatz Hamburg e.V.. Das Jahrbuch können Sie hier herunterladen.

Über den Autor

Andreas Wenk

Andreas Wenk ist Mitglied der Geschäftsleitung bei sum.cumo und verantwortet den Bereich Backend & Managed Services. Zuvor war er als Senior Software Developer tätig und leitete die Bereiche Technik sowie Backend. Davor arbeitete der Datenspezialist u.a. für SinnerSchrader.

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