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Crowdsourcing für Banken – Teil 1

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Hintergründe und Einführung

Crowdsourcing ist ein neuer Trend für Banken und Sparkassen

Crowdsourcing im Banking

Crowdsourcing ist ein wichtiger neuer Trend. Was genau dahinter steckt und wie speziell Finanzdienstleister davon profitieren können, wird in einer kleinen Artikelserie erläutert. Der heutige erste Teil befasst sich mit den Grundlagen.

Hintergrund

Der Begriff wurde 2006 von Jeff Howe in dem Artikel „The Rise of Crowdsourcing“ für das Wired Magazin geprägt. Im folgenden Video erläutert er seinen Ansatz:

Hinter Crowdsourcing steckt der Gedanke der Schwarmintelligenz. Demnach sind Lösungen von Gruppen vielfach besser als die Lösungen einzelner, auch wenn die Einzelnen vermeintlich Experten für die betreffende Aufgabenstellung sind.

Crowdsourcing ermöglicht es, bei Projekten viele Menschen (Kunden, Mitarbeiter, externe Experten, aber auch unbeteiligte „Amateure“) aktiv zu beteiligen. So kann der Innovationsprozess eines Unternehmens deutlich erfolgreicher und effizienter gestaltet werden.

Die nachfolgende Präsentation zeigt anschaulich Ansatzpunkt für Crowdsourcingprojekte im Hinblick auf die Hebung von ungenutzten Kreaitivitätspotentialen:

Web 2.0 als Katalysator

Grundsätzlich ist Crowdsourcing damit nichts anderes als die Durchführung von Projekten mit vielen Beteiligten. Aber erst durch das Web 2.0 und den Einsatz intelligenter Social Media Plattformen wird es möglich, in ein Crowdsourcing-Projekt wirklich viele Menschen einzubeziehen.

Dabei lassen sich die unterschiedlichsten Arten von Projekten durchführen. Thomas Hutter berichtet in seinem lesenswerten Artikel „Social Media: Crowdsourcing – Kundenpartizipation hat Potential“ ausführlich über verschiedene Beispiele von neuen Produktentwicklungen. Er zeigt auch verschiedene Kategorien von Crowdsourcing auf und unterscheidet insbesondere:

  • Kollektive Intelligenz (Collective Intelligence, or crowd wisdom): Hier werden User aufgefordert ihr Wissen zu teilen. Oft geht es dabei darum bestehende Produkte zu verbessern oder neue Innovationen durch die Anwender erschaffen zu lassen.
  • Crowd Kreation (Crowd creation): Bei dieser Form des Crowdsourcings geht es darum Ideen zu sammeln. Die “Crowd Creation” kommt dann zustande, wenn ein Unternehmen ihre Benutzer auffordert ein Produkt zu kreieren oder zusammen mit dem Unternehmen ein Produkt zu entwickeln (co-creation).
  • Crowd Abstimmungen (Crowd Voting): Von Crowd Voting spricht man dann, wenn eine Unternehmung Beurteilung von Benutzern für Entscheidungen einbezieht, um sich so eine bessere Entscheidungsgrundlage verschaffen zu können.

Acht weitere interessante Beispiele für Crowdcourcingprojekte nennt Mark Schaefer in seinem Artikel „Case studies: Using the social web for new product development“.

Crowdsourcing ermöglicht es aber auch, interne Projekte schneller und effektiver durchzuführen und dabei Mitarbeiter in völlig neuer Art und Weise einzubinden. Ein gutes Beispiel hierfür die die HypoVereinsbank. Sie hat mit Hilfe von Crowdsourcing neue Servicestandards eingeführt, worüber ich ausführlich im nächsten Teil der Artikelserie berichten werde.

Grenzen des Crowdsourcing

Es gibt jedoch auch Grenzen des Vorgehens. Insbesondere im Hinblick auf radikale (disruptive) Innovationen tun sich Crowds schwer. Wie sagte einst Henry Ford: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.“ Ein Auto wäre wohl auch bei einem Crowdsourcingprojekt nicht herausgekommen.

  1. Jeffrey Phillips hat in einem Artikel „What Does the Crowd Know?“ die folgenden vier Gründe dafür benannt:Die Schwierigkeit, eine wesentlich Veränderung oder gar das Nichtvorhandensein eines Produktes oder einer Leistung zu erkennen.
  2. Das vorhandene Interesse an einem bestehenden Produkt verführt immer dazu, dieses zu verbessern statt es grundsätzlich in Frage zu stellen.
  3. Die Vorstellung der Menschen über die Zukunft resultiert immer auch aus der Vergangenheit und macht es damit schwer radikale Veränderungen vorherzusehen.
  4. Der fehlende Glaube an die Bereitschaft einer Firma in etwas völlig Neues oder Anderes zu investieren.

Vorteile von Crowdsourcing

Gegenüber herkömmlichen Projekten (z.B. zur Produktentwicklung) ist Crowdsourcing nicht nur schneller sondern auch erheblich kostengünstiger. Es stärkt die Beziehung zwischen dem Unternehmen und den Teilnehmern durch deren aktive Einbindung und legitimiert das Projektes quasi durch sich selbst, was besonders für Innovationsprojekte von Bedeutung ist.

Anwendung von Crowdsourcing in Banken

In den weiteren Artikeln werde ich Ihnen Beispiele aus dem Finanzdienstleistungsbereich für Crowdsourcing vorstellen.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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