Chancen durch Kooperationen im Firmenkundengeschäft

FinTechs und Banken als Partner statt Konkurrenten

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FinTechs dringen mit innovativen Lösungen immer stärker in den Firmenkundenbereich vor und bieten mit neuen Technologien verbesserte Nutzerfreundlichkeit und erweiterten Funktionsumfang. Die etablierten Finanzinstitute sind gefordert, zu reagieren.

FinTechs und Banken als Partner statt Konkurrenten

Immer mehr Banken nutzen FinTechs als Partner im Firmenkundengeschäft.

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Die Digitalisierung erhöht den Druck auf Banken, ihren Kunden schnellere und bequemere Dienstleistungen anbieten zu müssen. Andernfalls riskieren sie, ihre führende Position in der Finanzwirtschaft an FinTechs abzugeben. Diese sind in der Regel agiler und etablieren neue Technologien und Prozesse im Zahlungsverkehr, die beispielsweise kostengünstigere Auslandsüberweisungen, automatisierte Rechnungsprozesse, Banking as a Service oder Portfolio-Management ermöglichen.

Eine Umfrage von Serrala unter 180 Finanzchefs weltweit hat gezeigt, auf welch großes Interesse diese neuen Möglichkeiten bei Firmenkunden stoßen. So steht die Automatisierung von Prozessen mit 98 Prozent ganz oben auf der Prioritätenliste, gefolgt von einer besseren Zahlungskontrolle.

Veränderte Nutzeranforderungen

Banken sind für viele Unternehmen derzeit noch der bevorzugte Anbieter von Finanztransaktionsdienstleistungen. Das liegt an der Komplexität des Firmenkundengeschäfts sowie hohen Geldsummen, die bewegt werden. Angespornt von den Entwicklungen im Endkundengeschäft wollen jedoch immer mehr CFOs und Treasurer ihre Finanzprozesse durch schnellere und nutzerfreundliche Softwarelösungen optimieren und damit einen Mehrwert für das Unternehmen schaffen hinsichtlich Effizienz, Risikovermeidung und Working Capital. Beim Zahlungsverkehr sind zum Beispiel Anwendungen zu nennen, die dabei helfen, die Verwaltung und Kontrolle mehrerer Bankkonten zu zentralisieren, Transaktionsgebühren zu minimieren, die Bankkommunikation zu vereinfachen und das Risiko von Betrugsfällen zu senken.

Die Entwicklung macht allerdings nicht beim Zahlungsverkehr Halt. Besonders gefragt sind Lösungen, mit denen sich alle Finanz- und Treasury-Prozesse rund um ein- und ausgehende Zahlungen zentral steuern und in bestehende Unternehmenssysteme integrieren lassen. Denn so können Nutzer in Echtzeit den Überblick über unternehmensweite Cashflows behalten und dabei maximale Automatisierung und Effizienz erreichen. Dies ist in fragmentieren IT-Landschaften mit Insellösungen deutlich komplexer. Die verbesserte Transparenz unterstützt fundierte Treasury-Entscheidungen, sodass Unternehmen ihre Liquidität bestmöglich nutzen können.

Neue Lösungen für Business-Kunden

Rund 50 Prozent der FinTechs in Deutschland entwickeln aktuell Lösungen für den B2B-Bereich, wie eine Studie des „Finance“-Magazins zeigt. Sie drängen damit auch ins Corporate Banking vor. Dabei ist Hamburg mit mehr als 50 Innovatoren einer der wichtigsten FinTech-Standorte in Deutschland.

Wie können sich Banken in diesem veränderten Marktumfeld behaupten? Viele Geldinstitute modernisieren und erweitern Dienstleistungen für ihre Firmenkunden. Doch das kann aufgrund bestehender IT-Infrastrukturen und komplexer Organisationsstrukturen der Banken herausfordernd und zeitintensiv sein. Zudem liegt ihre Kernkompetenz in der Regel in der Bereitstellung von Finanzprodukten und weniger in der technologischen Entwicklung von Softwarelösungen. Es überrascht daher nicht, dass FinTechs wie Treasury-Management-System-Anbieter als wichtigste Digitalisierungsmotoren im Finanzbereich gelten, wie eine Umfrage des Fachmediums „Der Treasurer“ unter Finanzverantwortlichen in Unternehmen in Deutschland zeigt. Banken landen hingegen nur auf Platz vier.

Kooperation statt Konkurrenz

Um ihr Angebot für Firmenkunden attraktiver zu gestalten, kann sich für Banken eine Zusammenarbeit mit FinTechs lohnen. Insbesondere im B2B-Bereich gibt es erfahrene Technologieanbieter mit Finanz- und Treasury-Know-how, die Anforderungen von Unternehmen gut kennen und die nötige stabile wirtschaftliche Grundlage für erfolgreiche Kooperationen mitbringen.

Diese FinTechs bieten Innovationen, mit denen Banken ihre Kunden unterstützen können, Prozesse durchgehend und automatisiert zu steuern. Das gelingt etwa mit White-Label-Softwarelösungen, die Banken ihren Firmenkunden im eigenen Layout zur Nutzung anbieten können. Neben installierten Programmen sind dabei insbesondere Cloud-Applikationen oder hybride Modelle gefragt, da hier keine lokalen Installationen erfolgen müssen. Cloud-Lösungen ermöglichen dem Endkunden, Funktionen in kürzester Zeit zu nutzen, etwa Zahlungsformate oder die Unterstützung von Cash Pooling und Finanztransaktionen. Mit den neuen Technologien können Banken aber auch Services anbieten, die sie bisher möglicherweise noch nicht im Portfolio hatten, beispielsweise in der Kontierung, beim Forderungsmanagement und beim Reporting.

Mit einer Kooperation umgehen Banken aufwendige eigene IT-Projekte und minimieren das Investitionsrisiko, denn die FinTechs stellen sichere und kundenerprobte Lösungen bereit, die alle Anforderungen an Compliance und geltende Regularien erfüllen. So profitieren von der Zusammenarbeit am Ende alle: Banken, die ihr Angebot erweitern, FinTechs, die neue Nutzergruppen erschließen, und Kunden, die schnell von verbesserten Services profitieren.

Angebot erweitern, Einnahmequellen erschließen

FinTechs sind die Spezialisten für Software, Banken für Finanzdienstleistungen. Gemeinsam können sie Treiber der Digitalisierung im Finanzbereich sein. Mit einem starken, erweiterten Angebot, das sich mit der Zahlungsbereitschaft der Kunden deckt, generieren Banken sogar zusätzliche Einnahmequellen und können Geschäftsmodelle nachhaltig erweitern.

So bieten sie Firmenkunden echte Mehrwerte, insbesondere im Hinblick auf Effizienzsteigerungen und die Optimierung von Working Capital Management und können bestehende Angebote im Zahlungsverkehr oder Electronic Banking, die bisher Kosten verursacht haben, durch neue Technologien zu Profit-Centern wandeln.


Der Beitrag erschien als Teil des Jahrbuchs 2019/20 des Vereins Finanzplatz Hamburg e.V.. Das Jahrbuch können Sie hier herunterladen oder als Hardcopy bestellen.

Über den Autor

Christoph Dubies

Christoph Dubies verantwortet die Ausarbeitung und Umsetzung der Unternehmensstrategie von Serrala. In seiner Funktion ist er für die Bereiche strategische Projekte, Solution Success, Marketing, M&A und Integration zuständig. Zuvor war er bei McKinsey & Company sowie bei Waterland Private Equity tätig. Er hat einen BSc in Business Administration und einen MSc in Management.

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