Bundesbürger sind fürs Banking öfter online

Einflüsse der Digitalisierung auf Geld, Bankgeschäfte und Finanzen

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Die Deutschen verbringen sehr viel Zeit online. Das hat auch Auswirkungen auf ihren Umgang mit Geld, die Erledigung ihrer Bank- und Finanzgeschäfte und ihre Wünsche an das digitale Angebot der Geldinstitute.

Bankgeschäfte digital erledigen

Immer mehr Deutsche erledigen ihre Bankgeschäfte digital.

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Im Durchschnitt verbringen die Deutschen 43 Stunden pro Woche im Internet. Die so genannten Digital Natives im Alter von 18 bis 34 Jahren surfen sogar 55 Stunden im Netz. Und diese Zeit wird zunehmend auch für die Bankgeschäfte genutzt. Das sind Ergebnisse der jährlichen repräsentativen Postbank Studie „Der digitale Deutsche und das Geld“, für die fast 4.000 Personen zu ihrem digitalen Leben befragt wurden.

Mehr als jeder vierte Bundesbürger kommuniziert mittlerweile mit seiner Bank überwiegend online: Elf Prozent der Befragten erledigen 50 bis 75 Prozent ihrer Geschäfte mit ihrem Geldinstitut auf diese Art und Weise, 17 Prozent sogar mehr als 75 Prozent.

Kein Altersunterschied beim Online-Banking

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bankkunden jung oder alt sind. Der Trend zum Online-Banking ist generationsübergreifend geworden. Sowohl die Altersgruppe bis 34 Jahre als auch die ab 35 Jahre wickeln rund 60 Prozent ihrer Bankgeschäfte über das Internet ab. Das sind im Bundesdurchschnitt drei Prozentpunkte mehr als im Jahr 2016. Nach der privaten Kommunikation mit den Freunden ist die Online-Kommunikation mit dem Finanzinstitut somit der zweitwichtigste digitale Lebensbereich geworden.

Online-Kommunikation von Bankkunden

Wie die Deutschen in Ihrem privaten Umfeld online kommunizieren.

Die Deutschen tätigen Überweisungen und Ähnliches aber nicht ausschließlich am heimischen PC. Vier von zehn Bankkunden, die ihre Bankgeschäfte online erledigen, machen dies mit einer App, die von ihrer Bank bereitgestellt wird. Die App eines anderen Anbieters nutzen beim Mobile-Banking nur sehr wenig (drei Prozent der Befragten). 57 Prozent der Befragten geben an, keine Applikation zu verwenden.

Wenn ausführliche Informationen zu einem Bankprodukt gefragt sind, dient für die Deutschen oft die Internetseite der Hausbank als Informationsquelle (76 Prozent). Doch aus Sicht der Bankkunden lässt sich längst nicht alles online erledigen. Die persönliche Beratung in einer Filiale ist für die meisten Kunden immer noch wichtig. So sagen insgesamt 79 Prozent aller in der Studie befragten Bundesbürger, dass sie „ganz sicher“ oder „wahrscheinlich“ die Beratung in der Bank nutzten, wenn sie Fragen hätten.

Service vor Ort in der Bankfiliale ist weiterhin gefragt

Trotz des digitalen Wandels in der Gesellschaft wollen die Deutschen nicht auf die Dienstleistungen ihrer Bank vor Ort verzichten. So geben 31 Prozent der Bankkunden an, viele Filialen und somit ein flächendeckendes Filialnetz im Bundesgebiet sei ihnen „eher wichtig“. 41 Prozent der Befragten finden, das sei sogar „sehr wichtig“. Die persönliche Beratung ist für 37 Prozent von Bedeutung und für 38 Prozent sogar von großer. Viele Geldautomaten und Serviceterminals möchten 42 Prozent der Deutschen nicht missen, 49 Prozent empfinden sie als sehr wichtig. Damit sind diese für die Bundesbürger die zweitwichtigste Leistung, die eine Bank liefern sollte. Nur hoher Datenschutz liegt den Deutschen noch mehr am Herzen.

Die „Digital Natives“ fordern sogar noch mehr Service von ihrem Geldinstitut: Hier steht eine 24-stündige Erreichbarkeit an sieben Tagen in der Woche ganz oben auf der Wunschliste. 61 Prozent der jungen Deutschen erachten das als wichtig oder sogar sehr wichtig. Die Bankkunden der Zukunft wünschen sich darüber hinaus zusätzliche Dienste ihrer Bank wie zum Beispiel ein digitales Haushaltsbuch. 31 Prozent der 18- bis 34-Jährigen finden das sinnvoll.

Deutsche gehen mit Geld anders um

Durch die Digitalisierung hat sich auch der Bezug der Deutschen zum Geld verändert. 41 Prozent geben an, dass sie mehr ausgeben, da sie immer schneller und bequemer einkaufen und bezahlen können. 39 Prozent der Bundesbürger sagen, dass sie nun einen besseren Überblick über ihre Ein- und Ausgaben und ihren Kontostand haben. Der Aussage „Ich habe kaum mehr Bargeld bei mir“ stimmen 31 Prozent der Befragten zu. Und 28 Prozent geben an, dass sie sich jetzt häufiger mit Themen wie Geldanlage und Krediten beschäftigen, da sie per Online-Banking auf interessante Aspekte in diesem Zusammenhang hingewiesen werden.

Deutsche zum Thema Digitalisierung

Wie sehr die Deutschen verschiedenen Aussagen zum Thema Digitalisierung zustimmen.

Die Deutschen wissen also die technischen Möglichkeiten und die Vorteile des digitalen Wandels zu nutzen und zu schätzen. Mehr als 80 Prozent der in der Postbank Studie Befragten sagen, dass die Digitalisierung viele Bereiche im Alltag erleichtert. Doch unkritisch gehen die Bürger mit dieser Entwicklung nicht um. Häufige Berichte in den Medien über Cyber-Crime-Attacken und Sicherheitslücken haben fast 60 Prozent aller Befragten bewogen, bewusst auf bestimmte digitale Angebote zu verzichten. 72 Prozent machen sich ernsthafte Sorgen darum, was mit ihren Daten geschieht, die bei der Nutzung digitaler Angebote gesammelt werden. Dazu kommt die weiter steigende Abhängigkeit von technischen Geräten wie dem Smartphone. 89 Prozent stimmen dieser Aussage eher oder voll und ganz zu. Jeder Zweite fühlt sich durch die ständige Erreichbarkeit gestresst.

Über den Autor

Dr. Thomas Mangel

Dr. Thomas Mangel ist Chief Digital Officer der Postbank und für die Digitale Transformation der Postbank Gruppe verantwortlich. In dieser Funktion ist er Mitglied des PCB ExCos der Deutschen Bank. Der promovierte Mathematiker verantwortet zudem als Vorstandsvorsitzender der PB Systems die IT-Funktionen der Postbank Gruppe.

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