Der Weg zu mehr Blockchain-Kompetenz

Erfolgreiche Planung und Umsetzung von Blockchain-Projekten

Die Planung und erfolgreiche Umsetzung von Blockchain-Projekten setzt voraus, dass in ausreichendem Maße entsprechende Kompetenz über die Technologie im Unternehmen vorhanden ist. Für deren Aufbau gibt es unterschiedliche Ansätze.

Planung und Umsetzung von Blockchain-Projekten

Hinweise zur Planung und erfolgreichen Umsetzung von Blockchain-Projekten.

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Um das volle Potenzial einer Blockchain-Technologie in Unternehmen auszuschöpfen, kann eine interne Blockchain-Einheit von Vorteil sein, die je nach Reife des Projekts aus mehreren Rollen und Funktionen besteht. Darüber hinaus ist es besonders wichtig, dass die Führungsebene im jeweiligen Unternehmen den Investitionscharakter einer neuen Technologie versteht. Positive Effekte durch den Einsatz einer Blockchain-Technologie können beispielsweise die Qualitätsverbesserung unternehmensinterner Prozesse sein. Die Relevanz von Investitionen in qualifizierte Arbeitskräfte, sowie die notwendige strategische Weitsicht sind daher wichtige Voraussetzungen.

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Blockchain ist mehr als nur ein Hype

Der Hype um die Blockchain-Technologie wird zum Teil dadurch verursacht, dass die Medien auf die Volatilität von Bitcoin aufmerksam machen und dadurch Initial Coin Offerings (ICOs) – ein Blockchain-spezifisches Anlagemodell – in die Höhe schnellen.

Da es sich jedoch wahrscheinlich mehr als nur einen Hype handelt, haben mehrere Landesregierungen Berichte über die möglichen Auswirkungen der Blockchain-Technologie veröffentlicht. Diesen Berichten zufolge sind die finanziellen Auswirkungen bemerkenswert: Der global wirtschaftliche Mehrwert durch Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen wird bis 2030 auf 2 Billionen US-Dollar geschätzt.

Blockchain hat nicht nur in öffentlichen Institutionen Interesse geweckt, auch private Unternehmen investieren viel in diese Technologie um Teil eines Blockchain-Ökosystem zu werden. Technologie-affine Unternehmen wie IBM, Microsoft, Oracle und Salesforce haben Blockchain-Initiativen gegründet, da sie das Geschäftspotenzial der Technologie erkannt haben. Doch nicht nur große Technologieunternehmen in den USA, sondern auch deutsche Unternehmen wie Festo, SAP, Datev, Telekom und BMW setzen auf Blockchain und erkunden diese Technologie in neuen Projekten.

Anspruchsvolle Ziele für Blockchain-Projekte

In diesen Initiativen verfolgen die Unternehmen anspruchsvolle Ziele:

  • Den Aufbau von unternehmensinterne Blockchain-Kompetenzen,
  • Prozessoptimierung und
  • den nächsten brancheninternen Durchbruch mit Blockchain-Technologie.

Basierend auf der Annahme, dass bald viele Prozesse des Kerngeschäfts auf Blockchain-Technologie beruhen werden, müssen Unternehmen jetzt in diese junge Technologie zu investieren, um eine Interoperabilität mit und innerhalb Blockchain-basierter Systeme zu fördern. Nur so können die Unternehmen in Zukunft mit Blockchain-basierten Systemen interagieren.

Viele Blockchain-Projekte scheitern

Viele Unternehmen haben bereits versucht, sich mit der Blockchain-Technologie vertraut zu machen. Jedoch ist die Mehrheit daran gescheitert und hat viel Geld verloren, da sie an traditionellen Eigentumsverhältnissen festhielten und ohne strategische Führung experimentierten.

Unabhängig des Hypes und dem damit verbundenen Bekanntheitsgrad, ist die Blockchain immer noch eine sehr junge und somit unreife Technologie deren Erfolgsformel schwierig zu definieren ist. Folglich existiert die weit verbreitete Frage, wie Institutionen ohne Ressourcenverschwendung eine interne Blockchain-Kompetenz erfolgreich aufbauen und die Technologie wirksam einsetzen können.

Im Folgenden stellen wir dar, wie Institutionen mit einer internen Blockchain-Einheit die Technologie strukturiert integrieren können. Dabei teilen wir Erfahrungen aus dem erfolgreichen Ausbau von Unternehmen durch Bitrock Digital Partners und kombinieren diese mit den neuesten wissenschaftlichen Forschungsergebnissen des Frankfurt School Blockchain Centers. Die Ausführungen sollen als möglicher Ausgangspunkt für die Etablierung von Blockchain-Projekten in Unternehmen dienen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Vollständige Einbindung der Führungsebene ist notwendig

Um die Blockchain-Kompetenz in Unternehmen erfolgreich zu initiieren und zu entwickeln, muss das führende Management genau wissen, welche strategische Ausrichtung und zukünftige Rolle die Blockchain-Technologie in der Organisation hat. Des Weiteren bedarf es einem gemeinsamen Verständnis beim Aufbau einer Blockchain-Einheit, da nur die vollständige Einbindung der Führungsebene zu einem Aufbau im Einklang mit der übergeordneten Unternehmensstrategie führt.

Darüber hinaus muss die Führungsebene eine adäquate Infrastruktur gewährleisten und spezielle Ressourcen für die Blockchain-Einheit bereitstellen. In Anbetracht der Voraussetzung ist es wichtig, dass dem Top- Management der Investitionscharakter einer neuen Technologie wie Blockchain bewusst ist. Hierbei ist das kurzfristige Ziel eine Basisinfrastruktur zu errichten und sich mit dem Thema vertraut zu machen, anstatt gleich großen Profit zu erzielen.

Unternehmensintegration der Blockchain-Einheit

Nachdem die strategische Ausrichtung definiert ist und die vollständige Hingabe des Managements gewährleistet ist, muss die Blockchain-Einheit ordnungsgemäß integriert werden. FSBC-Forscher fanden heraus, dass aktuelle Blockchain-Projekte in der Finanzindustrie einen hybriden Ansatz zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung verfolgen. Das Spektrum der organisatorischen Integration wird in der folgenden Abbildung dargestellt.

Zentralisierungsgrad von Blockchain-Projekten in Banken

Der Zentralisierungsgrad eines Blockchain-Projekts in der Finanzindustrie.

Der Vorteil eines dezentralen Ansatzes ist die Verbreitung der Blockchain-Kompetenz im gesamten Unternehmen. Allerdings besteht dabei die Gefahr, dass Kompetenzen durch  begrenzten Einfluss im Unternehmen verwässern.

Der Vorteil eines zentralisierten Ansatzes ist ein messerscharfer Fokus auf Blockchain-Themen mit dem Risiko, allerdings, dass möglicherweise isolierte Kompetenzen aufgebaut werden.

Basierend auf Bitrocks Erfahrung im Unternehmensaufbau, ist ein zentralisierte „Accelerator“, als fest verankerter Arbeitsplatz für die Blockchain-Einheit, ein guter Weg um beide Ansätze zu kombinieren.

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Brancheninterner Zusammenschluss mit Förderung

Die Bildung von Konsortien oder Kooperationen, das heißt die Aufteilung von Kosten, Vertriebskanälen, Innovationsbemühungen und -risiken ohne offizielle Zusammenarbeit, kann die gemeinsame Entwicklung von Blockchain-Kompetenz ermöglichen. Dabei spielt eine gemeinsame Blockchain-Einheit eine zentrale Rolle, um den Austausch zwischen den Partnern zu fördern und die Blockchain-Projekte über Unternehmensgrenzen hinweg zu entwickeln.

Forschungen des FSBC hat ergeben, dass in der Finanzindustrie sowohl Konsortien als auch Kooperationen gängige Ansätze sind und jeweils auf andere Branchen übertragbar sind. Das Global Shipping Business Network („GSBN“) dient als gutes Beispiel für eine offene digitale Plattform basierenden Blockchain-Technologie, die neun führenden Reedereien und Terminalbetreibern gemeinsam entwickeln. Generell müssen beteiligte Unternehmen sorgfältig eine passende Struktur definieren, wer welche Rolle in den Konsortien übernimmt.

Optimierte und fest zugeordnete Prozesse

Eine Blockchain-Einheit muss spezielle Prozesse integrieren, um einen effizienten Betrieb und einen entsprechenden Kompetenzaufbau in der Organisation zu gewährleisten. Unentbehrliche Aspekte sind

  • die strukturierte Identifikation von Anwendungsbeispielen und
  • eine klare Entscheidungsfindung und deren Berichterstattung.

Es ist ein schlanker Identifikationsprozess von Anwendungsbeispielen erforderlich, um die Übereinstimmung zwischen Markt und Blockchain-Technologie systematisch zu entwickeln und neu zu bewerten. Bei der Entscheidungsfindung und Berichterstattung müssen Unternehmen den schmalen Grat zwischen dem erforderlichen Formalismus und der notwendigen Entwicklungsgeschwindigkeit finden. Anwendungsbeispiele, die sich in unmittelbarer Nähe zum Kerngeschäft stattfinden, müssen auf den Geschäftsfokus ausgerichtet werden, ohne dabei die zugrunde liegende Entwicklungsgeschwindigkeit wesentlich zu beeinträchtigen.

Zusammensetzung der Blockchain-Einheiten

Letztlich ist die Zusammensetzung von Kompetenzen in einer Blockchain-Einheit von größter Bedeutung. Wir schlagen ein interdisziplinäres Team vor, welches aus mehreren Rollen und Funktionen besteht. Insbesondere stellte das FSBC fest, dass folgende Kompetenzen in der Finanzindustrie unvermeidlich sind und folglich mit eingebunden werden sollten:

  • Blockchain-Entwicklungskompetenz,
  • Produktmanagement,
  • IT-Kompetenz,
  • Rechtskompetenz,
  • Innovationsmanagement und
  • Implementierungskompetenz.

Die Forschung befürwortet, dass der Reifegrad des Projekts keinen Einfluss auf das interdisziplinäre Team haben sollte. Die spezifische Anzahl der Mitarbeiter, die an Blockchain-basierten Projekten in der Finanzindustrie beteiligt sind, hängt vom Reifegrad des Projekts ab und wird im Folgenden dargestellt. Die Verteilung kann als Leitfaden für den Aufbau einer Blockchain-Einheit in anderen Branchen verwendet werden. Abschließend sei vermerkt, dass ein interdisziplinäres Team keine Lösung auf dem Reisbrett ist, sondern eine agile Arbeitsweise und eine stetige Kundenorientierung annehmen muss.

Kompetenzen eines Blockchain-Projekts in der Finanzindustrie

Die Zusammensetzung der Kompetenzen eines Blockchain-Projekts in der Finanzindustrie.

Drei zentrale Thesen zur Bedeutung der Blockchain

Die folgenden drei Thesen skizzieren die Bedeutung der Blockchain-Technologie:

  1. Die Blockchain-Technologie hat ein enormes, bislang allerdings ungenutztes Potenzial, den Geschäftsbetrieb von Unternehmen zu verändern und neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen.
  2. Um die Blockchain-Kompetenz eines Unternehmens erfolgreich zu entwickeln, ist eine zielorientierte Strategie in Kombination mit speziellen Ressourceninvestitionen erforderlich. Hier kann eine Blockchain-Einheit ein wirksames Mittel sein, um die Ausführung über die aktuellen Ansätze hinaus mitzutragen.
  3. Beim Aufbau einer Blockchain-Einheit müssen Unternehmen sorgfältig auf die Einbindung der Führungsebene, die organisatorische Integration, die Prozesse und den Kompetenzaufbau achten.

Was sind die nächsten Schritte?

Um die Herausforderungen, die durch Blockchain-Technologie in Unternehmen resultieren, gemeinsam zu bewältigen, glauben wir fest daran, wissenschaftliches Wissen mit praktischer Branchenerfahrung zu bündeln. Daher haben wir ein Konsortium aus Blockchain-Experten der Frankfurt School of Finance und Company-Building-Experten von Bitrock Digital Partners gegründet.

Um Ihr Wissen über Blockchain-Technologien oder die Digitalisierung im Allgemeinen zu fördern, sollten Sie unabhängig davon, ob es direkt für Ihr Unternehmen oder Ihre persönliche Entwicklung ist, im nächsten Schritt weitere Informationen sammeln und das Verständnis dafür vertiefen, wie Sie Blockchain-Kompetenzen im eigenen Unternehmen integrieren können.


Gero Klingler - Venture Architect, Bitrock Digital Partners

Gero Klingler

Gero Klingler ist Koautor des Beitrags. Er ist Venture Architect bei Bitrock Digital Partners und Experte für nutzerzentriertes Design und hat eine interdisziplinäre Ausbildung absolviert mit einem Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen am Karlsruhe Institut für Technologie und einem Master in International Design Business Management an der finnischen Aalto Universität.

 

Marc Mielmann ist Mitgründer von Bitrock Digital Partners

Marc Mielmann

Marc Mielmann ist Koautor des Beitrags. Er ist Mitgründer und Finanzspezialist von Bitrock Digital Partners und hat in St. Gallen und an der ESADE studiert. Nach einer Zeit als Strategieberater bei der Boston Consulting Group in Zürich baute er eigene Firmen auf und unterstütze namhafte Unternehmen bei Aufbau neuer digitaler Geschäftsmodelle in der Schweiz, Deutschland und den USA.

 

Prof. Dr. Philipp Sandner, Frankfurt School of Finance & Management

Prof. Dr. Philipp Sandner

Prof. Dr. Philipp Sandner ist Koautor des Beitrags. Er leitet das Blockchain Center an der Frankfurt School of Finance & Management. Zu seinen Themengebieten gehören insbesondere die Blockchain-Technologie und deren Einsatz in verschiedenen Branchen, aber auch Digitalisierung, Entrepreneurship und Innovation. Er beschäftigt sich weiterhin mit Corporate Entrepreneurship, Digitaler Transformation, FinTech-Start-ups und Intellectual Property Rights.

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Über den Autor

Robin Betz

Robin Betz ist Venture Manager bei Bitrock Digital Partners und entwickelt neue Geschäftsmodelle und digitale Produkte für Maschinenbauunternehmen und Hidden Champions. Davor gründete er ein Start-Up und arbeitete für Großunternehmen und Unternehmensberatungen sowie für Start-ups in Deutschland und den USA. Er hat einen Master of Science in Management und Technologie von der Technischen Universität München und studiere als Visiting Research Scholar an der Stanford University.

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