Bargeld im Fokus von Regionalbanken

Bargeldlogistik am Beispiel der VR-Bank Memmingen eG

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Fast täglich kommen wir damit in Berührung: Bargeld. Das einst primäre Zahlungsmittel wird langsam in den Hintergrund gedrängt. Gerade Regionalbanken bemerken den Wandel. Die VR-Bank Memmingen eG zeigt, wie man Bargeldlogistik mit Lenkungs- und Ertragsfunktion meistert.

Bargeldlogistik ist ein wichtiges Thema für Regionalbanken

Bargeldlogistik ist ein wichtiges Thema für Regionalbanken.

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Vor dem Hintergrund steigender Kosten in Verbindung mit immer höheren regulatorischen Anforderungen prüfen immer mehr Regionalbanken ihr bestehendes Leistungsangebot. Dabei gerät auch die Bargeldlogistik vermehrt in den Mittelpunkt der Betrachtung. Denn nur so können Regionalbanken profitabel handeln und rechtzeitig auf Kundenbedürfnisse reagieren.

Dabei gilt es festzuhalten, dass sich die Bedürfnisse kundenseitig unterscheiden. Verbraucher fordern vor allem eine schnelle Verfügbarkeit nach Bargeld durch eine vorhandene Infrastruktur an Geldautomaten. Firmenkunden benötigen viel mehr einen Partner, über diesen sie ihre großen Bargeldbestände abwickeln können.

Die veränderte Bargeldnutzung und die Bedeutung für Regionalbanken

Der Anteil an Bargeldzahlungen in Deutschland ist aktuell auf 30 Prozent gesunken. Gleichzeitig heben bereits acht Prozent der Menschen ihr Bargeld zumindest teilweise über die CashBack Funktion an Ladenkassen ab. Dabei hat sich von 2018 bis 2023 die Anzahl der Geldautomaten in Deutschland um 4.000 Stück reduziert. Darüber hinaus wurden im selben Zeitraum 7.000 Bankfilialen geschlossen.

Vor allem Regionalbanken bewerten Bargeld als Kundenbindungsprodukt: Auf der einen Seite werden die Umsätze über das hauseigene Konto realisiert, auf der anderen Seite wird der Kunde bei jedem Filialbesuch mit der eigenen Marke konfrontiert. Da immer mehr Wettbewerber das Leistungsangebot in der Bargeldlogistik zuletzt stark eingeschränkt haben, können sich gerade Regionalbanken durch dieses Leistungsangebot profilieren. Dabei gilt es festzuhalten, dass sich die Kosten für die Bargeldlogistik stetig erhöhen. Hierfür sind vor allem steigende Versicherungsprämien, Kosten für die Werttransportlogistik sowie Personalkostensteigerungen verantwortlich. Gleichzeitig sehen die Bankhäuser aber auch attraktive Ertragspotenziale, um u.a. die hohen Kosten in diesem Zusammenhang quer zu subventionieren.

Hintergründe für eine Neuaufstellung bei der VR-Bank Memmingen eG

Bei weniger als jeder zehnten Bargeldtransaktion im Hause der VR-Bank Memmingen eG handelt es sich um eine Einzahlung. Dabei sind es gerade die Einzahlungen, die einen hohen Arbeitsaufwand erzeugen, weil es sich hierbei in der Regel um großvolumige Transaktionen aus Branchen wie beispielsweise der Gastronomie handelt. Mehr als 98 Prozent aller Einzahlungen in der VR-Bank Memmingen werden dabei von Firmenkunden vorgenommen, sodass der Fokus auf dieses Kundensegment gerichtet wurde.

VR-Bank Memmingen eG als leistungsstarker Bargeldpartner in der Region

Nachdem andere Kreditinstitute die Dienstleistung der Bargeldlogistik teilweise vollständig eingestellt haben, kam diese Marktpositionierung für die VR-Bank Memmingen eG nicht in Frage. Viel mehr sollte durch Alternativlösungen eine Lenkungsfunktion erzielt werden. Gleichzeitig war die G&V-Wirksamkeit durch die Preiseinführung wichtig, um bedeutende und notwendige Investitionen in die Hardware zu tätigen und hiermit den Kunden der Regionalbank langfristig eine leistungsstarke Infrastruktur bereitstellen zu können.

Im Zuge einer Filialanalyse wurde detailliert untersucht, in welchen Filialen welche Bargelddienstleistungen nachgefragt werden. Infolgedessen konzentriert sich die VR-Bank Memmingen eG künftig auf ihre Hauptfilialen, in denen sie ihren Kunden das Gesamtpaket an Bargeldlogistik (Münzrollen, Automaten und Schaltereinzahlungen) zur Verfügung stellt. Gleichzeitig wird die Dienstleistung der Bargeldlogistik in bestehende Kontomodelle integriert, um kundenseitig für eine möglichst hohe Preistransparenz zu sorgen.

Alternativlösungen der VR-Bank Memmingen eG zur Bargeldeinzahlung

Die VR-Bank Memmingen eG bietet auch Alternativen zur Einzahlung am Schalter:

Tresorlösung

Ein Einzahlungstresor steht direkt im Gebäude des Firmenkunden, in diesen er sein Bargeld selbstständig einzahlen kann. Durch eine Online-Verbindung zwischen Tresor und Bank wird die Einzahlung gutgeschrieben und dem Firmenkunden steht die Liquidität umgehend zu Verfügung. Das Überfallrisiko auf dem Weg zur Bankfiliale entfällt hiermit.

SafeBag

Bei größeren Einzahlbeträgen zählt der Firmenkunde sein Bargeld selbstständig und gibt dieses mit der Angabe der Einzahlungssumme sowie dem Einzahlungskonto in einem SafeBag am Schalter ab. Die Gutschrift erfolgt umgehend. Der SafeBag wird von der Bank ungezählt an den Bargeldlogistiker übergeben. Bei einer möglichen Abweichung wird der Differenzbetrag im Nachgang verrechnet. Damit ergibt sich sowohl für die Bank als auch für den Kunden eine deutliche Zeitersparnis.

CashBack

Gerade Einzelhändler können ihr Bargeld über die CashBack Funktion an ihrem Terminal spürbar reduzieren, indem sie ihren Kunden an der Ladenkasse Bargeld auszahlen.

Terminals

Durch den breiten Einsatz von Terminals können Firmenkunden ihre Bargeldbestände reduzieren. Für Regionalbanken ergeben sich hierdurch wiederum attraktive Ertragspotenziale im Provisionsgeschäft.

Auswirkungen der veränderten Bargeldlogistik

Durch die beschriebenen Alternativlösungen konnten im Zeitraum von 2017 bis 2022 die Bargeldeinzahlungen am Schalter von 27.000 Stück pro Jahr auf 9.000 Stück nachhaltig reduziert werden. Die SB-Quote konnte dabei auf 98,5 Prozent angehoben werden. Der Bargeldaufwand im Bereich Personal konnte um 70 Prozent reduziert werden, sodass den Kolleginnen und Kollegen mehr Zeit bleibt, ihre Kunden aktiv zu betreuen.

Einzahlungen und Auszahlungen am Schalter der VR-Bank Memmingen eG

Entwicklung der Einzahlungen und Auszahlungen am Schalter bei der VR-Bank Memmingen eG.

Allerdings wird Bargeld auch in den kommenden Jahren ein wichtiges Zahlungsmittel für die Kunden der VR-Bank Memmingen eG bleiben. In Anbetracht des stetigen Ausbaus digitaler Bezahlmethoden gilt es hierbei, die Kunden auf dem Weg zur Nutzung dieser Payment-Lösungen aktiv zu begleiten.

Über den Autor

Felix Krimmel

Felix Krimmel ist Bereichsleiter Vertriebsmanagement bei der VR-Bank Memmingen eG und verantwortet für die Gesamtbank das Produktmanagement, die Vertriebssteuerung sowie den medialen Vertrieb. Der gelernte Bankkaufmann und studierte Betriebswirt war zuvor in verschiedenen Positionen im Bereich der Firmenkundenbank tätig.

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