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Banken im Kapitalmarktgeschäft weiter unter Druck

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Zunahme an Regeln und Abnahme der Rendite

Mehr Regeln und weniger Rendite setzen die Banken im Kapitalmarktgeschäft zunehmend unter Druck. Insbesondere die verschärfte Regulierung reduziert die Eigenkapitalrendite im Kapitalmarktgeschäft teils drastisch.

Trends, Studien und Research zum Firmenkundengeschäft, Corporate und Investment Banking

Studien und Research zu Trends und Entwicklungen im Corporate und Investment Banking © Shutterstock

Die weltweit zunehmende Regulierung reduziert die Eigenkapitalrenditen der Banken im bislang hochprofitablen Kapitalmarktgeschäft zum Teil dramatisch. In einzelnen Produktgruppen sinkt die Rendite auf weniger als fünf Prozent und damit weit unter die Eigenkapitalkosten. Dies zeigt eine Studie der Managementberatung Bain & Company. Sie basiert auf einer umfassenden Analyse der Ertrags- und Ergebnissituation der größeren, im Kapitalmarktgeschäft tätigen Banken in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum.

Goldenen Zeiten im Kapitalmarktgeschäft sind vorbei

Die goldenen Zeiten im Kapitalmarktgeschäft der Banken sind vorbei. Seit 2009 sanken die Erträge der Banken in diesem Segment weltweit um 28 Prozent auf zuletzt 227 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal 2016 fielen sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weltweit um 23 Prozent auf 54 Milliarden US-Dollar. Dabei setzte gerade das einst dominierende Rentengeschäft seine Talfahrt fort. Hier haben sich seit 2009 die Erträge nahezu halbiert. Doch auch das Investment Banking – lange erfolgsverwöhnt und immer noch vergleichsweise renditestark – ist 2016 unter Druck geraten. Die weltweiten Erträge schrumpften im ersten Quartal gemessen am Vorjahreszeitraum um 27 Prozent.

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Rückläufige Erträge im Kapitalmarktgeschäft

Über Jahre rückläufige Erträge im Kapitalmarktgeschäft

Regulierung drückt Rendite

Der Renditeverfall ist eine Folge der höheren Eigenkapitalanforderungen und Mindestliquiditätsquoten, von niedrigeren Verschuldungsquoten und Einschränkungen bei der kurzfristigen Refinanzierung. So müssen die Institute gerade bei Anleihen-, Rohstoff-, Währungs- und Aktiengeschäften teilweise erheblich mehr Eigenkapital als bisher vorhalten. Seit 2008 habe sich der Kapitalbedarf verdoppelt, so die Studie.

Zusätzliche Regulierungen wie die neuen Vorschriften zum Handelsbuch (FRTB) werden die Kapitalanforderungen bis 2020 noch einmal um ein Drittel erhöhen. Die Banken müssen nun gegensteuern. Sonst drohen zum Teil erhebliche Verluste bei weiter zunehmender Kapitalbindung.

Ohne Gegenmaßnahmen führt alleine die verschärfte Regulierung dazu, dass die Eigenkapitalrendite beispielsweise bei Währungen von derzeit 10 bis 15 Prozent auf 4 bis 7 Prozent fällt. Bei Rohstoffen sind es 5 bis 7 Prozent nach bislang 15 bis 20 Prozent. In den traditionell besonders ertragsstarken Bereichen, dem Handel mit Anleihen und Aktien, kommt es ebenfalls zu deutlichen Rückgängen.

Fünf Stellhebel für höhere Profitabilität im Kapitalmarktgeschäft

Der rückläufige Markt und die dauerhaft verschärfte Regulierung zwingen die Banken zum Handeln. Die Studie nennt die folgenden fünf Stellhebel für eine höhere Profitabilität:

1. Strategischer Fokus

Banken müssen sich auf Kunden- und Produktgruppen konzentrieren, in denen sie über einen belastbaren Wettbewerbsvorsprung verfügen. Eine solche Fokussierung kann weit mehr als 50 Prozent des bestehenden Portfolios infrage stellen.

2. Radikale Vereinfachung und Verbesserung der Effizienz

Um die operative Effizienz zu erhöhen, gilt es für Banken, ihre bestehenden Betriebsmodelle, Infrastrukturen und Prozesse radikal zu vereinfachen. Nur so lassen sich die Kosten im erforderlichen Umfang senken. Bei vielen Instituten sind Einsparungen von 30 bis 50 Prozent notwendig.

3. Neuausrichtung von Organisation, Recruiting und Vergütung

Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse neuer Talente und strategisch bedeutsamer Kunden. Im Rahmen der Vergütung sollte demzufolge nicht länger das Eingehen kurzfristiger Risiken belohnt werden. Anreize verdienen vielmehr Leistungsträger, die langfristig im Sinne der Kunden handeln.

4. Effektives Ressourcenmanagement

Die knappen Ressourcen sollten für die profitabelsten Kunden- und Produktsegmente eingesetzt werden. Gleichzeitig müssen Banken ihre Risiko- und Kapitalmodelle ebenso wie ihre Organisation und Prozesse an die neuen Regelwerke anpassen – mit dem Ziel, auf diese Weise mehr als die Hälfte der notwendigen Renditesteigerung zu erreichen.

5. Vernetzung mit Partnern

Banken müssen ihr Betriebsmodell neu gestalten und mit den passenden Partnern zusammenarbeiten. So lassen sich Skalenvorteile erzielen und die Digitalisierung beschleunigen. Solche Kooperationen sind für viele Banken die Alternative zum Rückzug aus ganzen Geschäftsfeldern.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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