9 Thesen zu den Herausforderungen in 2024

Was die Sparda-Bank Nürnberg für 2024 erwartet

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Ein Blick in die Glaskugel zeigt vor allem Eines: Neben den erwartbaren regulatorischen Anforderungen und wiederkehrenden Unsicherheiten an den Märkten warten 2024 ungelöste Probleme und neue Chancen auf uns.

Perspektiven der Sparda-Bank Nürnberg für das Jahr 2024

Herausforderungen im Bankenjahr 2024.

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Für das Jahr 2024 sehe ich die folgenden neun Entwicklungen als prägend für unser Geschäft an:

1. Europa steht vor einem Rechtsruck

Die Europawahlen 2024 werden zu einer Belastungsprobe für die Demokratien des Kontinents. Es ist wahrscheinlich, dass rechtspopulistische Parteien deutliche Zugewinne verbuchen werden. Dabei profitieren sie von den Unsicherheiten in der Bevölkerung durch den anhaltenden Ukrainekrieg, Terrorismusgefahr, die ungesteuerte Migration und Zukunftsängsten der Bürger in Bezug auf ihre wirtschaftliche Entwicklung und die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes.

Die Europafeindlichkeit und die Infragestellung des menschengemachten Klimawandels durch rechtspopulistische Parteien kann zusätzlich zu einer Handlungsunfähigkeit in verschiedenen Politikbereichen einschließlich einer einheitlichen Migrationspolitik führen. Ein Teufelskreis, der das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der europäischen Institutionen weiter untergräbt.

2. Neuwahlen in Deutschland?

Damit einher geht in Deutschland eine wachsende Unzufriedenheit mit den Regierungsparteien, die durch den aktuellen Streit der Ampelkoalition um den Bundeshaushalt und die Schuldenbremse noch verstärkt wird. Im November 2024 sprachen sich beim ARD-Deutschlandtrend 41 Prozent der deutschen Bürger für vorgezogene Neuwahlen aus.

3. Quo vadis Energiewende

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds (KTF) stellt die Ampelkoalition ihre ambitionierten Vorhaben zur Energiewende von der Gebäudesanierung bis zur Förderung der E-Mobilität zur Disposition. Das ist ein herber Rückschlag auf dem Weg Deutschlands in die Treibhausgasneutralität bis 2045. Die Unsicherheit wofür es noch staatliche Förderprogramme gibt ist groß.

4. 35.000t CO2 Einsparung pro Jahr in Gefahr

Laut EU-Kommission sind Gebäude für 40 Prozent des Energieverbrauchs und ein Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Die Sparda-Bank Nürnberg hat derzeit circa 20.000 laufende Immobilienfinanzierungen. Unter der Prämisse einer abgeschlossenen energetischen Sanierung dieser Gebäude und einem erreichten Einsparziel von 30 Prozent könnte das zu einer Einsparung von 35.000t CO2 Emissionsvolumen pro Jahr führen. Nicht eingerechnet sind die Kunden aus dem Bereich der genossenschaftlichen Wohnungswirtschaft, die durch gezielte energetische Maßnahmen wie der Verbesserung der Gebäudedämmung, dem Austausch ineffizienter Heizungsanlagen und der Installation energieeffizienter Fenster und Türen erheblich zur Reduzierung der CO2 Emissionen beitragen können.

Ohne rechtliche Klarheit und staatliche Anreize wird es 2024 wahrscheinlich seitens der Immobilienbesitzer nur eine geringe Nachfrage nach energetischer Sanierung ihrer Gebäude geben.

5. Weiterer Rückgang bei Neubauten

Obwohl es möglich ist, dass 2024 niedrigere Leitzinsen zu leicht sinkenden Bauzinsen führen, ist es unwahrscheinlich, dass die Baukosten ebenfalls spürbar zurückgehen.

6. Allianz für bezahlbaren Wohnraum

Der Mangel an 700.000 bezahlbaren Wohnungen in Deutschland ist eine potenziell bedrohliche Entwicklung. Im Jahr 2024 ist es daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe im engen Zusammenspiel zwischen der Immobilienwirtschaft, Banken und der Regierung den Bau von bezahlbarem Wohnraum mit günstigen Krediten und Förderprogrammen spürbar zu fördern.

7. Durchbruch bei generativen KI-Anwendungen

In der industriellen Revolution im 18. und 19. Jahrhundert ersetzten Maschinen die menschliche Arbeitskraft. Die technologische Revolution im 20. Jahrhundert brachte auch bei Banken mit der Einführung von Computern und dem Internet einen Anstieg der Produktivität sowie eine Automatisierung der Bankarbeitsplätze. 2024 könnte das Jahr werden, im dem sich generative KI-Anwendungen in der Breite in den Bereichen der Prozessautomation, Betrugserkennung und der Kreditrisikobewertung durchsetzen. Dies markiert einen bahnbrechenden Meilenstein in der Anwendung von Informationstechnologie im Bankwesen.

Zwei Anwendungsgebiete werden für die Sparda-Bank Nürnberg in der Kundenkommunikation besonders interessant, da wir uns aktuell auf den Wechsel zum genossenschaftlichen IT-Dienstleister Atruvia im Jahr 2025 vorbereiten. Die automatische Kategorisierung eingehender E-Mails, gefolgt von der automatischen Erstellung von Antworten. Und die individuelle Kundenkommunikation mithilfe von KI-gestützten Chatbots in Echtzeit.

8. Der nächste Schritt: KI-gestützte persönliche Finanzberatung

Im Jahr 2007 wurde das iPhone von Apple eingeführt und revolutionierte die Art und Weise, wie wir auf Informationen und Dienste im Internet zugreifen. Die Generation Z (1997-2012) ist mit Smartphones und Tablets aufgewachsen. Sie hat von Anfang an den Umgang mit digitalen Endgeräten gelernt. Sie ist digital vernetzt und nutzt Social Media- und Streaming-Plattformen. Für sie ist es normal, ihre Bankgeschäfte über mobile Apps oder Online-Banking zu erledigen. Eine persönliche Finanzberatung gehört nicht zu den Dingen, die sie vermisst.

Für die Banken wird das Angebot eines KI-gestützten Finanz-Avatars ein Game-Changer im Wettbewerb um die Generation Z. Ich rechne damit, dass 2024 ein Schlüsseljahr bei Einführung von sprachgesteuerten Finanz-Avataren sein wird. Diese virtuellen Assistenten unterstützen die User bei ihren finanziellen Bedürfnissen. Sie können Informationen bereitstellen, Fragen beantworten, Transaktionen durchführen und sogar personalisierte Finanzempfehlungen geben.

9. Künstliche Intelligenz und Fachkräftemangel bei Banken

Die Integration von künstlicher Intelligenz kann 2024 dazu beitragen, den Fachkräftemangel im Bankensektor zu reduzieren und damit einen Teil der Lösung dieses Problems sein.


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    Über den Autor

    Stefan Schindler

    Stefan Schindler ist Vorsitzender des Vorstands der Sparda-Bank Nürnberg. Über Stationen bei der Volksbank Freiburg und der Sparda-Bank Hamburg wurde er 2002 in den Vorstand der Sparda-Bank Nürnberg berufen. Er ist unter anderem für die Ressorts Strategie, Marketing, Personal und IT verantwortlich. Darüber hinaus ist er Verbandsratsvorsitzender des Verbands der Sparda-Banken.

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    Ein Kommentar

    1. Avatar

      Lieber Stefan Schindler,

      eine Detail-Frage bzw. Bitte um Hilfe hätte ich nach der aufmerksamen Lektüre Ihres Artikels mit dem „Blick in die Glaskugel“ im Bank-Blog an Sie:

      Im Punkt 2 nennen Sie eine Umfrage, bei der sich „im November 2024“ beim „ARD-Deutschlandtrend 41 Prozent der deutschen Bürger für vorgezogene Neuwahlen aussprechen“.

      Nun haben wir das natürlich mit Interesse gelesen und uns auch gefragt, ob man die Datumsangabe „November 2024“ am Anfang des gerade begonnenen Jahres 2024 noch im Zusammenhang mit dem Begriff „Glaskugel“ – also Blick in die Zukunft – lesen sollte.

      In der Zuversicht, dass Sie damit sicher den November 2023 – also vom vergangenen Jahr – meinten, haben wir uns auf die Suche nach der genauen Formulierung dieser Frage gemacht, sind aber weder bei der ARD noch bei Infratest-Dimap fündig geworden. Die ARD Tagesschau bezieht sich auf den Deutschlandtrend von Infratest-Dimap, aber weder in der Novemberausgabe dieser Studie, noch in den Ausgaben für Oktober und Dezember, ist diese Frage mit veröffentlicht worden.

      Von daher wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns einen Link zu dieser Umfrage zuführen könnten – idealerweise natürlich schon vor November 2024. :)

      Nehmen Sie uns das bitte nicht krumm – wir prüfen halt, was wir lesen. Das unterscheidet uns – mit Verlaub – gesagt auch von manchen anderen „Banken-Bewertungsportalen“: Bei uns geht nichts live, ohne dass wir es moderieren. Diese Art der schützenden Prüfung hatte übrigens auch Ihr Haus lange Zeit geschätzt.

      Allemal freut sich über eine Rückmeldung (idealerweise mit einem Link zur genannten künftigen oder vergangenen Umfrage)

      Ihr

      Dr. Johannes Feuling

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