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PSD2 und Open Banking: Chancen für Banken im digitalen Finanzökosystem

77 Fragen, die sich jeder Banker stellen sollte

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Strategien im Umbruch

77 Fragen zur richtigen Strategie an das Management von Banken und Sparkassen

77 Fragen zur strategischen Zukunftsfähigkeit ihrer Bank oder Sparkasse

Die Bankbranche befindet sich im Umbruch. Doch welches sind die richtigen strategischen Antworten auf die aktuellen Herausforderungen? Der heutige Gastbeitrag zeigt zumindest die Fragen auf, die man sich stellen sollte.

Fragen an Unternehmer

Vor kurzem stieß ich auf eine Liste von 100 Fragen für Unternehmer, um sich selbst und das eigene Unternehmen zu hinterfragen. Die Fragen waren grundsätzlicher Natur, z.B. „Wie können wir zu der Firma werden, die uns aus unserem Geschäft verdrängt?“ Einige der Fragen kamen von bekannten Managementgrößen wie Peter Drucker und Jim Collins.

Die Liste hat mir auch in Bezug auf die Finanzbranche zu denken gegeben: Welche Fragen sollten sich Banker selbst und ihrem Institut gegenüber stellen? Was erfordert überhaupt heutzutage ein kritisches Hinterfragen im Bankgeschäft?

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77 Fragen für Bankmanager

Um einen Beitrag dazu zu leisten, dass Banker mehr wie Unternehmer denken, habe ich die folgende Liste von 77 Fragen zusammengestellt.

  1. Wie können wir zu der Bank werden, die uns aus unserem Geschäft verdrängen könnte?
  2. Sind wir für unseren Markt relevant? Werden wir in fünf Jahren noch relevant sein? Oder in zehn?
  3. Wenn Kapital beliebig und frei verfügbar wäre, was würden wir anders machen? Wenn die Kapitalkosten doppelt so hoch wären, was würden wir anders machen?
  4. Wie ist es eigentlich, für unsere Bank zu arbeiten?
  5. Könnten wir die Bank auch ohne Provisionseinnahmen halten?
  6. Wenn wir nicht schon in diesem Geschäft wären, würden wir es heute beginnen? Und falls nicht, was sollen wir nun tun? (Dies ist übrigens eine berühmte Frage von Peter Drucker)
  7. Welche unserer Gebühren sind gut und welche sind schlecht?
  8. Stammt ein zu großer Teil unseres Wachstums aus Provisionseinnahmen?
  9. Was zählt für unser Geschäft, das wir nicht zählen?
  10. Was machen wir bei dieser Bank, von dem meine Kinder denken würden, dass es entweder total uncool oder dumm sei?
  11. Was war in den letzten Monaten die kleinste Veränderung im Mobile oder Online Banking, die wir gemacht haben, die das größte positive Ergebnis erbracht hat? Warum hat diese kleine Veränderung einen so großen Effekt produziert?
  12. Was verhindert, dass meine Bank die Änderungen vornimmt, von denen ich weiß, dass sie hochwirksam wären?
  13. Was sind die Auswirkungen dieser Entscheidung in 10 Minuten, 10 Monaten, 10 Jahren?
  14. Was ist das kleinste Geschäftsproblem, das wir sinnvoll lösen können?
  15. Verändern wir uns genauso schnell, wie die Welt um uns herum?
  16. Benötigen unsere Kunden mehr als einen Daumen, um unsere Mobile-Banking-App zu nutzen?
  17. Wenn niemand etwas über die Erfolge unserer Bank bemerken würde, wie würde ich sie anders führen?
  18. Welche Konsumenten können unsere Leistungen nicht nutzen, weil sie nicht über die entsprechenden Fähigkeiten, das notwendige Vermögen oder einen bequemen Zugang zu unseren bestehenden Lösungen verfügen?
  19. Sind wir eine Bank, die Technologie nutzt oder ein Technologieunternehmen mit einer Banklizenz?
  20. Wer nutzt unsere Produkte oder Dienstleistungen in einer Art und Weise, die wir nie erwartet hätten?
  21. Wie wahrscheinlich ist es wirklich, dass ein Kunde unsere Bank an einen Freund oder Kollegen weiterempfiehlt?
  22. Wer im Führungsteam oder dem Vorstand dieser Bank, hat vor kurzem mit einem Kunden gesprochen?
  23. Welches „eine“ Wort sollten unsere Kunden, Mitarbeiter und Partner mit uns assoziieren? (Zum Beispiel Apple = anders, Toyota = Qualität, Google = Suche)
  24. Womit sollten wir aufhören? (Eine weitere Frage von Peter Drucker )
  25. Was versuchen wir als Bank zu beweisen und wie hält uns dies davon ab, erfolgreich zu sein?
  26. Wenn wir aus der Bank geworfen würden und der Aufsichtsrat würde einen neuen CEO einsetzen, was würde der tun?
  27. Wenn ich die Bank für ein Jahr verlassen würde und mir stünde zur Kommunikation mit den Mitarbeitern nur ein einzelner Absatz zur Verfügung, was würde ich schreiben?
  28. Wer wären wir (bestmöglich) als Bank, historisch betrachtet?
  29. Wofür (und wogegen) stehen wir?
  30. Gibt es irgendeinen Grund an das Gegenteil meiner aktuellen Meinung über Banking zu glauben?
  31. Wie sehen die Kontaktpunkte (Customer Journey) unserer Kunden mit unserer Bank im Laufe ihres Lebens aus?
  32. Versagen wir jedes Mal anders oder wiederholen wir unsere Fehler?
  33. Wenn Informationen wirklich allgegenwärtig wären, wenn Reichweite und Konnektivität wirklich global wären, wenn Computerressourcen wirklich unendlich wären und wenn eine ganze Reihe von Unmöglichkeiten nicht nur möglich würden, sondern stattfänden, was würde das für unsere Bank bedeuten?
  34. Welches ist das größte, schwierigste und herausforderndste Ziel dieser Bank? (vom Marketingexperten Jim Collins)
  35. Bestimmt unsere Strategie unsere Struktur oder bestimmt die überkommene Art und Weise wie unsere Bank strukturiert ist und ihre Ressourcen zuordnet unsere Strategie?
  36. Wie beeinflusst die Art und Weise wie ich als Führungskraft denke und Informationen weitergebe, die Organisationskultur meiner Bank?
  37. Warum mögen uns unsere Kunden nicht?
  38. Müssen Veränderungen unserer Mobile Banking App von mehr als 10 Personen freigezeichnet werden?
  39. Nimmt die Anforderung einer Anpassung unserer Mobile Banking App länger als 60 Tage in Anspruch?
  40. Wie können wir unsere Mobile Banking App vereinfachen?
  41. Welche Bankprodukte, die heute nicht von unseren Kunden per Smartphone genutzt werden können, können mobil gemacht werden?
  42. Wie gelangen wir zu mehr High Tech, ohne High Touch zu verlieren?
  43. Was benötigen wir, um anzufangen?
  44. Welcher Anteil der Strategie unserer Bank bleibt Jahr für Jahr unverändert?
  45. Was würde ich meinem Freund empfehlen, wenn er mit seinem Unternehmen vor den gleichen Herausforderungen wie meine Bank steht?
  46. Würde ich meiner Großmutter empfehlen, bei dieser Bank Kunde zu werden? Meinem Sohn / meiner Tochter?
  47. Wenn es so etwas wie Regulierung und Compliance nicht gäbe, was würde ich in dieser Bank ändern?
  48. Woran glauben Mitarbeiter dieser Bank fest, bei dem fast jeder außerhalb der Bank widersprechen würde?
  49. Welche unserer Kunden treiben die Bank Tag für Tag bis an die Grenzen und was tun wir darauf hin?
  50. Wen treibt diese Bank aus dem Geschäft und warum?
  51. Was passiert bei dieser Bank, wenn Menschen Fehler machen?
  52. Haben unsere Mitarbeiter tagtäglich die Möglichkeit das zu tun, was sie am besten tun können und wollen?
  53. Wo sind unsere Petrischalen?
  54. Zu welchen unserer Kunden sagen wir ohne Grund „Nein“?
  55. Wie oft nutzen wir die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften als Vorwand, um unsere Kunden nicht besser zu bedienen?
  56. Gehen wir in unserer Bank in Richtung „besser und ertragreicher“ oder „billiger und kostensparender“?
  57. Verkaufen wir lieber an kompetente und informierte Kunden oder an uninformierte Kunden?
  58. Welche Aspekte des traditionellen Bankgeschäfts fordern wir heraus, in dem Sinne, wie der Apple Mac den PC herausgefordert hat?
  59. In welcher Art und Weise können wir das Bankgeschäft neu definieren?
  60. Wem gegenüber erbringen wir einen Mehrwert?
  61. Warum sollten Menschen auf uns hören?
  62. Welches war das letzte Experiment, das die Bank unternahm?
  63. Glaube ich an das Motto meiner Bank?
  64. Wann haben wir das letzte Mal ein Produkt geschaffen, das nicht vor allem auf einen Preisvorteil abzielte?
  65. Wie viele Führungsebenen gibt es in unserer Bank verglichen mit einem Technologie-Unternehmen oder einem Startup?
  66. Wo können wir Konventionen brechen?
  67. In der Rückschau der Projekte, die wir vorzeitig beendet haben: wie viele hätten wir gerne weiter geführt und wie viele lieber bereits früher beendet?
  68. Wie würden wir – heute – eine 100-jährige Finanzdienstleistungsgesellschaft aufbauen?
  69. Welche Abläufe und Methoden verwenden wir heute, die uns daran hindern, neue Wachstumschancen zu erkennen?
  70. Welche blöde Regel würden wir am liebsten abschaffen?
  71. Welche potentiellen Megatrends könnten unsere Bank überflüssig machen?
  72. Wann habe ich das letzte Mal eine Filiale meiner Bank besucht?
  73. Welche Information, die unsere Führungskräfte ignorieren, ist kritisch für unsere Bank?
  74. Welches sind die Regeln und Annahmen, unter denen die Bankenbranche arbeitet? Was wäre, wenn das genaue Gegenteil einträte?
  75. Wohin sollen sich unsere Kunden entwickeln?
  76. Wie halte ich unsere Bank inspiriert?
  77. Welche Fragen stellen unsere Kunden, die unsere Bank nicht beantwortet?

 

Diese Liste ist keineswegs abschließend. Ergänzen Sie einfach Ihre eigenen Fragen im Kommentarfeld und helfen Sie so, die Diskussion weiter zu entwickeln.

 

Der Originalbeitrag erschien in Bankinnovation unter dem Titel „77 Questions Every Banker Should Ask“. Weitere Fragen finden Sie auch bei Twitter unter dem Hashtag #77questions.

 

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Über den Autor

JJ Hornblass

JJ Hornblass ist seit 2007 Herausgeber von Bank Innovation. Er ist außerdem Gründer, Präsident und Chief Executive Officer von Royal Media, einem in New York ansässigen diversifizierten Medienunternehmen, zu dem Bank Innovation gehört. Davor war Redakteur von American Banker und arbeitete als Redakteur eines Wirtschaftsmagazins in Hong Kong. Als Reporter und Redakteur, hat er verschiedene Auszeichnungen erhalten, u.a. von der National Press Foundation, Newsletter & Electronic Publishers Foundation und der Readers Digest-Stiftung. Er hat einen BS in Wirtschaftswissenschaften von der Yeshiva University und einen Master von der Columbia University Graduate School of Journalism. Er war auch Fellow an der University of Wisconsin-Madison Graduate School of Banking. JJ lebt in New York City mit seiner Frau, zwei Töchtern und Sohn.

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1 Kommentar

  1. Dr. Hansjörg Leichsenring

    Hier einige weitere Fragen:
    Wie sehen die Filialen meiner Bank in 5, 10, 15 Jahren aus?
    Was ist sinnvoller: Eine neue IT Architektur „auf der grünen Wiese“ oder eine Modernisierung der bestehenden antiquierten Strukturen?
    Was haben Sie im vergangenen Jahr dazu beigetragen (oder hätten Sie dazu beitragen können), um die Wahrnehmung Ihrer Bank als ethisch, ehrlich und kundenorientiert zu steigern?
    In welchen Dingen sind wir heute so erfolgreich, dass wir neue Wachstums- und Geschäftschancen übersehen?

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