Neue Wege der digitalen Identität für Banken
Vorträge und Moderation

21 Gründe, warum Verweigerer von Mobile Banking falsch liegen

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Argumente für innovative Leistungen

21 Argumente, um Skeptiker von Mobile Banking und Mobile Payment zu überzeugen

Mobile Banking Skepsis

Mobile Payment und Mobile Banking sind nicht mehr wegzudenkende Trends. Die Veränderungen für die Banken werden gravierend sein. Den Skeptikern unter den Bankern werden im heutigen Gastbeitrag 21 Argumente entgegengehalten.

Zu viele Pessimisten

Banken sind ja von Natur aus eher innovationsscheu. Und obwohl Mobile Banking und Mobile Payment ungewöhnlich starke Wachstumstrends sind, gibt es immer noch viele, die den Nutzen und die nachhaltige Verbreitung in Frage stellen.

Keine Monetarisierung – das ist der Kern der Argumente gegen Mobile Banking. Die Pessimisten bei den Banken sagen, dass Mobile Banking nur unzureichendes Ergebnispotential aufweise und es keine Möglichkeiten gäbe, es in Ertrag bringende Lösungen umzusetzen.

„Mobile ist der am schnellsten wachsende Kanal und dass ist eine große Sache“ schrieb kürzlich ein in der Finanzindustrie tätiger Berater und weiter „Ich denke, darüber besteht Einigkeit: Mobile ist keine Modeerscheinung sondern ein nachhaltiger Trend. Aber die Banken sind noch dabei herauszufinden, wie man mit und in diesem Kanal Geld verdienen kann und bislang hat er noch keinen wirklichen Einfluss auf die Ertragsdynamik der Banken gezeigt.“

Andere argumentieren, dass Mobile Banking …

  • nur einen inkrementellen Nutzen für den Kunden darstelle.
  • das Potential fehle, Banken einen wirklichen finanziellen Mehrwert zu bieten.
  • den Blick auf andere Bereiche verstelle, die ein höheres Ergebnispotential aufweisen.
221 Argumente für eine Zukunft des mobilen Bankings

Aufbruch ins mobile Bankgeschäft

21 gute Gründe für Mobile Banking

Im Folgenden gebe ich denjenigen, die sagen, dass Mobile Banking nichts Besonderes ist, 21 Antworten. Viele Mitarbeiter und Führungskräfte in Banken wollen innovativ sein und sehen sich häufig zähen Diskussionen ausgesetzt, die sie daran hindern wollen. Die folgende Liste die in einer lebhaften Diskussion in der LinkedIn Gruppe Bank Innovation entstanden ist, soll helfen, diese Hindernisse zu überwinden.

1. Veränderungskraft

Es ist unmöglich, heute zu sagen, wie weit Mobile Banking das Bankgeschäft tatsächlich verändern wird. Aber die  Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Veränderungen durch Mobile Banking zumindest denen entsprechen, die das Online Banking mit sich gebracht hat, und allein schon aus diesem Grund sollte man heute darin investieren.

2. Kundenmacht

Kunden werden durch Mobile Banking in einer Art und Weise mit Einkaufsmacht ausgestattet werden, die wir heute noch nicht mal erahnen können. Die Möglichkeiten liegen im wahrsten Sinn des Wortes „in der Hand“ des Konsumenten.

3. Funktionalitäten sind bereits vorhanden

Die Entwicklung von Mobile Banking ist vergleichbar mit der des Online Banking in den 90er Jahren. Viele Institute haben bereits Transaktionsfunktionen in ihren mobilen Apps entwickelt und diese Funktionalitäten sind bereits heute wertvoll für die Kunden wie für die Banken.

4. Big Data

In gewisser Hinsicht kennen großen Banken nicht einmal alle Daten, die sie bereits haben, geschweige denn, dass sie diese nutzen würden, um daraus neue Dienstleistungen für ihre Kunden zu entwickeln. Aber der Weg dorthin ist vorgezeichnet und die damit verbundene Ertragsexplosion wird erheblich sein.

5. Praktisch, zweckdienlich und komfortabel

Wohl kein Zugangskanal ist heute so bequem und praktisch für den Kunden wie sein Handy. Wenn das nicht bereits einen Wert hat, was dann?

6. Smartphones haben das Kundenverhalten bereits verändert

Nutzer von Smartphones haben bereits zahlreiche Gewohnheiten verändert. Die Art und Weise, wie sie Informationen aufnehmen, lernen, einkaufen etc. wird sich weiter dramatisch verändern. Banken und Sparkassen können es sich einfach nicht leisten, diese grundlegende Veränderung im Kundenverhalten zu ignorieren.

7. Der WOW-Faktor

Die Kunden sind zu Recht über die verschiedenen Mobile Banking Funktionen überrascht und erstaunt. Der WOW-Faktor ist real und steigert Markenwert und Marketing-ROI.

8. Kontextualisierung

Mobile Banking bietet die einmalige Gelegenheit, einen kontextuellen Bezug von Finanztransaktionen zu ermöglichen. Nur Mobile Banking erlaubt es einer Bank dort dabei zu sein, wo der reale Handel stattfindet: Direkt am Point-of-Sale.

9. Information dann, wenn Kunden sie brauchen

Unter bestimmten Umständen können Finanzinformationen genauso mächtig sein, wie die Finanzen selbst. Mobile Banking ermöglicht die unverzügliche Auslieferung wertvoller Finanzinformationen innerhalb bestimmter Kontexte an den Kunden. Skeptiker mögen argumentieren, dass dies auch ein einfaches Telefongespräch vermag, aber bestimmte Daten und Analysen funktionieren besser über ein Gerät, und nicht jeder Kunde will in der Öffentlichkeit , z.B. an der Kasse im Supermarkt, darüber diskutieren, welche Aktien er kauft oder ob sein Girokonto überzogen ist.

10. Transaktionen dann wenn man sie braucht

Mobile Banking ermöglicht Finanztransaktionen, wann und wo sie der Kunde möchte und wird damit Besuche in Filialen zunehmend überflüssig werden lassen, selbst für komplexere Finanztransaktionen. Schade um die vielen schönen Geldautomaten!

11. Weniger Papierkram

Jeder will weniger Papierkram. Oder etwa nicht?

12. Erhöhte Geschwindigkeit

Mit Mobile Banking können viele finanzielle Transaktionen schneller erfolgen, zum Beispiel Das Kontrollieren von Kontoumsätzen. Kundenreaktionen werden unmittelbar und Betrugsprävention erfolgt im Moment des Bezahlens. Dies nennt man auch eine klassische Win-Win-Situation.

13. Qualität der Informationsbeschaffung

Wem würden Sie vor Ort bessere Informationen zutrauen: Einem Kundendienstmitarbeiter im entfernten Call Center oder einem mobilen Gerät das Ihnen über Geolocation oder QR Codes unmittelbare Informationen zur Verfügung stellt?

14. Customer Experience als Must-have

Kunden erwarten von ihren Dienstleistern mehr. Technologische Veränderungen werden immer häufiger zu einer Herausforderung im Kundenservice. Fragen wie „Was meinen Sie damit, Sie können es mir nicht per E-Mail schicken???“ sind ein Alptraum für jeden Kundendienstmitarbeiter.

15. Schnellere Kreditentscheidungen

Mobile Anwendungen ermöglichen auch die Beantragung von Krediten und eine schnellere Kreditentscheidung. Das bietet Vorteile für alle Beteiligten.

16. Effizientere Funktionen

Bewegungsfunktionen, z.B. im iPhone, die kein Drücken von Tasten erfordern, vereinfachen auch den Aufwand beim Mobile Banking. Finanztransaktionen können noch einfacher als über das Online-Banking erfolgen.

17. Bargeldersatz

Immer mehr Konsumenten sind bereit, ihr Handy auch als digitales Portmonee zu nutzen. Je ausgereifter diese Funktionen einer digitalen Brieftasche werden, umso höher wird die Nutzung und umso geringer der Bargeldbedarf.

18. Wertvolle Alarmfunktionen

Auf dem Golfplatz kann Sie lautes „Fore“ davor bewahren, einen Ball schmerhaft an den Kopf zu bekommen. Auch im Banking können Warnungen in Echtzeit helfen und in bestimmten Fällen sogar Geschäftsprozesse neu gestalten.

19. Betrugsverhinderung

Mehr als ein Startup versucht, Geolocation-Daten für eine bessere Betrugsbekämpfung zu nutzen. Aber bereits die Fähigkeit, dem Kunden am POS einen kurzen Text zur Transaktionsbestätigung zu senden, ist in den Augen zahlreicher Risikomanager eine deutliche Verbesserung.

20. Proaktive Finanzplanung

Wäre es nicht toll, im Moment eines Kaufes dessen Auswirkungen auf das Haushaltsbudget zu sehen? Moderne mobile PFM Lösungen machen dies möglich.

21. Alternativen in Echtzeit finden

Mobile Banking Lösungen ermöglichen es, Kunden – im Moment des Kaufs am POS – preiswerte Alternativen oder attraktive Finanzierungen vorzuschlagen. Dies ermöglicht den Banken völlig neue Transaktionsmöglichkeiten und damit auch neue Wege, Geld zu verdienen.

Überzeugt? Vielleicht haben Sie ja sogar noch weitere Argumente, warum sich Banken und Sparkassen bei Mobile Banking stärker engagieren sollten?!

Im Original erschien der Beitrag bei Bank Innovation unter dem Titel „21 Reasons Why the Mobile Banking Naysayers Are Wrong”.

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Über den Autor

JJ Hornblass

JJ Hornblass ist seit 2007 Herausgeber von Bank Innovation. Er ist außerdem Gründer, Präsident und Chief Executive Officer von Royal Media, einem in New York ansässigen diversifizierten Medienunternehmen, zu dem Bank Innovation gehört. Davor war Redakteur von American Banker und arbeitete als Redakteur eines Wirtschaftsmagazins in Hong Kong. Als Reporter und Redakteur, hat er verschiedene Auszeichnungen erhalten, u.a. von der National Press Foundation, Newsletter & Electronic Publishers Foundation und der Readers Digest-Stiftung. Er hat einen BS in Wirtschaftswissenschaften von der Yeshiva University und einen Master von der Columbia University Graduate School of Journalism. Er war auch Fellow an der University of Wisconsin-Madison Graduate School of Banking. JJ lebt in New York City mit seiner Frau, zwei Töchtern und Sohn.

5 Kommentare

  1. Robert Martignoni am

    Sehr geehrter Herr Hornblass,

    interessanter Artikel. Sie haben 21 Gründe für Mobile Banking aufgeführt, berichten Sie doch welche dieser Szenarien von Ihnen persönlich schon einmal vorgekommen sind, z.B. wann haben Sie denn die Auswirkung eines Kaufs auf Ihr Finanzbudget analysiert (Grund 20), wann haben sie mobil mit dem Handy bezahlt (Grund 17), wann hatten Sie das Bedürfnis mobil einen Kredit zu beantragen (Grund 15), Überweisungen mobil beuftragen (Grund 5) – viel Spaß bei der Eingabe der IBAN und BIC auf dem Handy …

    Entschuldigen Sie bitte vielmals, aber ich sehe daher nicht warum der Kunde (Grund 2) hier aktiv werden sollte.

    Viele Grüße
    Robert Martignoni

    • Dr. Hansjörg Leichsenring

      Hallo Herr Martignoni

      Ihre Fragen könnte JJ für die USA sicherlich überwiegend mit einem Ja beantworten. Hierzulande gibt es die angesprochenen Möglichkeiten noch nicht, kein Angebot – keine Nachfrage.

      Ich bin mir sicher, wenn das Angebot erst mal da ist, kommt auch die Nachfrage. Bei Apps merkt man es doch jetzt schon.

      Und denken Sie bitte an Henry Ford: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.“

      In diesem Sinne beste Grüße

      Hansjörg Leichsenring

      • Robert Martignoni am

        Hallo Herr Leichsenring,

        bei einer sehr wichtigen Erkenntnis stimme ich mit Ihnen überein. Kunden nach neuen Angeboten zu fragen, hilft nicht viel. Relevanter ist es, wie sich die Kunden wirklich verhalten.

        Und genau darauf zielten meine Fragen ab. Kunden zeigen uns heute durch ihr Verhalten, dass Themen wie Mobile Payment, etc. irrelevant sind. Grund dafür ist mit Sicherheit nicht alleinig das fehlende Angebot, sondern falsche Einschätzungen über Kundenbedürfnisse.

        Daher noch einmal die Frage, wann hatten Sie den Wunsch die Auswirkung eines Kaufs auf Ihr Finanzbudget zu analysieren(Grund 20), wann wollten Sie unbedingt mit dem Handy bezahlen oder wann haben Sie mit dem Handy bezahlt (Grund 17), wann hatten Sie das Bedürfnis mobil einen Kredit zu beantragen (Grund 15). Nie?

        Danke!

        Robert Martignoni

  2. Hallo Herr Martignoni,

    danke für Ihre Hartnäckigkeit bzgl. der Beantwortung der Fragen. Ich teile ihre Auffassung, dass die Zurückhaltung ganz sicher nicht am fehlenden Angebot liegt. Es gibt es m.E. zu viele Anbieter, was fehlt ist der (Banken-?) standard.

    Insofern sehe ich diesen Artikel doch eher als Auflistung von Werbeparolen.

    Mfg
    Bernd Krause

    • Dr. Hansjörg Leichsenring

      Hallo Herr Krause

      „Werbeparolen“ klingt reichlich negativ. Wie Sie selbst schreiben, gibt es derzeit noch reichliches Durcheinander, vor allem bei den Banken. Anbieter sind derzeit eher Nicht Banken.

      Insofern ist der Beitrag auch ein Aufruf an die Banken, hier etwas zu tun.

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