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PSD2 und Open Banking: Chancen für Banken im digitalen Finanzökosystem

16 Thesen zur notwendigen Neuorientierung der Banken

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Disruption im Banking

16 Thesen zur notwendigen Neuorientierung der Banken im Retail Banking

Disruption im Banking

Matthias Kröner, der CEO und Gründer der Fidor Bank, hat neulich in London einen spannenden Vortrag über die tiefgreifenden Veränderungen im Banking gehalten. Seine darin aufgestellten 16 Thesen können Sie heute im Bank Blog nachlesen.

Hintergrund

Im Anschluss an die diesjährige Finovate Europe fand auf Einladung der Anthemis Group eine Abendveranstaltung statt, auf der u.a. einige Vorträge zum Umbruch in der Finanzbranche gehalten wurden.

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Ausgelöst von Veränderungen im Kundenverhalten befindet sich die Finanzbrache in einem tiefgreifenden Umbruch und muss durch neue Geschäftsmodelle reagieren. Dem Umfeld des Vortrags gerecht werdend, habe ich eine Anleihe bei Shakespeare aufgenommen und daraus 16 Thesen entwickelt, wie Banker in einer Finanzwelt im Umbruch sich verändern und handeln sollten.

Meinen vollständigen Vortrag (in englischer Sprache) können Sie hier sehen:

16 Thesen

1. Seien Sie ehrlich und aufrichtig!

Andernfalls können Sie in einer Welt der zunehmenden Transparenz nicht überleben. Hören Sie auf, ungerechtfertigte Boni zu zahlen, Preise zu manipulieren oder Kunden zu täuschen und bieten Sie ehrlichen Service.

2. Seien Sie authentisch!

Definieren Sie Ihre Werte, kommunizieren Sie sie und leben Sie danach. Machen Sie nicht nur schöne Broschüren, die Sie dann schnell ignorieren wenn niemand zuschaut.

3. Denken Sie Kunden-zentriert!

Lösen Sie zuerst die Probleme der Kunden, dann werden Sie auch die Herausforderungen Ihrer Bank bewältigen. Missbrauchen Sie Ihre Kunden nicht nur als Quelle für eine billige Refinanzierung.

4. Respektieren Sie Ihre Kunden und behandeln Sie sie wie Co-Manager.

Dann werden sie als Co-Manager fungieren. Wenn Sie Ihren Kunden wie kleine Kinder zu behandeln, werden sie wie Kinder verhalten.

5. Leben Sie das Leben Ihrer Kunden!

Wie sonst könnten Sie sonst verstehen, was ihre Bedürfnisse und Wünsche sind? Sie sind Teil einer Service-Industrie. Denken Sie daran: Unsere Branche nennt sich „Finanz-DIENSTLEISTUNG“!

6. Bieten Sie Ihren Kunden Freiheit, nicht Beschränkungen!

7. Bieten Sie Spaß, keine Angst!

… oder Ignoranz.

8. Seien Sie integrativ, interaktiv und transparent!

Das ist die wahre Strategie im Web 2.0.

9. Eine Social-Media-Strategie ist eine kulturelle und keine technische Herausforderung für Ihre Organisation!

10. Social-Media ist eine Strategie und kein Vertriebskanal!

Es ist keine Social-Media-Strategie, ein desintegratives Produkt über Facebook zu verkaufen.

11. Folgen Sie nicht blindlings sogenannten „Social Media Gurus“.!

Wagen Sie es, eine eigene Strategie zu entwerfen. Verlassen Sie die ausgetretenen Pfade und vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl.

12. Treiben Sie Innovationen voran und feuern Sie Ihre Controller!

Er ist der Mann, der kurzfristigen Rentabilität vorantreibt und Ihrer Bank damit die Zukunft raubt.

13. Befreien Sie sich von Ihrer alten Technik!

Und zwar schnell. Je früher, desto besser. Ihre strategische Entwicklung ist sonst eine Geisel Ihrer IT-Abteilung.

14. Aktivieren Sie eine Kultur der Innovation! Wenn dies in Ihrer bestehenden Organisation nicht möglich ist, dann versuchen Sie es auf der „grünen Wiese“.

15. Verstehen Sie endlich: Neue Teilnehmer im Markt für Finanzdienstleistungen sind nur möglich, weil die Banken schlafen!

PayPal und andere wären nicht zu Global Playern geworden, wenn die Banken agiler wären. Wenn Sie andere das Feld bereiten, dann leiden werden Sie darunter leiden! Am Ende kaufen Sie womöglich es für eine Unsumme an Geld.

16. Brechen Sie aus einem traditionellen Produkt-und Service-Verständnis aus und akzeptieren neue Wege der Kooperation und Zusammenarbeit!

Fazit

Schauen Sie sich um! Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf! Es geschehen so viele spannende Dinge rund um die Finanzdienstleistungsbranche. Nicht alle sind wirklich neu oder erst seit der Erfindung des Web 2.0 auf dem Markt. Manchmal sind es alte Traditionen, die neu belebt werden. Denken Sie nur an Raiffeisen und vergleichen Sie seine Ideale mit den heutigen Ansätzen z.B. für Crowdfinancing.

Der fundamentale Wandel, den uns das Web gebracht hat, ist die Transparenz. Früher konnte man langweilig sein und nur wenige haben es bemerkt. Heute sehen es alle und sprechen darüber.

Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen moderne Technik und Social Media bieten, statt sie zu ignorieren oder gegen sie anzukämpfen. Nur so können Sie zu einem Teil des Banking der Zukunft werden.

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Über den Autor

Matthias Kröner

Matthias Kröner ist Mitgründer, Mitgründer, Aktionär und CEO (Sprecher des Vorstands) der Fidor Bank. Nach dem Abitur absolvierte er eine Hotellehre und war Assistent Back of House Manager im Hyde Park Hotel London. Danach studierte er in München und New York Betriebswirtschaftslehre und absolvierte ein Traineeprogramm beim Bankhaus Maffei KGaA. München. 1997 wurde er, mit 32 Jahren Deutschlands jüngster Bankenvorstand bei der Direkt Anlage Bank AG. Von 1993 bis 2002 baute er den ersten kontinentaleuropäischen Online-Broker mit auf. Im Jahr 2009 erhielt die Fidor Bank AG ihre Banklizenz.

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2 Kommentare

  1. Ein wirklich sehr guter Beitrag zur der Frage nach der künftigen Ausrichtung von Banken und Finanzdienstleistern. Wir sehen auf „Meine Bank vor Ort.de“ auch, dass die Kunden sich mehr Information und Aufklärung wünschen – und gern auch eine einfachere und umkompliziertere Kontaktaufnahme.
    In solchen Informations- und Bewertungsplattformen liegt m.E. auch sehr viel Phantasie für kunden- und zukunftsorientierte Banken. Ich freue mich auf die Entwicklung!
    Ihr, Kai Fürderer

  2. Ich finde diesen Artikel sehr gut. Vor allem, dass es klar und deutlich kommuniziert wird, dass Social Media Marketing mehr eine Strategie als ein Vertriebskanal ist. Der Fokus von heutigen Anbieter sollte auf Qualität , Service und Transparenz gehen. So kreiert man eine Marke

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