Wettbewerbsvorteile jenseits von Produkt und USP – Infografik

Unternehmen kennen ihre Stärken schlecht

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Jeder vierte Manager weiß nicht, wo im eigenen Unternehmen der Wettbewerbsvorteil liegt. Jeder fünfte gibt an, dass sein Unternehmen über gar keinen verfügt. Eine neue Studie zeigt, dass sich die Führungsebene ihrer Vorzüge am Markt kaum bewusst ist.

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Ein Wettbewerbsvorteil kann alles entscheiden: Von ihm kann abhängen, ob sich ein Geschäftsmodell überhaupt rentiert, ob es sich lohnt, ein Unternehmen aufzubauen oder in eine neue Branche zu investieren.

Viele Manager wissen jedoch erstaunlich wenig über die Vorzüge ihrer Firmen am Markt. Das fand eine aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Management- und Technologieberatung Sopra Steria heraus. Rund 1.000 Manager privatwirtschaftlicher Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern wurden dafür befragt.

Erstaunlich ahnungslos

26 Prozent der Unternehmensentscheider mussten demnach bei der Frage passen, wo im eigenen Unternehmen der Wettbewerbsvorteil liege. Nur ein Drittel der befragten Entscheider ist sich zudem sicher, dass bisherige Wettbewerbsvorteile auch in den kommenden Jahren noch Bestand haben werden. Und fast jeder fünfte Manager gab an, dass sein Unternehmen über gar keine Wettbewerbsvorteile verfüge oder sie sich darüber keine Meinung bilden könnten.

Woher kommt die Unwissenheit über die eigenen Vorteile gegenüber der Konkurrenz? Die Digitalisierung, ein verschärfter globaler Wettbewerb sowie die Corona-Pandemie fordern die deutsche Wirtschaft heraus. Besonders das Fehlen passender Mitarbeiter wird zur Belastung, wenn es darum geht, sich erfolgreich am Markt zu behaupten. Nur zwei von fünf Entscheidern (38,6 Prozent) sehen klare Wettbewerbsvorteile im eigenen Unternehmen.

Wettbewerbsvorteil? Nicht immer das Produkt

Viele Firmen denken bei Wettbewerbsvorteilen zunächst an das eigene Produkt oder andere klassische USPs. Doch der Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens kann sehr viel mehr als das sein, zum Beispiel kurze Innovationszyklen, der konsequente Einsatz von Automatisierung oder die Motivation der eigenen Mitarbeiter.

Konservatives Selbstbild

Die Mehrheit der Unternehmen gibt sich bei den eigenen Stärken konservativ: Jeder zweite Manager sieht den unternehmenseigenen Vorteil bei Qualität und Verfügbarkeit von Produkte sowie beim Fleiß der Mitarbeiter. Jeweils rund ein Drittel verweist auf die Leistungsfähigkeit bei Service und After Sales, die eigene Innovationsfähigkeit sowie die Kundenfokussierung.

Als digitaler Technologieführer sehen sich die wenigsten: Der Einsatz smarter Technologien wie Künstlicher Intelligenz (18,2 Prozent) oder datengetriebener Geschäftsmodelle (11,5 Prozent) spielt bei der Bewertung des eigenen Wettbewerbsvorteils eine untergeordnete Rolle. In Sachen Automatisierung sieht nicht einmal jeder sechste Entscheider (14,7 Prozent) sein Unternehmen im Vorteil.

Effiziente Kostenstruktur wird wichtiger

Mehr Manager als heute gehen davon aus, dass Vorteile bei den Kostenstrukturen und der Preisgestaltung zukünftig den Unterschied ausmachen werden. Auch die Kundennähe gewinnt an Relevanz: Knapp 42 Prozent der Befragten sehen in ihr zukünftig ein wichtiges Differenzierungsmerkmal – ein Plus von rund acht Prozentpunkten gegenüber heute.

Markenstärke und Purpose gleichen sich an

Dagegen spielt die Markenstärke in Zukunft nur für ein Viertel der Entscheider eine wichtige Rolle. Die eigene Marke wird aktuell noch von fast einem Drittel als Wettbewerbsvorteil gesehen. Unternehmenskultur und „Purpose“ sind künftig ebenfalls für weniger Manager relevante Wettbewerbsvorteile.

Je härter der Wettbewerb, desto wichtiger werden die harten Kennzahlen wie Effizienz und die Flexibilität bei der Preisgestaltung. Schließlich entscheiden sie auch darüber, welche finanziellen Ressourcen zur Verfügung stehen, um in die Zukunft des Geschäftsmodells zu investieren. Bei Faktoren wie Marke und Unternehmenskultur würden die Unterschiede in Zukunft weniger spürbar sein, heißt es, schließlich mache auch die Konkurrenz ihre Hausaufgaben.

Wie im Fußball: „Nimmst du ihn? Ich hab ihn sicher!”

Die Studienergebnisse offenbaren außerdem, dass Wettbewerbsvorteile oft Betriebsgeheimnisse sind, wenn auch ungewollt: Die Mehrheit der Manager (73 Prozent) geht davon aus, dass die Führungsebene die Wettbewerbsvorteile des Unternehmens kennt. Mit Blick auf die Mitarbeiter glaubt dies gut die Hälfte. Am Ende kennt sie niemand. Das sollten Unternehmen verhindern.

Infografik: Wettbewerbsvorteile auf dem Prüfstand

Die folgende Infografik fasst wichtige Ergebnisse der Studie zusammen und zeigt, wie Unternehmen Wettbewerbsvorteile jenseits des klassischen USP herausarbeiten können.

Infografik: Wettbewerbsvorteile auf dem Prüfstand

Wie Unternehmen Wettbewerbsvorteile jenseits des klassischen USP herausarbeiten können.

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Über den Autor

Jannik Wilk

Jannik Wilk ist als freiberuflicher Redakteur für Der Bank Blog tätig. Er ist freier Journalist und Student in Heidelberg.

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