WeltSparen – denn Sparen muss sich lohnen!

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Innovative Finanz Start-ups stellen sich vor

Das innovative Finanz Startup WeltSparen im Portrait

WeltSparen

Der Bank Blog bietet innovativen Startups aus dem Finanzbereich die Möglichkeit, sich den Lesern vorzustellen. Heute berichtet Tamaz Georgadze über sein Konzept „Weltsparen“, das normalen Sparern internationale Anlagen ermöglichen soll.

Die Idee

Die Welt des Banking ist groß, sehr groß, und allzu oft leider auch sehr kompliziert. Das weiß ich spätesten seit 2003. Damals fing ich bei McKinsey an, mich mit dem Retail-Banking in Europa zu beschäftigen. Immer größere Banken, immer kompliziertere Transaktionen, doch das einfachste aller Produkte – das klassische Sparen – veränderte sich kaum.

Das Team des innovativen Finanz Startups Weltsparen

Das Team von WeltSparen

In der Zwischenzeit versuchten Banken ihre Kunden von globalen Kapitalmarkt-Produkten mit Hebeln oder Zertifikaten auf irgendwelche südostasiatische Penny-Stocks zu überzeugen. Produkte, die zum Teil der Berater selbst nicht verstand, und der Kunde erst recht nicht! Wir Deutschen aber sind die Sparmeister Europas und legen den Großteil unseres Geldes heute noch wie vor hundert Jahren an, meist auf dem Sparbuch bei der Hausbank um die Ecke, zu (teils sehr) niedrigen Zinsen.

Diese Magerzinsen wollte ich nicht hinnehmen! Ich wollte die Vorteile eines verständlichen, konservativen Produkts mit den hohen Zinsen ausländischer Banken verbinden. Zuerst dachte ich, die Idee wäre zu wild und zugleich zu einfach. Dann kam die Finanzkrise, die Zinsen fielen und fielen und als die deutschen Banken nicht ein mal mehr genug zahlten, um die Inflation auszugleichen, war die Geburtsstunde für WeltSparen gekommen!

Vorteile

Wir glauben nicht an Landesgrenzen, wenn es um’s Geldanlegen geht. Während manche Banken in Deutschland Ihren Kunden nicht einmal 1 Prozent pro Jahr bezahlen, bekommt man in anderen Ländern leicht mehr als 2 bis 3% auf’s einjährige Festgeld. Und damit meine ich nicht Länder wie Russland oder Brasilien. Ich spreche von Staaten innerhalb der EU, die allesamt eine gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde bieten.

Wäre es nun nicht wünschenswert, diese höheren Zinsen unserer Nachbarländer auch als deutscher Sparer zu nutzen? Bisher musste man dazu persönlich bei einer Filiale im jeweiligen Land erscheinen, sowohl zur Konto-Eröffnung als auch zur Auflösung. Das schien mir in Zeiten des Internets doch ziemlich umständlich. Und genau das wollen wir mit WeltSparen ändern: internationale Festgelder einfach online abschließen, bequem von zuhause aus, wie man es auch von anderen deutschen Angeboten gewohnt ist. Und ohne die üblichen Lockzinsen, mit einfachen Wechsel-Möglichkeiten und breiter Auswahl.

So funktioniert’s

Wir glauben, dass eine gute Geldanlage einfach verständlich ist. Das Konzept von WeltSparen ist es auch:

1. Das WeltSpar-Konto

In Kooperation mit der Frankfurter MHB-Bank ermöglichen wir den Kunden die Eröffnung eines kostenlosen WeltSpar-Kontos. Dies geschieht, wie bei Online-Banken üblich, mittels Online-Formular und PostIdent-Bogen. Das Konto dient zum einen der Verrechnung mit den ausländischen Partnerbanken, erfüllt aber noch einen anderen Zweck: durch die Identifikation bei der MHB-Bank kann diese die Identität der Kunden bei den Partnerbanken legitimieren, ohne dass sie eine persönliche Identifikation vor Ort durchführen müssen. Für den Kunden entstehen dabei natürlich keinerlei Kosten.

2. Die Partnerbanken:

Mit ausgewählten Banken schließen wir Kooperationen und bieten deren Festgelder auf unserer Plattform an. Dabei spielt für uns das Thema Sicherheit zu jedem Zeitpunkt eine wichtige Rolle – wir wählen unsere Partnerbanken sehr genau aus. Dazu berücksichtigen wir Kriterien wie z. B. das Rating des Landes, die Eigenkapitalquote der Bank, bestimmte Liquiditätskennzahlen etc. Selbstverständlich unterliegt jede Partnerbank sowohl der Überwachung durch den nationalen Regulator, wie auch der jeweiligen gesetzlichen Einlagensicherung. Letztere ist innerhalb der EU harmonisiert und liegt bei 100.000 Euro bzw. entsprechendem Wert in Landeswährung.

3. Das Festgeld:

Der Kunde kann sich im Online-Banking auf WeltSparen über die verschiedenen Angebote im Detail informieren und nach seinem Wunsch das jeweilige Angebot zum gewünschten Anlagebetrag abschließen. Nachdem uns der jeweilige Eröffnungsantrag vom Kunden zugeht, leiten wir diesen mit dem Anlagebetrag an die Partnerbank weiter. Die meisten unserer Angebote werden in Euro sein, ein Teil wird aber auch in stabilen Fremdwährungen (zum Beispiel Norwegische Krone) angeboten. Sollte die Anlage in einer Fremdwährung gewünscht sein, informieren wir den Kunden ausführlich über die damit verbundenen Risiken und Chancen. Erst auf den ausdrücklichen Wunsch des Kunden hin veranlassen wir die Konversion des Betrags bei der Partnerbank. Die Konditionen werden dabei zuvor kommuniziert und liegen unterhalb der für Privatkunden üblichen Währungs-Tausch-Kommission. Zum Ende der Laufzeit erhält der Kunden Anlagebetrag und Zinsen wieder auf sein WeltSpar-Konto gutgeschrieben. Natürlich kann er nach Belieben auch eine Prolongation oder Neuanlage in Auftrag geben, wenn er das möchte.

Über SavingGlobal

Ich hatte die Idee, aber alleine hätte ich WeltSparen nicht auf die Beine stellen können. Ich überzeugte zwei Kollegen, mit denen ich bei McKinsey in verschiedenen Banking-Projekten zusammengearbeitet habe, von dem Konzept und gemeinsam gründeten wir im Dezember 2012 die SavingGlobal GmbH. Schon damals war unser Credo: Sparen muss sich lohnen!

Seit dem sind wir stetig gewachsen und diesem Ziel näher gekommen. Mitarbeiter aus großen deutschen Banken, ehemalige Gründer und IT-Experten kamen hinzu und zusammen brachten wir im Dezember 2013 WeltSparen ins Internet – den ersten Online-Marktplatz für europäische Festgelder. Schon unser 1. Festgeld bietet den deutschen Sparern einen jährlichen Zins von 2,9% – fast doppelt so viel, wie die derzeit besten Angebote der Konkurrenz! Wir arbeiten fleißig daran, unser Angebot zu erweitern, und werden zum Ende des Quartals voraussichtlich 4-5 europäische Partnerbanken im Angebot haben.

So verdienen wir Geld

Unser Unternehmen finanziert sich, so wie es in der Branche üblich ist, über eine Provision des jeweiligen Anbieters. Dafür übernehmen wir die Kosten für die Kundenakquisition und den Kundenservice. Wir haben frühzeitig Marktforschung betrieben und Kunden gefragt, ob sie ggf. bereit wären, die entsprechenden Kosten zu tragen, wenn wir die Provision herausgeben. Die Zahlungsbereitschaft war gering (<20% der Interessenten), obwohl unser Angebot an sich sehr gut bei den Kunden ankam.

Was kommt als nächstes?

Der nächste Schritt wird sein, das Angebot über die Grenzen der EU auszuweiten und unseren südlichen und nördlichen Nachbarn zugänglich zu machen – denn bei Geldanlagen glauben wir nicht an Landesgrenzen! Befürchten wir dabei Konkurrenz? Nein, denn die Konkurrenz belebt unser Geschäft und macht den Kunden das Vorhandensein attraktiver Sparangebote jenseits deutscher Grenzen erst bewusst. Die Eintrittshürden für neue Anbieter sind dabei relativ hoch, will man die strengen gesetzlichen Anforderungen einhalten, die Sicherheit einer voll funktionsfähigen deutschen Online-Bank gewährleisten und die Qualität eines deutschsprachigen Kundenservices anbieten. Nachahmer werden wohl auch erst kommen, sobald wir als Vorreiter bewiesen haben, dass das Grundkonzept funktioniert – das ist unsere Aufgabe in den kommenden Monaten. Finanzvermittlern und Honorarberatern, die unseren Ansatz interessant finden und ein solches Angebot in ihr Portfolio aufnehmen wollen, bieten wir selbstverständlich Kooperationsmöglichkeiten an.

 

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Über den Autor

Tamaz Georgadze

Nach seinem Abitur mit 12 Jahren und abgeschlossenen Studien der Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaften hat Herr Georgadze seine Promotion an der Universität Gießen im Alter von 16 Jahren angefangen. Nach erfolgreich abgeschlossener Promotion hat er über zehn Jahre, zuletzt drei Jahre als Partner bei McKinsey & Company, führende Banken und Versicherungen aus Deutschland und dem europäischen Ausland beraten. Bei McKinsey war er neben der Beratungstätigkeit für Einlage- und Anlageprodukte in Europa, dem Mittlerem Osten und Afrika (EMEA Deposit & Investment Product Service Line) zuständig. Bei der SavingGlobal GmbH ist Herr Georgadze als CEO für die strategische Entwicklung des Geschäftsmodells, das Ressort Presse und die Partnerbankbetreuung verantwortlich.

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