Alte und neue Wege zum Kunden

Lesenswertes über Banking KW 28-2019

Traditionell finden Kommunikation und Vertrieb immer noch vor allem über physische Kanäle statt, sie es in der Filiale oder am Telefon. Im Zuge der Digitalisierung wird sich das ändern. Vielleicht nicht so schnell, wie manche denken, auf jeden Fall aber nachhaltig.

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Die Bankfiliale hat noch lange nicht ausgedient. In Deutschland nutzen über 80 Prozent der Kunden diesen „dienstältesten“ Zugang zu ihrer Bank oder Sparkasse. Ein weiterer wichtiger persönlicher Zugangskanal ist das Telefon. Call Center (Kontakt Center, Service Center) haben in vielen Kreditinstituten eine hohe Bedeutung.

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Gleichzeitigt steigt der Anteil der Kunden, die Online Bankings nutzen und neben dem klassischen Zugang über den PC zuhause oder am Arbeitsplatz gewinnt nicht nur das Smartphone schnell an Bedeutung.

Banking Devices und ihre Nutzung

Neben der Frage des passenden Gerätes stellt sich immer mehr die Frage nach der Art und Weise wie Kunden das Gerät nutzen wollen. Textbasierte Chatbots stehen am Anfang einer interessanten Entwicklung, an deren Ende ein voll automatisiertes Voice Banking stehen könnte. Zumindest für einfache Serviceleistungen erscheint dies auf Sicht von fünf bis zehn Jahren jedoch nicht unwahrscheinlich.

Das Schwerpunktthema des heutigen Wochenrückblicks auf interessante Beiträge aus der internationalen Finanzwelt ist daher den Zugangswegen einer Bank gewidmet.

Die Bankfiliale als Beratungscenter

Beginnen wir mit der Bankfiliale. In dem Maße, in dem Transaktionen zunehmend digital ausgeführt werden, der Bedarf an Bargeld sinkt und reine Nähe damit an Bedeutung verliert, müssen sich Zweigstellen von Banken und Sparkassen in spezialisierte Beratungszentren verwandeln. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist die Verbesserung der Beratungsleistungen selbst.

Mehr dazu hier: Branches Should Be Advice Centers, But Are Banks Ready?

Voice Banking darf nicht ignoriert werden

Die neue Ära der digitalen Sprachassistenten – egal ob zuhause oder mobil – stellt eine wesentliche Veränderung für die Interaktionsmodelle der Verbraucher im Bankwesen dar. Sprachinteraktionen ermöglichen Erkenntnisse, die zu neuen Differenzierungsmöglichkeiten und einem verbesserten Kundenerlebnis führen können. Finanzinstitute sollten die Möglichkeiten frühzeitig nutzen.

Mehr dazu hier: Voice Device Growth Too Large To Ignore By Banking

Finanztransaktionen mit Bewegungen freigeben

Könnte eine bestimmte Geste, die der Person und der vertrauenswürdigen Partei bekannt ist, verwendet werden, um eine Finanztransaktion oder eine Zahlung zu autorisieren? Wahrscheinlich, aber mit dem rasanten Anstieg biometrischer Authentifizierungsmodelle auf dem Smartphone derzeit schwer vorstellbar.

Mehr dazu hier: Are ‚Gestures‘ and your ‚Gait‘ the future to securing transactions?

Geldautomat 2.0???

Zweifelsfrei stellt der Geldautomat einer der nachhaltigsten Innovationen im Bankgeschäft dar. Doch hat er im Zuge sinkender Bedeutung des Bargelds eine Zukunft? Ja, aber dazu müsste er neu erfunden werden.

Mehr dazu hier: Innovation 2.0: ATMs in the 21st Century

Zeit für Wearables?

Umfragen belegen, dass viele Verbraucher bereit sind, Zahlungen per Smartwatch oder einem anderen mobilen Device zu leisten. Eine Handvoll Bankenpioniere sind bereits mit eigenen Lösungen dabei. Sicherheit ist nach wie vor ein Problem, aber die meisten sind sich einig, dass der Trend für die Nutzung von Wearables für Finanztransaktionen positiv ist.

Mehr dazu hier: Banking Brands View Surging Wearables and Wonder: Time to Jump In?

Weitere interessante Themen der Finanzwoche

Es gab aber noch weitere interessante Beiträge:

Trump will Facebook als Bank regulieren

US-Präsident Donald Trump ist „not amused“ über die Kryptowährungspläne von Facebook. Auf Twitter (wo sonst?!) outete er sich als Krypto-Gegner und stellte fest, dass es in den USA nur eine Währung gäbe und drohte der Social-Media-Firma, dass sie einen Antrag stellen müsse, um eine voll regulierte Bank zu werden.

Mehr dazu hier: Trump weighs in on cryptocurrencies

Mobile-Only-Banken machen sich gegenseitig das Leben schwer

N26 hat in dieser Woche seinen Start in den USA vollzogen, allerdings zunächst ohne eigene Banklizenz. Gemeinsam mit der Axos-Bank und Visa sollen Kunden zunächst Konto und Debitkarte angeboten werden.

Mehr dazu hier: N26 finally launches in the U.S., but without a banking license

Gleichzeitig hat das britische FinTech Revolut bekanntgegeben, seine Aktivitäten am deutschen Markt zu verstärken und dazu ein Tech-Center in Berlin mit 80 Softwareentwicklern, Datenwissenschaftlern, Produktmanagern und Marketingexperten aufzubauen.

Mehr dazu hier: Revolut to open tech centre in Berlin

Zahlungsanbieter wollen PSD2-Umsetzung hinauszögern

EPSM, ein europäischer Handelsverband, der die Interessen von Zahlungsdienstleistern für Händler vertritt, hat eine Mindestverzögerung von 18 Monaten für die Einführung strenger Regeln für die Verbraucherauthentifizierung gefordert, um eine erhebliche Störung der Online-Geschäftsinteressen zu vermeiden.

Mehr dazu hier: Payments lobby calls for 18-month delay to consumer authentication rules

Die Kultur entscheidet über den Erfolg von Veränderungen

Die Schaffung einer digitalen Bankorganisation erfordert einen Fokus, der über neue Technologien hinausgeht. Eine „digitale Bankkultur“ muss von oben nach unten und von unten nach oben geschaffen und gestärkt werden. Diese digitale Kultur erfordert jedoch keineswegs die Beseitigung all dessen, was bereits vorhanden ist.

Mehr dazu hier: Culture, Not Technology, Key to Digital Transformation Success In Banking

Was Benjamin Franklin über Bitcoins sagen würde

Die Currency Acts von 1751 und 1764 waren in den Kolonien sehr unbeliebt, und Benjamin Franklin setzte sich für ihre Aufhebung ein, als er England in den 1760er Jahren besuchte. Einige argumentieren, dass es wichtig sei, Kolonisten das Recht zu nehmen, ihr eigenes Geld auszugeben. Was können uns die Gründerväter über Bitcoin beibringen?

Mehr dazu hier: What would the Benjamin Franklin think of Bitcoin?

Berichte aus Banken und FinTechs

Auch in der vergangenen Woche gab es einige Berichte über Aktivitäten in der Finanzbranche sowie einzelner Institute, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

JPMorgan mit Robo Advisor

JPMorgan hat mit YouInvest einen digitalen Robo Advisor eingeführt, der auf Kunden ab 2.500 US-Dollar abzielt. Der im Internet und als mobile App verfügbare Service erstellt Portfolios, die den individuellen Vorlieben der Verbraucher in Bezug auf Risikotoleranz, finanzielle Ziele und Zeithorizont entsprechen.

Mehr dazu hier: JPMorgan rolls out robo-advisor

ABN AMRO startet Wealth-Management-App

ABN AMRO startet mit „Kendu“ eine mobile Wealth-Management-App. Sie soll Nutzer dabei unterstützen, mit entsprechenden Geldanlagen ihre Lebensziele besser zu erreichen.

Mehr dazu hier: ABN AMRO launches mobile wealth management app

Instant Payments für den Autokauf

Die Lloyds Bank wird in Zusammenarbeit mit Blue Motor Finance über eine API-Schnittstelle Autohäusern in Echtzeitauszahlungen von Darlehen für die Finanzierung von Autokäufen anbieten.

Mehr dazu hier: Lloyds partners with Blue Motor Finance to develop instant payments API

Wealth-Management-FinTech will nach Europa

Die australische FinTech Jacobi bietet eine Technologieplattform für Geldanlagen und hat aktuell rund 1 Billion US $ Assets under Management. Zur Finanzierung der weiteren Entwicklung der Plattform und einer Expansion nach Europa hat es 7,5 Mio. US $ von US-Investoren erhalten.

Mehr dazu hier: Wealthtech Jacobi raised $7.5m for EU expansion

Citi investiert in Incar-Payment

Car IQ entwickelt ein Zahlungsgateway, mit dem sich Fahrzeuge autonom mit dem Zahlungsnetz einer Bank verbinden, ihre eigenen Dienstleistungen validieren und bezahlen können. Citi Ventures hat sich an einer 5 Mio. $ Finanzierung beteiligt.

Mehr dazu hier: Citi Ventures invests in Car IQ

Zu guter Letzt: Bei Veränderungen an Bier denken

Wer die Auswirkungen digitaler Veränderungen in Bezug auf Produktivität und Anpassung an veränderten Kundenbedarf näher untersuchen will, dem vermittelt ein Blick in die Entwicklungen im Biermarkt eine interessante Analogie, was Banken bevorstehen könnte.

Mehr dazu hier: When You Think Disruption, Think Beer

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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