Unternehmen müssen Steuerungstools besser nutzen

Strategische Unternehmensführung in unsicheren Zeiten

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Das Werkzeug ist da, allein das Handwerk fehlt. Manager arbeiten zwar oft mit strategischen und operativen Tools, um ihr Unternehmen zu steuern, versagen aber regelmäßig bei ihrer Anwendung. Einer Studie zufolge fehlen vielerorts Konsequenz und Transparenz.

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Das Marktumfeld vieler Branchen und Unternehmen ist heute von zunehmender Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambivalenz (VUKA-Welt) geprägt. Niemand kann die Zukunft vorhersagen, und jene, die es dennoch versuchen, sind dabei selten genau. Manager und Unternehmen fahren in der Folge immer mehr „auf Sicht“.

Status quo: Planen Sie gut?

Um irgendwie müssen quantifizierbare Erkenntnisse für strategische Entscheidungen zu gewinnen, nutzen viele Unternehmen strategische und operative Tools, die das unsichere Marktumfeld für ihre Produkte etwas planbarer gestalten sollen.

Wie es dabei für die Unternehmensmanager läuft, zeigt eine neue Studie der Wirtschaftsberatung PwC. Sie beleuchtet, wie Unternehmensentscheider den Reife- und Professionalisierungsgrad ihres strategischen Portfolio-Managements und des Managements ihrer Unternehmensstrukturen bewerten.

Dabei gehen die Autoren folgenden Fragen nach: In welchem Ausmaß etwa haben Unternehmen Tools und Methoden implementiert, um informierte und bewusste Entscheidungen treffen zu können? Wie objektiv und transparent nutzen Entscheider diese? Und vor allem: wie konsequent setzen sie daraus abgeleitete Maßnahmen um?

Manager agieren nicht konsequent genug

Bei strategischen Entscheidungen im Portfolio-Management, also über Unternehmenskäufe und -verkäufe, Investitionen und Umstrukturierungen, hilft ein „Strategic Fit Assessment” (SFA). Es definiert, welche Unternehmenseinheiten zum Kerngeschäft gehören und welche nicht. Die Studie offenbart: 80,9 Prozent der befragten Entscheider haben solch ein „SFA” bereits voll oder teilweise implementiert.

Doch der Schein trügt. Denn der Einfluss auf die unternehmerische Entscheidung bleibt überraschend begrenzt: Nicht einmal die Hälfte der Befragten (43,3 Prozent) führt eine derartige Analyse transparent und objektiv durch. Mit 30,7 Prozent gab zudem fast ein Drittel der Entscheider an, dass sie eine Einheit nur verkaufen würden, wenn sich eine gute Gelegenheit dafür ergibt. 29,9 Prozent nur dann, wenn die Marktbedingungen dafür günstig sind.

Und jetzt wird es kurios: 13,4 Prozent beteuerten, dass sie nach einem entsprechenden SFA-Ergebnis gar nichts unternehmen würden. So wird die Technologie zwar befragt, aber der Spruch des Orakels ignoriert. Den Unternehmern fehlt offenbar das Vertrauen.

Immer komplexere Unternehmensstrukturen

Je komplexer die operativen Strukturen sind, desto wichtiger ist es für Manager, diese detailliert und quantifiziert zu bewerten. Nur so lässt sich auf eine zunehmend volatile Marktumgebung reagieren.

Die Zukunft sieht ähnlich aus, noch komplexer nämlich: Der Studie zufolge rechnen acht von zehn Entscheidern damit, dass ihre Unternehmensstrukturen an Komplexität zunehmen.

Mehr als die Hälfte der befragten Manager geht davon aus, dass die Komplexität von Unternehmensstrukturen in den nächsten fünf Jahren linear zunimmt. Etwa ein Viertel der Befragten (24,8 Prozent) rechnet sogar mit einer exponentiellen Komplexitätszunahme. Demgegenüber erwarten lediglich 18,5 Prozent gleichbleibende bzw. abnehmende Komplexität. Viele würden aber noch zu häufig zögern, ihre Management-Ansätze entsprechend zu professionalisieren.

Heißt die Lösung „Operational Fit Assessment”?

Abhilfe könnte ein recht neues System schaffen. „Operational Fit Assessment” (OFA) bietet Unternehmensentscheidern einen standardisierten Prozess, um dem Wirrwarr an Einflüssen Herr zu werden. Mit dessen Hilfe könnte man Strukturen identifizieren, bewerten und steuern. Nahezu drei Viertel der Befragten (72,7 Prozent) haben in ihren Unternehmen zumindest teilweise ein derartiges OFA implementiert.

Nur 36 Prozent aber sind wirklich überzeugt von OFA, es fehle an Transparenz und Objektivität. Immerhin aber setzen 78 Prozent der Befragten die vom OFA abgeleiteten Maßnahmen unabhängig von der Qualität der Kriterien konsequent um. Das zeigt deutlich mehr Vertrauen als beim SFA-Ansatz.

Frühzeitig auf Volatilität reagieren

Die Studienautoren plädieren für eine Überprüfung der Unternehmensstrategien, gegebenenfalls für eine Anpassung. Je volatiler die Marktaussichten seien, desto besser müssten Unternehmen ihre Strategien überprüfen und anpassen. Entscheider sollten möglichst früh in geeignete Tools und Methoden für das Portfolio-Management und das Management ihrer Unternehmensstrukturen investieren. Umso leichter werde es ihnen fallen, adäquat auf vermehrte Unsicherheit und steigende Komplexität zu reagieren.

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Über den Autor

Jannik Wilk

Jannik Wilk ist als freiberuflicher Redakteur für Der Bank Blog tätig. Er ist freier Journalist und Student in Heidelberg.

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