Robo-Advisor 2022: Grow or Go?

Drei Wege zum Wachstum in der digitalen Vermögensverwaltung

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Robo-Advisor sind in der Geldanlage inzwischen zu einer festen Größe geworden. Das Marktpotenzial der digitalen Vermögensverwaltung ist weiter immens, eine Konsolidierung bei der Zahl der Anbieter aber unausweichlich. Wer sich behaupten will, muss dynamisch wachsen.

Ausblick Robo Advice im Jahr 2022

Robo Advice im Jahr 2022.

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Liest man die einschlägigen Studien und Berichte, interessieren sich inzwischen immer mehr Menschen hierzulande für ihre Geldanlage. Das ist erstmal eine wirklich erfreuliche Tendenz. Aber seien wir ehrlich: Geht es um den Wertpapierbesitz in Deutschland, ist das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft. Private Haushalte horten immer noch über zwei Billionen Euro auf Giro-, Tagesgeld- oder Sparkonten. Im Vergleich machen sich zum Beispiel die Summen der von Robos verwalteten Vermögen noch eher bescheiden aus.
Vom Thema Geldanlage fühlen sich viele immer noch nicht angesprochen. Hürden und Hemmnisse, reale wie gefühlte, gibt es weiterhin genug.

Dabei sind Wertpapiere für den Vermögensaufbau so wichtig, etwa für die Altersvorsorge – gerade für die jungen Generationen. Eine Chance für Robo-Advisor: Schließlich sind wir angetreten, die Geldanlage einfacher und günstiger zu machen. Aber das Vertrauen der Menschen zu gewinnen und als Robo-Advisor zu wachsen, ist kein Selbstläufer, wie es der ein oder andere vielleicht gehofft hatte. Die Goldgräberstimmung, aus der heraus neue Robo-Advisor wie Pilze aus dem Boden schossen, ist verflogen. Der Markt wird reifer. „Grow or Go“: Das berühmt-berüchtigte Motto für die Karriereleiter gewinnt auch für Robo-Advisor an Relevanz.

Um aber sicher wachsen zu können, muss auch das Fundament solide und tragfähig sein. Im Klartext bedeutet das: Der Robo braucht ein – auch langfristig – überzeugendes Anlagekonzept, er muss seine Dienstleistung attraktiv bepreisen und seine Prozesse digitalisieren. Doch das alleine reicht noch nicht aus.

Andere Vertriebswege, neue Impulse

Wer wachsen will, kann zum Beispiel Menschen ansprechen, die den Kapitalmarkt bislang nicht nutzen. Doch wo trifft man die? Warum sollte man sie nicht da abholen, wo sie im Alltag unterwegs sind, etwa im Supermarkt nebenan. In diesem Sinne haben wir im November 2021 in Kooperation mit Edeka den Vertrieb von Gutscheinkarten für die Geldanlage gestartet. Die Karten mit Guthaben von 25, 50 oder 100 Euro werden an der Supermarktkasse aktiviert und können dann online bei quirion genutzt werden.

Wichtig ist mir: Die Aktion ist kein Marketing-Gag! Klar, mit dem Kauf einer Karte für 100 Euro ist nicht gleich die Altersvorsorge gesichert. Aber wer den Impuls nutzt und einen Sparplan einrichtet, kann sich langfristig ein Vermögen aufbauen. Diese Botschaft wollen wir vermitteln. Und die ersten Monate zeigen mir, dass die Botschaft ankommt.

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Menschen nicht alleine lassen

Robo-Advisor sind nicht bloß Roboter, sondern auch Berater. Eine digitale Vermögensverwaltung muss mehr sein als eine App. Nicht alle wollen sich ausschließlich auf „Automatismen“ und Algorithmen stützen. Je nach eigenen Wünschen sollte der Kunde zumindest die Möglichkeit haben, persönliche Beratungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Solche Angebote können dann ebenfalls für Wachstum sorgen. Wobei echte Beratung deren Unabhängigkeit voraussetzt: Zu oft wurden Anleger von „Beratungsleistungen“ enttäuscht, bei denen die Vertriebsprovisionen im Vordergrund standen. Beratung ist eine Dienstleistung, die zu einem fairen Preis angeboten werden kann.

Sich den Kundenbedürfnissen öffnen

Wir spüren mehr und mehr das Interesse von Kunden, sich über das Kernangebot einer digitalen Vermögensverwaltung hinaus gezielt in bestimmten Themen engagieren zu können – ob in nachhaltigen Investments, in Sachwerten oder in anderen Segmenten. Keine Frage: Eine digitale Vermögensverwaltung hat vor allem die Aufgabe, die Kunden davon zu entlasten, sich selbst um eine Anlagestrategie und deren Umsetzung zu kümmern. Das schließt aber nicht aus, das Angebot zu öffnen. So können Anleger ihr Portfolio nach eigenen Vorstellungen ergänzen. Die Kunst ist, ein solches Zusatzangebot trotzdem klar von reinem Brokerage abzugrenzen.

Wir sind fest überzeugt, dass eine digitale Vermögensverwaltung für viele Menschen die beste Art der Geldanlage für den Vermögensaufbau ist. Und mit dieser Überzeugung sind wir nicht allein: Wir haben unsere Kundenzahl seit unserer Gründung 2013 in jedem Jahr in etwa verdoppelt. Ebenfalls verdoppelt hat sich seit 2020 die Summe des verwalteten Vermögens. Sie liegt nun bei über einer Milliarde Euro. In diesem Tempo soll es weitergehen. Das Marktpotenzial ist auf jeden Fall vorhanden.


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Über den Autor

Martin Daut

Martin Daut ist CEO der quirion AG. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in Unternehmen der Technologie- und Finanzbranche. Zuvor war er unter anderem CEO der Consorsbank. Als Unternehmer verantwortete er zudem eigene Beratungs- und Umsetzungsprojekte in der Finanzindustrie.

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