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Revival Allfinanz – der nächste Trend?

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Chance für Versicherungen und Banken

Wird Allfinanz der kommende Trend

Eröffnen digitale Technologien neue Chancen für das Thema Allfinanz?
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Erlebt das Thema Allfinanz ein Comeback mit neuen Chancen für Finanzdienstleister? Durch eine kundenorientierte Ausrichtung und Kombination Ihrer Angebote können Versicherungen und Banken Mehrwert schaffen. Wenn sie es nicht tun, springen andere in die Lücke.

2001 schrieb Finanz und Wirtschaft zu diesem Thema: „ein riesiges Potential liegt brach…“. Stimmt das immer noch? Heute klagen die Versicherungen über den tiefen Zinssatz und riskieren gleichzeitig den Kontakt mit den Kunden an aufstrebende Startups zu verlieren. Die Banken auf der anderen Seite digitalisieren was das Zeug hält…. und alle zusammen predigen, dass der Kunde mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt aller Anstrengungen steht.

Von der Produkte- zur Kundenzentrierung

Als Kunde ist mir egal, wo und mit wem meine Vorsorgelösung zu Stande kommt. Hauptsache, sie entspricht meinen Bedürfnissen. Trotzdem muss ich mich sowohl mit Banken- als auch mit konkurrierenden Versicherungsprodukten auseinander setzen. Weshalb erhalte ich keine umfassende (online) Beratung und kann mir meine individuelle Vorsorge- oder Spar- und Sicherheitslösung nicht einfach basierend auf Bank- und Versicherungserfahrungen zusammenklicken? Versicherungen könnten von den hohen Frequenzen der Kundenkommunikation mit Banken profitieren und die Wiederanlage von frei werdenden Versicherungsgeldern könnte gemeinsam im Sinne des Kunden angegangen werden. Weiter denkbare Services sind Kredite mich gleichzeitiger Versicherungsdeckung des finanzierten Gegenstandes (Auto, Haus etc.). Ich würde mich Ende Jahr auch über einen zusammenfassenden Report meiner Spar- und Vorsorgelösungen freuen.

Wenn Banken und Versicherungen den konsequenten Schritt von der Produkte- zur Kundenzentrierung in den nächsten 2 oder 3 Jahren nicht vollziehen, werden das Startups oder die grossen Player im Web (Google, Amazon, Alibaba & Co.) für sie tun. Zumindest Versicherungen werden dann zu Juniorpartnern derjenigen Unternehmen, welche die Kundenschnittstelle besitzen.

Gleiches gilt für Vermittler und Vertriebsorganisationen. So schreibt Karsten Körwer in der AssCompact am 17. Februar 2016: „Die Vermittler- und Beratervereinigung VSAV (Anm.: ..in Deutschland) beispielsweise erwartet, dass in zehn Jahren vielleicht noch 100.000 von den heute rund 233.000 registrierten Vermittlern übrig bleiben werden.“ Sie werden bedrängt durch die FinTechs und den Trend, einfachere Produkte wie Motorfahrzeug- oder Hausratversicherungen vermehrt online abzuschliessen. Die Verkaufsorganisationen können hier durch Zusatzleistungen, wie beispielsweise die Gesamtberatung im Vorsorgebereich in Versicherungs- UND Finanzfragen Kunden halten und gewinnen.

Was hindert Banken und Versicherungen an der Zusammenarbeit?

Sind die Kulturunterschiede zwischen Banken und Versicherungen, zumindest in der Schweiz, noch so gross, dass die Idee der Allfinanz (Bancassurance) hier nicht zum Fliegen kommt? Vielleicht verstecken wir uns wieder mal hinter den gesetzlichen Vorschriften, sehen Probleme anstatt Lösungen. Andere Länder in Europa beweisen, dass es funktionieren kann. In Indien und in afrikanischen Ländern, insbesondere Kenya, ist die Bancassurance bereits Alltag.

Erste Lebenszeichen für Bancassurance sieht man in der Schweiz in Strategie von Raiffeisen und Helvetia. Auch die Basler mit der Bank SoBa steht (immer noch) in den Startlöchern. Deutschland ist hier schon weiter. So hat die Axa kürzlich die Zusammenarbeit mit Fidelity angekündigt und Angebote für die risikokontrollierte Vermögensverwaltung erarbeitet. Diese bieten den Kunden u.a. eine Möglichkeit freiwerdendes Kapital aus Lebensversicherungen anzulegen. Tatsache ist, dass a) ein Bancassurance Angebot den Kundenbedürfnissen entgegen käme und b) mit der heutigen Technologie die Abbildung der entsprechenden Customer Journey möglich ist.

So funktioniert es!

Viele Kantonalbanken in der Schweiz setzen schon heute auf das ti&m Know-how für Ihre Frontend Lösung. Mit der ti&m channel suite steht ein modernes und flexibles Produkt zur Integration verschiedenster Systeme und zur Gestaltung einer Omnichannel Kundenexperience bereit. Es liegt nicht an der Technik, hier auch Versicherungsleistungen zu integrieren – oder umgekehrt, Banking Services in einem Portal oder einer App von Versicherungen zu integrieren. Es gilt Vorurteile und kulturelle Unterschiede zwischen Banken und Versicherungen zu überwinden, Vertriebsorganisationen zu synchronisieren und in Lösungen anstatt Hindernissen zu denken. Die Fin- und InsTechs kennen diese Hürden nicht. Sie orientieren sich konsequent an den Kundenbedürfnissen und kämpfen nicht mit festgefahrenen Strukturen und Silodenken.

Der Schnellere gewinnt, die Kunden warten darauf – also „just do it“.

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Über den Autor

Beat Walser

Beat Walser hat Betriebswirtschaft studiert und besitzt mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Versicherungswirtschaft. Zurzeit beschäftigt er sich mit der digitalen Transformation der Versicherungsbranche und begleitet verschiedene innovative Projekte. Durch seine vielen Kontakte kennt er die aktuellen Herausforderungen und Trends im Markt bestens.

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