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Golf-Region bietet Kapitalmärkte mit Zukunft

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The Gulf Cooperation Council (GCC)

Panorama von Doha, Katar

Blick auf die nächtliche Skyline von Doha, Katar
© Shutterstock

Der Gulf Cooperation Council-Staatenbund (GCC) birgt interessante Investitionschancen. Neben dem Aspekt der Marktöffnung in Saudi-Arabien und dessen anstehenden Aufnahme in den MSCI Emerging Markets Index spricht vor allem die gesunde demografische Entwicklung für die Region.

Der Gulf Cooperation Council (GCC, Kooperationsrat der arabischen Golf-Staaten oder auch Golf-Kooperationsrat genannt) ist ein Zusammenschluss von 6 souveränen Staaten der Golfregion zu einem Staatenbund. Er besteht aus Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Oman, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Mitglieder arbeiten in der Außen- und Sicherheitspolitik zusammen.

Die GCC-Staaten stehen mit knapp 53 Mio. Einwohnern für gerade einmal 0,6% der Weltbevölkerung. Davon leben allein in Saudi Arabien über 31 Mio. Menschen. Das durchschnittliche Alter der Bevölkerung der GCC-Region liegt derzeit unter 30 Jahren. Das reale BIP-Wachstum in 2014 lag zwischen 2,8% in Kuwait und 5,7% im Oman.

In 2014 hatten alle GCC-Staaten zusammen ein BIP in Höhe von USD 1,6 Bio. zu verzeichnen. Mit USD 752 Mrd. entfiel davon fast die Hälfte auf Saudi-Arabien, den größten Staat der Region.

Der Faktor Energie…

Die GCC-Staaten verfügen zusammen über mehr als 30% der weltweiten Erdöl- und mehr als 20% der weltweiten heute bekannten Erdgasreserven. Beim Öl entfällt mit 18% der weltweiten Reserven der größte Anteil auf Saudi-Arabien. Katar dagegen kann allein 12,5% der weltweiten Gasreserven sein Eigen nennen. Die Öl- und Gasindustrie ist daher der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Region.

Der Reichtum an fossilen Energieträgern hat bis 2014 zu deutlichen Haushaltsüberschüssen geführt. Daraus investierten die Staaten besonders in Bildung, Infrastruktur und soziale Leistungen. Zudem verfügen alle GCC-Staaten über staatseigene Fonds, die mit der Verwaltung des angesammelten Kapitals beauftragt sind. Es besteht eine erhebliche Abhängigkeit der gesamten Staatseinnahmen von der öl- und gasfördernden Industrie. In Kuwait und Saudi Arabien hängen die Staatseinnahmen zu ca. 70% bis 90% vom Erdöl ab. Bis 2014 sind die Staatsausgaben im Zuge langjährig hoher Ölpreise stetig gestiegen.

…und die Auswirkungen der niedrigen Ölpreises auf die GCC-Region

Dauerhaft niedrige Ölpreise werden sowohl Staatsausgaben als auch Unternehmensgewinne in der Region beeinflussen. So hatte z.B. Saudi-Arabien schon in 2015 ein Haushaltsdefizit in Höhe von knapp USD 100 Mrd. bzw. ca. 20% des BIP zu verzeichnen. Unter der Basisannahme eines durchschnittlichen Ölpreises von USD 45,- liegt die Erwartung der saudischen Regierung für 2016 bei einem Defizit in Höhe von USD 90 Mrd. Auch andere GCC-Staaten werden erhebliche Negativsalden zu verzeichnen haben. Die Bonitätsratings der GCC-Staaten liegen demzufolge nicht mehr ausnahmslos im Investment-Grade-Bereich und haben einen negativen Ausblick zu verzeichnen.

Einige GCC-Staaten haben bereits angekündigt, ihre Investitions- und Ausgabenpläne zukünftig einzuschränken. Zudem wurden Subventionen für den Verbrauch von Energie gekürzt. Jüngst wurden Pläne laut, eine GCC-weite Mehrwertsteuer einzuführen. Einige Staatsfonds haben bereits Teile ihrer international gestreuten Investments liquidiert, um die staatlichen Haushalte zu stützen. Zudem könnten einzelne Staaten zukünftig Staatsanleihen zur Finanzierung ihrer Ausgaben emittieren. Darüber hinaus könnten GCC-Regierungen ihre kurzfristigen Liquiditätsbedürfnisse durch den Abbau ihrer teils erheblichen Einlagen bei lokalen Banken befriedigen. Zudem werden Wirtschaftszweige, die sich unabhängig vom Ölpreis entwickeln oder sogar von niedrigen Rohölnotierungen profitieren, gefördert (z.B. Tourismus, Banken, Immobilien, Chemie).

Die Perspektiven der GCC-Aktienmärkte

Insgesamt birgt der GCC-Staatenbund nach wie vor interessante Investitionschancen. Neben dem Aspekt der Marktöffnung in Saudi Arabien und dessen anstehenden Aufnahme in den MSCI Emerging Markets Index sprechen für die Region vor allem die gesunde demografische Entwicklung, die geringe Verschuldung der Staaten und die Aussichten auf neue Absatzmärkte im Iran. Die GCC-Staaten werden weiter fokussiert in zukunftsträchtige Infrastruktur, Bildung und den Aufbau neuer Industrien investieren. Da sich die Volkswirtschaften im Vergleich zu etablierten Industriestaaten und teilweise auch zu Schwellenländern bzgl. ihrer Wertschöpfungsschwerpunkte deutlich unterscheiden, können GCC-Aktien zu einer Diversifikation eines international aufgestellten Portfolios beitragen.

Die Aktienmärkte der GCC-Region haben seit Mitte 2014 analog zur Bewegung des Ölpreises heftig korrigiert. So hat der saudische Aktienmarkt „tadawul“ bis Januar 2016 mehr als 50% an Wert verloren. Die negativen Auswirkungen des Ölpreisverfalls auf die Region und die daraus entstehenden ökonomischen und politischen Unsicherheiten wurden damit bereits deutlich eingepreist. Gleichwohl bedeutet ein dauerhaft niedriger Ölpreis für einige GCC-Staaten besondere Herausforderungen, die schon gezielt angegangen werden.

Um die daraus entstehenden Risiken für einzelne Unternehmen zu erkennen und die andererseits entstehenden Chancen zu nutzen, ist die richtige Auswahl der von der aktuellen Situation weniger betroffenen oder gar profitierenden Unternehmen im Rahmen eines aktiven Managements ein wichtiger Erfolgsfaktor.

 

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Über den Autor

Carsten Mumm

Carsten Mumm leitet den Bereich Asset Management bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL. Der 40-jährige verantwortet die Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden, das Management von Spezial- und Publikumsfonds sowie die hauseigenen Research-Tätigkeiten.Im Zuge der Fusion der beiden Bankhäuser CONRAD HINRICH DONNER in Hamburg und Reuschel & Co. Privatbankiers in München im Jahr 2010 führte Carsten Mumm die beiden Asset Management-Einheiten zusammen.Der gelernte Bankkaufmann und studierte Diplom-Volkswirt ist seit 1998 im Bereich Kapitalanlage beschäftigt. 2006 qualifizierte er sich zum Chartered Financial Analyst.

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