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Schafft es die Finanzbranche, den Dreisatz zu lösen?

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Strategische Herausforderungen für Geldinstitute im Jahr 2017

Den Geldinstituten stehen in 2017 zahlreiche alte und neue Herausforderungen ins Haus. Um zur Wettbewerbsfähigkeit zurückzufinden, müssen sie einen strategischen Dreisatz lösen.

Die Branche steht vor der Lösung eines „Dreisatzes“: Vor dem Hintergrund externer Bedingungen (Regulation, Niedrigzinsen etc.) müssen die Kosten gesenkt und gleichzeitig neue Quellen für Ertragsmöglichkeiten entwickelt werden. Nur dann wird es gelingen, die Wettbewerbsfähigkeit – „den unbekannten vierten Wert“ – aufrecht zu erhalten.

Prof. Dr. Jürgen Moormann, Frankfurt School of Finance & Management

Prof. Dr. Jürgen Moormann hat die Concardis-Professur für Bank- und Prozessmanagement an der Frankfurt School of Finance & Management inne

Die Welle der Digitalisierung stellt in diesem Zusammenhang sowohl Bedrohung als auch Chance dar. Die erste große Herausforderung besteht darin, die in vielen Banken veraltete IT umzubauen bzw. neu zu entwerfen. Dabei darf der Ansatzpunkt nicht im Back-Office liegen, sondern muss am Front-End sein. Alle Bankgeschäfte müssen konsequent vom Kunden her gedacht werden. Das bedeutet, dass zunächst die Prozesse zu definieren sind – und zwar erst die Kundenprozesse (d.h. die Prozesse, die konkret beim Kunden ablaufen), dann die Geschäftsprozesse (d.h. die Prozesse, die im Unternehmen ablaufen). Erst wenn die Prozessarchitektur der Bank steht und die Prozesse end-to-end definiert sind, kann der Umbau der IT erfolgen. Zudem darf das Prozessdesign nicht im stationären Vertrieb beginnen – vielmehr muss es beim mobilen Kunden, also dem Smartphone oder Tablet, starten. Es gilt „Mobile first“, denn die Zukunft liegt in der Mobilität des Kunden. Alle anderen Vertriebswege können dann integriert werden.

Die zweite große Herausforderung ist mentaler Natur. Entscheidend wird sein, der Belegschaft zu vermitteln, dass die digitale Transformation unvermeidlich und irreversibel ist. Das ist keine leichte Aufgabe. Wie kann Führungskräften und Mitarbeitern das erforderliche Umdenken in Richtung von höherer Geschwindigkeit, größerer Flexibilität und disruptiver Innovation gelingen? Kann Agilität tatsächlich in hierarchisch organisierten Unternehmen erreicht werden oder funktioniert diese nur in neuen, externen Organisationsformen? Wie können Fintechs integriert werden, ohne sie in der Großorganisation gleich wieder zu zerstören? Diese Fragen müssen beantwortet werden, um in dem anstehenden Konsolidierungsprozess der europäischen Banken überleben zu können.


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Über den Autor

Prof. Dr. Jürgen Moormann

Jürgen Moormann ist seit 1995 Professor für Bankbetriebslehre an der Frankfurt School of Finance & Management. Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind Strategieentwicklung, Business Engineering und Prozessmanagement in Banken. 2005 Gründung des ProcessLab - ein auf das Prozessmanagement in der Finanzbranche ausgerichtetes Forschungscenter der Frankfurt School. Visiting Professor an der University of Colorado at Colorado Springs, der University of New South Wales, der Queensland University of Technology und der University of Hong Kong. Seit 2014 ist er Inhaber der Concardis-Stiftungsprofessur für Bank- und Prozessmanagement. Er st Mitglied des Aufsichtsrates der Karis AG, Darmstadt, und Vertrauensdozent der Friedrich-Naumann-Stiftung, Berlin. Berufsausbildung bei der Commerzbank AG in Kiel (1977-1979). Studium der Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten Kiel und Zürich (1980-1985). Von 1986 bis 1989 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Finanzwirtschaft der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Promotion. Anschließend fünf Jahre Tätigkeit in der Unternehmensberatung. Lehrauftrag an der European Business School, Oestrich-Winkel (1992-1994).

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