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Wenn’s um Geld geht ist Schluss mit der Nachhaltigkeit – Infografik

Einstellung der Deutschen zu Sustainable Finance

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Sustainable Finance sollte im Trend liegen. Doch eine Umfrage zeigt: Grüne Finanzprodukte haben es noch schwer, sich durchzusetzen. Nachhaltigkeit hört bei vielen Deutschen dann auf, wenn es um das eigene Geld geht.

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Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und eines weltweiten Kampfes gegen soziale Unterschiede werden ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) auch bei Finanzprodukten immer wichtiger. Nicht zuletzt der Wille der Europäischen Kommission, Europa im Bereich Finanzen zum Vorreiter für Nachhaltigkeit zu machen, sorgt dafür, dass grüne Finanzanlagen an Bedeutung gewinnen. Noch scheint das vermehrte Interesse jedoch vor allem von Institutionellen Anlegern zu kommen.

Während die Klimadebatte in der Öffentlichkeit viele Lebensbereiche erfasst hat, spielt die ökologische Nachhaltigkeit bei Finanzprodukten für Privatanleger noch eine untergeordnete Rolle, wie eine Umfrage der Unternehmensberatung BearingPoint zeigt, die Einblicke in das Verhältnis von Kunden aus der DACH-Region zum Thema Sustainable Finance gibt. Nach wie vor sind vor allem die Kriterien Sicherheit, Kosten und Rendite bei Geldanlagen von zentraler Bedeutung. Lediglich für vier Prozent der Befragten ist die ökologische Nachhaltigkeit das wichtigste Kriterium bei der Investitionsentscheidung.

Deutsche besonders zurückhaltend bei Green Finance

Deutsche zeigen der Umfrage zufolge an grünen Finanzprodukten deutlich weniger Interesse als Österreicher und Schweizer. Nach Ansicht der Studienautoren läge das - neben dem grundsätzlichen Misstrauen gegenüber Banken - vor allem an fehlenden Informationen. Im Abbau dieser Informationsdefizite sehen sie ein großes Potential vor allem für die Neukundengewinnung.

Außerdem scheint spätestens beim Griff in das eigene Portemonnaie die Liebe zur Nachhaltigkeit bei vielen Deutschen aufzuhören. Fast 70 Prozent der Deutschen sind beispielsweise nicht bereit, einen Aufschlag auf die Kontoführungsgebühren in Kauf zu nehmen, damit die Bank verstärkt in ökologisch nachhaltige Projekte investiert.

Nahezu die Hälfte der Befragten gab zudem an, auf keinen Fall die Bank wechseln zu wollen, nur weil diese ein ökologisch nachhaltigeres Produktangebot bietet. In der Schweiz und in Österreich sind die Menschen hingegen deutlich offener für einen Wechsel zu einer nachhaltigen Bank.

Junge Generation offener für nachhaltige Finanzprodukte

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen aber auch, dass sich Privatkunden durchaus für ökologisch nachhaltige Bankprodukte interessieren, obwohl viele dafür keine höheren Gebühren in Kauf nehmen wollen. So würden 30 Prozent der 18 bis 24-jährigen zu einer anderen Bank mit einem breiteren Portfolio an ökologisch nachhaltigen Produkten wechseln, sofern keine schlechteren Konditionen vorliegen. Unter den über 55-Jährigen geben nur 17 Prozent diese Bereitschaft an.

Viele junge Menschen sind demnach offener, für eine ökologische Nachhaltigkeit die Bank zu wechseln, als es die ältere Generation ist. Und Anreizsysteme, wie beispielsweise eine Kreditkarte, mit der durch nachhaltiges Einkaufsverhalten ökologische Nachhaltigkeitspunkte gesammelt und in Boni umgewandelt werden können, rufen insbesondere bei der jungen Altersgruppe Interesse hervor.

Nachhaltigkeit hat hohes Potential für Kreditinstitute

Hinzu kommt ein grundsätzliches Informationsdefizit beim Thema Sustainable Finance. Die große Mehrheit der Befragten weiß noch sehr wenig über grüne Finanzprodukte. Über 60 Prozent der Befragten in allen drei Ländern gaben an, nicht zu wissen, ob die eigene Bank ökologisch nachhaltige Produkte anbietet. Besonders ausgeprägt ist das Informationsdefizit in Deutschland bei der Altersgruppe der über 55-Jährigen mit 70 Prozent.

Für Banken und Sparkassen gibt es somit noch einiges zu tun. Ausführliches Informationsmaterial zum Thema Nachhaltigkeit und Marketing von grünen Finanzprodukten seien jedoch eine gute Investition in das Neukundengeschäft. Gerade bei der jüngeren Generation gibt es deutliches Interesse und den Willen, sich zukünftig auch beim eigenen Konto nachhaltiger auszurichten. Dieses enorme Potential sollten die Institute nicht liegen lassen.

Infografik: Das Verhältnis der Deutschen zu Sustainable Finance

Die folgende Infografik gibt einen Überblick zu ausgewählten Ergebnissen der Studie über das Verhältnis der Deutschen zu Sustainable Finance:

Infografik: Das Verhältnis der Deutschen zu Sustainable Finance

Das Verhältnis der Deutschen zu Sustainable Finance.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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2 Kommentare

  1. Avatar
    Monetenmueller am

    „Beim Griff in das eigene Portemonnaie hört die Liebe zur Nachhaltigkeit auf … 48 % wechseln ihre Bank nicht, nur weil eine andere Bank ein ökologisch nachhaltigeres Portfolio anbietet.“

    Warum so negativ? Bedeutet doch, dass mehr als die Hälfte, also 52 %, die Bank wechseln würde weil eine andere Bank ein ökologisch nachhaltigeres Portfolio anbietet. Das ist in meinen Augen enorm viel!

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