Europa ist treibende Kraft für ein nachhaltiges Finanzwesen

Grüne Geldanlagen auf dem Vormarsch

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Eine Studie zeigt: Nicht Amerika und auch nicht Asien steht bei umweltfreundlichen Fonds an der Spitze, sondern Europa: Hier wird das meiste angelegte Nettovermögen verwaltet. Doch der Markt für nachhaltige Anlagen wird von wenigen, mächtigen Anbietern beherrscht.

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Europa hält 83 Prozent des weltweiten Nettovermögens in nachhaltigen Fonds und steht damit im Vergleich der Kontinente an der Spitze. Das ist Ergebnis einer Studie des Analyse-Experten Morningstar und der Unternehmensberatung zeb. Demnach belief sich das Nettovermögen nachhaltiger Fonds Ende 2021 auf nahezu zwei Billionen Euro – ein Anstieg von 71 Prozent gegenüber 2020.

Die Untersuchung zeigt, wie Nachhaltigkeit und die entsprechende Regulierung der Wirtschaft die europäische Fondsbranche prägen. Ihre Autoren analysieren zudem die Rolle, die Wettbewerbsfähigkeit und Standort dabei spielen.

Von der Ausnahme zur Regel

Nachhaltige Fonds machten rund 16 Prozent des gesamten Nettovermögens der aus Europa stammenden Fonds aus. In den USA liege dieser Anteil bei einem, in Asien bei fünf Prozent. Unter den europäischen Staaten ist Luxemburg die Triebfeder: Etwa ein Drittel der in Europa verwalteten Vermögen, die in nachhaltigen Fonds stecken, sind dort ansässig.

Weiter steigende Nachfrage nach nachhaltigen Investitionen seitens der Gesellschaft und der Vermögensverwaltungsbranche, unterstützt durch Regulierung führen dazu, dass die Marktanteile nachhaltiger Fonds weiter steigen werden, wobei nachhaltige Fonds eher zur Norm als zur Ausnahme werden.

Das ist die wichtigste Anlageklasse nachhaltiger Fonds

Wenn es um umweltfreundliche Investments geht, sei die Aktie mit einem Anteil von 64 Prozent am Vermögen, das in nachhaltigen Fonds verwaltet wird, die Anlageklasse Nummer eins. Bei klassischen Fonds liege der Anteil der Aktie bei 48 Prozent. Dieser Unterschied sei wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass Aktien mehr Möglichkeiten bieten, das Verhalten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeitsziele zu beeinflussen, wie die Autoren der Studie kommentieren.

Abgeschlagen auf Platz zwei und drei liegen die festverzinslichen Anlagen (20 Prozent) und Allocation-Fonds (15 Prozent).

Passive Strategien sind beliebt

Der Untersuchung nach machten nachhaltige, passive Strategien rund 27 Prozent des Nettovermögens europäischer Fonds aus, die Kriterien der Nachhaltigkeit standhalten. Das seien 21 Prozent mehr als unter konventionellen Fonds.

Nachhaltigkeitsstrategien wie Impact-Fonds seien im Vergleich zu Fonds mit weniger ehrgeizigen ESG-Zielen unterrepräsentiert. Dennoch habe das Vermögen in Impact-Fonds im Jahr 2021 um 50 Prozent im Vergleich zu 2020 zugenommen.

Auf europäischer Ebene seien etwa 44 Prozent des Nettovermögens von den jeweiligen Verwaltern als Artikel-8- oder Artikel-9-Fonds klassifiziert. Grundlage dafür ist die Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten (SFDR).

Das Angebot wird von großen Playern beherrscht

Der Markt für Asset-Management ist ohnehin nicht besonders divers – im Segment der nachhaltigen Fonds wird diese einseitige Konzentration aber noch übertroffen: Der Studie nach verwalten die 20 größten Anbieter 51 Prozent des Nettovermögens nachhaltiger Fonds in Europa. Bei konventionellen Fonds liege der Anteil bei nur etwa 43 Prozent.

Die führenden Fonds-Hubs konzentrieren sich demnach vor allem in Luxemburg und Irland. Die fünf größten Asset-Manager decken rund 32 Prozent des Nettovermögens der in Luxemburg domizilierten nachhaltigen Fonds ab.

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Über den Autor

Jannik Wilk

Jannik Wilk ist als freiberuflicher Redakteur für Der Bank Blog tätig. Er ist freier Journalist und Student in Heidelberg.

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