Erneuter Stellenabbau in Banken und Sparkassen

Details zur Mitarbeiterstruktur im deutschen Bankwesen

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Niedrigzinsphase, Filialschließungen und Kostendruck aber auch die Digitalisierung hinterlassen ihre Spuren bei Banken und Sparkassen. Im vergangenen Jahr wurden erneut Arbeitsstellen abgebaut. Die Beschäftigtenzahl hat einen neuen Tiefststand erreicht.

Stellenabbau bei deutschen Banken

Fortgesetzter Stellenabbau bei deutschen Banken und Sparkassen

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Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) untersucht jedes Jahr die Entwicklung bei der Zahl der Beschäftigten im Kreditgewerbe. Im Jahr 2016 schrumpfte die Zahl der Beschäftigten in Banken und Sparkassen von 627.150 um über 18.000 Stellen (2,9 Prozent) auf 609.100. In den letzten zehn Jahren ist der Personalbestand in der Branche damit im Durchschnitt um mehr als ein Prozent pro Jahr gesunken.

Beschäftige im deutschen Bankwesen 2016

Die Zahl der Beschäftigten in Banken und Sparkassen sank 2016 gegenüber 2014 um fast fünf Prozent

Vier Ursachen für Beschäftigungsrückgang

Ursache für den Beschäftigtenabbau sei ein starker Anpassungs- und Kostendruck in den Kreditinstituten. Dieser Druck sei kein temporäres Phänomen, sondern die Folge eines grundlegenden Wandels.

Als Auslöser werden vier Faktoren genannt:

  • Die anhaltende Niedrigzinsphase, die für erodierende Zinsmargen und erhöhten
  • Rückstellungsaufwand in der betrieblichen Altersvorsorge sorge.
  • Die verschärfte Bankenregulierung, die gerade erst ihren Höhepunkt erreiche und auf absehbare Zeit nicht nur erhebliche Kosten verursache, sondern durch höhere Eigenkapitalanforderungen auch das Ertragspotenzial nachhaltig schmälere.
  • Das veränderte Kundenverhalten (sinkende Loyalität, sinkender Bedarf an persönlicher Beratung bei Anlage- und Kreditentscheidungen), das die Kosten der Kundenbindung erhöhe und die Gewinnspannen verringere.
  • Die fortschreitende Digitalisierung, die trotz bereits starker Belastung der Institute hohe und unausweichliche Investitionen erfordere, um die Wettbewerbsfähigkeit der Banken zu erhalten.

Es werde daher immer schwieriger, Bankgeschäft auskömmlich (sprich mit Mitarbeitern) zu betreiben. Durch diese erheblich verschärften Marktbedingungen sähen sich die Institute daher gezwungen, ihre Geschäftsmodelle grundlegend anzupassen.

Beschäftigtenzahl nach Sektoren des Bankgeschäftes

Während die privaten Banken Ihr Personal von 169.250 um 1,9 Prozent auf 166.050 verringerten, reduzierten die Sparkassen ihre Mitarbeiterzahl von 233.700 um 3,9 Prozent auf 224.700 Beschäftigte und damit am stärksten unter den Bankengruppen. Volks- und Raiffeisenbanken beschäftigten mit 157.300 Mitarbeitern Ende 2016 2,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (161.800).

Beschäftigtenzahl im deutschen Kreditgewerbe von 1991 bis 2016

Zwischen 1991 und 2016 ist die Anzahl der Mitarbeiter in Banken und Sparkassen kontinuierlich rückläufig

Die Ausbildungsquote im privaten Bankgewerbe (Zahl der Auszubildenden im Beruf Bankkaufmann/-frau im Verhältnis zum Stammpersonal) ist 2016 gesunken: Sie betrug 2016 4,3 Prozent gegenüber 5,0 Prozent im Vorjahr. Bei Einbeziehung aller Ausbildungsformen (duale, ausbildungs- oder praxisintegrierte Studiengänge) beträgt die Ausbildungsquote 5,3 Prozent (Vorjahr: 5,6 Prozent).

Mitarbeiterabbau und Filialabbau gehen Hand in Hand

Stellt man die Entwicklung der Anzahl Bankfilialen und die Entwicklung der Mitarbeiterzahl einander gegenüber, so stellt man fest, dass zwischen beiden eine deutliche Korrelation besteht.

Zusammenhang zwischen Abbau von Bankfilialen und Mitarbeiterrückgang

Deutlicher Zusammenhang zwischen Abbau von Bankfilialen und Mitarbeiterrückgang in Kreditinstituten

Linear in die Zukunft projiziert, bedeutet dies, dass bei einem weiter zu erwartenden Rückgang der Bankstandorte von rund 34.000 in 2016 auf 20-25.000 in den kommenden zehn Jahren die Anzahl der Bankmitarbeiter um weitere 50.000 abnimmt. Andere Effekte sind dabei allerdings nicht berücksichtigt, so dass der tatsächliche Rückgang deutlich höher liegen dürfte.

Mehr Frauen und Teilzeitbeschäftige in Führungspositionen

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen im privaten Bankgewerbe steigt weiter an: 2016 war etwas mehr als ein Drittel aller außertariflich Angestellten weiblich, bis zum Jahr 2000 lag diese Quote noch bei unter einem Fünftel. Darüber hinaus bietet das private Bankgewerbe Führungskräften auch immer häufiger die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten: Der Anteil der Teilzeitkräfte unter den außertariflich Beschäftigten liegt inzwischen bei 14,5 Prozent (Vorjahr 13,8 Prozent).

Schaubilder zur Mitarbeiterstruktur im deutschen Bankwesen

Alle Schaubilder zur Mitarbeiterstruktur im deutschen Bankwesen können Sie als PowerPoint-Datei inklusive der hinterlegten Quelldaten herunterladen.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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