Drei digitale Chancen für Banken in Zeiten der Corona-Krise

Offene Schnittstellen für Open Banking

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Der Coronavirus stellt Banken vor große Herausforderungen. Unter anderem auch aufgrund der teilweise fehlenden digitalen Schnittstellen zum Kunden. Drei Aspekte können Banken helfen, sich für die Zukunft aufzustellen und die Chancen in der Krise zu nutzen.

Open Banking erfordert digitale Schnittstellen zum Kunden

Banken müssen die digitalen Schnittstellen zu ihren Kunden ausbauen.

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Seit über einem Monat dominiert in Deutschland ein Thema: Corona und seine Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft. Vor allem mittelständischen und kleinen Unternehmen bereitet die Krise Kopfzerbrechen, da signifikant eingebrochenen Umsätzen oft nur geringe finanzielle Reserven gegenüberstehen. Selbst die großen Dax-Konzerne lässt die Krise nicht kalt, was unter anderem an dem Ab und zuletzt leichten Auf an der Börse abzulesen ist.

Die Digitalisierung als Gewinner der Corona-Krise

Doch es gibt auch einen Gewinner in der Krise: Die Digitalisierung. Das Homeoffice ist zum neuen „normal“ im Berufsalltag Vieler geworden und auch im Privaten erkennt das Gros der Gesellschaft die Vorteile digitaler Services – Online- Lieferdienste, E-Learning-Angebote oder Video-Konferenzplattformen verzeichnen einen wahren Nachfrageansturm. Unternehmen, die digitale Tools und Systeme schon vor der Krise im Einsatz hatten, sind heute klar im Vorteil, da die digitale Zusammenarbeit schon eingeübt ist und Produkte digital verfügbar sind. Für viele Unternehmen ist die Situation jedoch neu und stellt sie vor größere Herausforderungen.

So beispielsweise auch viele Banken. Denn die Digitalisierung der Kundenschnittstelle ist noch nicht in allen Häusern so fortgeschritten, wie es in der aktuellen Situation nützlich wäre. Noch gibt es in den auf Firmen- und Privatkunden ausgerichteten Angeboten viele Schritte, die manuell von Beratern abgewickelt werden müssen oder eine persönliche Authentifizierung in der Filiale erfordern. Gleichzeitig haben die Banken in der Krise eine wichtige Rolle als Helfer für Unternehmen in Not u.a. bei der Vergabe öffentlicher Kredite z.B. durch die KFW. Eine zentrale Frage lautet daher, wie in der aktuellen Situation Kredite schnell und unkompliziert beantragt, genehmigt und ausgezahlt werden können.

Offene Schnittstellen vereinfachen Digitalisierung

An dieser Stelle kommen moderne Infrastrukturtechnologien wie offene und standardisierte Schnittstellen ins Spiel, die es zum einen Banken wie der KFW ermöglichen, sich mit Privatkundenbanken oder Partnern zu vernetzen und zum anderen Kreditprozesse zum Kunden hin komplett zu digitalisieren. Covid-19 kann daher zum Verstärker für die Öffnung der Banken werden und die digitale Vernetzung im Finanzwesen vorantreiben. Dabei ist Open Banking grundsätzlich kein neues Thema.

In einer Umfrage von ndgit unter knapp 100 Bankentscheidern weltweit gaben im 81 Prozent der Befragten im Herbst 2019 an, dass Open Banking für ihre Bank ein wichtiges Thema sei. Allerdings arbeiteten zu diesem Zeitpunkt nach eigenen Angaben nur die Hälfte der Banken bereits mit FinTechs oder anderen Partnern zusammen.

Genau diese Zusammenarbeit gilt es jetzt zu intensivieren oder zu starten, um unter anderem die Vergabe öffentlicher Kredite zu vereinfachen und sich für die Zeit nach der Krise aufzustellen. Auf der Agenda standen Investitionen in Partnerschaften bereits: 67 Prozent der befragten Bankenentscheide gaben in der Umfrage an, für die kommenden Jahre Investitionen in Open Banking zu planen – vor allem in Open-Banking-Ökosysteme sowie die Anbindung an FinTech-APIs, um das eigene Portfolio zu ergänzen.

Drei Chancen für Banken in Zeiten der Corona-Krise

Die aktuelle Lage spricht dafür, mit diesen Strategien und Investitionen nicht zu warten, sondern direkt aktiv zu werden. Dabei gibt es aus meiner Sicht drei Aspekte aus Bankensicht, um die Situation für sich positiv zu nutzen:

  1. Stärkung der Kunde-Bank-Beziehung,
  2. Banken-Systeme zukunftsfit machen sowie
  3. Breite FinTech-Landschaft.

1. Stärkung der Kunde-Bank-Beziehung

Derzeit sind pragmatische Lösungen gefragt. Der Mittelstand und Kleinunternehmen sind darauf angewiesen, schnell und einfach ihre Liquidität und damit ihre Geschäftsgrundlage zu sichern. Digitale Kreditvergabeprozesse sind hierfür ein essenzieller Baustein. Gelingt es den Hausbanken dies gemeinsam mit Partnerbanken wie der KFW zu bewerkstelligen, wird sich das positiv auf die Kunde-Bank-Beziehung auswirken. Bereits akkreditierte Partner der KFW können sich gegenüber den Neo-Banken so vielleicht sogar einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, da diese aufgrund der langwierigen Freigabeprozesse in der Regel (noch) nicht als Vergabepartner lizensiert sind und somit ihren Kunden keine KFW-Kredite anbieten können.

2. Banken-Systeme zukunftsfit machen

Durch die PSD2 öffnet sich der europäische Bankenmarkt seit dem vergangenen Jahr schon Schritt für Schritt für Dritte und Partner. Offenen Schnittstellen können jedoch mehr als nur Marktregularien bedienen; sie schaffen auch die Grundlage, um beispielsweise in relativ kurzer Zeit digitale Kreditlösungen zu realisieren. So können erfolgreich etablierten Lösungsbausteine von FinTechs über API-Plattformen in die Kreditprozesse der Bank eingebunden werden, die es ermöglichen, schnell und effizient Unternehmensdaten, Finanzanalysen oder digitale Unterschriften zu erhalten.  Ein Ansatz, der nicht nur kurzfristig die Vergabe von Krediten ermöglicht, sondern Banken langfristig für zukunftsfähige, innovative Dienstleistungen aufstellt.

3. Breite FinTech-Landschaft

Die deutsche FinTech-Landschaft ist vielfältig und mit ihren Angeboten oft weltweit führend. Viele Best-of-Breed-FinTechs und Ideen sind quasi vor der Haustüre zu finden.  Bereits bestehende Lösungen zur volldigitalisierten Abwicklung von Kreditprozessen für mittelständische und kleine Unternehmen können von Banken teilweise eins zu eins übernommen werden oder dank agiler Entwickler- und Produktteams schnell modular auf die Anforderungen der einzelnen Banken adaptiert werden.

Krise bietet auch Chancen

Bei allen Einschränkungen und Herausforderungen, die wir meistern müssen, bietet die Krise für Banken und FinTechs dennoch Chancen: Durch die zunehmende Digitalisierung der Kundenschnittstelle, den Ausbau von Partnerschaften zwischen Banken und FinTechs sowie die Schaffung wichtiger Grundlagen für das Open Banking. Entscheidend ist es, Lösungen aufzusetzen, die nicht nur die aktuellen Bedürfnisse bedienen, sondern skalierbar und zukunftsfähig sind. Denn bis zu wirklich offenem Banking liegt noch ein gutes Stück Arbeit vor uns.

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Wer die Zeit im Homeoffice nutzen möchte, um sich detaillierter mit Open Banking und dem Stand der Märkte weltweit zu informieren, findet eine Übersicht im Open-Banking-Whitepaper von ndgit.

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Über den Autor

Oliver Dlugosch

Oliver Dlugosch ist CEO und Gründer des Startups NDGIT in München, das mit seiner Banking-Plattform die Vernetzung von Banken, Digitalen Ökosystemen und FinTechs ermöglicht. Zuvor war er über 10 Jahren in der Geschäftsführung der Unternehmen Crealogix, Fincon und Raysono tätig mit den Schwerpunkten Bankentechnologie und Digital Banking.

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