Nachhaltigkeit rückt ins Zentrum

Chancen und Herausforderungen für Direct Banking im Jahr 2022

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Wenn ich für uns als Direktbank das bevorstehende Jahr 2022 in einem Wort zusammenfassen soll, dann fällt mir das leicht: „Nachhaltigkeit“ –  in mehrfacher Hinsicht. Als Herausforderung, aber insbesondere als Chance!

Ausblick Direct Banking im Jahr 2022

Direct Banking im Jahr 2022.

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Weltweit ganz oben auf der politischen Agenda steht der Klimaschutz, was in Deutschland beispielsweise durch den Zuschnitt des neuen Superministeriums für „Wirtschaft und Klimaschutz“ deutlich wird.

Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft

Bank und Nachhaltigkeit – da denkt man erstmal an entsprechende Kredite und Finanzprodukte. Aber das ist zu kurz gegriffen. Um als Bank und Broker auch den Kunden und Partner gegenüber glaubwürdig zu bleiben, muss das Unternehmen mehr denn je nach innen als Vorreiter vorangehen und ESG – also die Verantwortung in Bezug auf Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung – selbst leben. Dazu zählen aus ökologischer Sicht Themen wie Energieeffizienz, die Vermeidung von Plastik oder die Reduktion des Papierverbrauchs. Außerdem müssen Banken ihrer Verantwortung für die Gesellschaft nachkommen, beispielsweise durch das Engagement von Mitarbeitenden und durch Spenden für gemeinnützige Organisationen, die sich um benachteiligte Menschen kümmern. Und schließlich eine Unternehmensführung, die auf einer ethischen Grundhaltung aufbaut, „compliant“ ist und eine Unternehmenskultur ermöglicht, in der alle Mitarbeitenden genügend Raum  zur Entfaltung und zum Einbringen ihrer Ideen und ihrer Persönlichkeit haben.

Hinzu kommt ein breites, transparentes Angebot an nachhaltigen Geldanlagen für die Kunden. Diese erfreuen sich in letzter Zeit steigender Beliebtheit. Laut Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) hat sich das Volumen, das deutsche Privatanleger in nachhaltigen Fonds investiert haben, von 2018 bis 2020 jährlich verdoppelt – also innerhalb von zwei Jahren von gut 9 Mrd. auf knapp 40 Mrd. Euro mehr als vervierfacht.

Kunden wollen nachhaltiger anlegen

Diese verstärkte Nachfrage wird auch bei den Kunden der Consorsbank deutlich. Wir haben im August 2020 und dann noch einmal im Mai 2021 unsere Kunden befragt, wie hoch nach ihrer Einschätzung der Anteil nachhaltiger Produkte in ihrem Depot aktuell ist und wie sehr sie ihn bis 2025 steigern wollen. 2020 gingen sie von einem Nachhaltigkeitsanteil von 5 Prozent aus, den sie bis 2025 auf 24 Prozent steigern wollten. 2021 sahen sie ihr Depot sogar schon zu rund 10 Prozent als nachhaltig an – mit einem Ziel von 31 Prozent fürs Jahr 2025. Wie realistisch diese auf Selbsteinschätzungen beruhenden Zahlen auch seien mögen: Deutlich wird, dass den Menschen auch in Finanzangelegenheiten Nachhaltigkeit immer wichtiger wird.

Die Kunden der Consorsbank wollen nachhaltiger anlegen

Kundenbefragungen der Consorsbank zeigen die steigende Bedeutung nachhaltiger Geldanlagen.

Tatsächlich lag der Anteil nachhaltiger Finanzprodukte in den Depots unserer Kunden Ende 2020 bei rund 6,5 Prozent – und man muss kein Prophet sein um vorauszusagen, dass dies in nächster Zeit deutlich ansteigen wird. Diese Chance ist aber gleichzeitig auch eine Aufgabe. Trotz EU Taxonomy und Offenlegungsverordnung ist es für Privatanleger nach wie vor schwer zu durchschauen, welche Anlageprodukte wirklich „grün“ sind. Hier ist noch viel zu tun, und als Banken haben wir die Aufgabe, unseren Kunden in diesem Feld Orientierung zu geben.

Nachhaltige und vertrauensvolle Kundenbeziehungen

Genau das ist eine wichtige Facette der Nachhaltigkeit: Kunden Orientierung zu geben und mit ihnen dauerhafte, von Vertrauen geprägte und damit nachhaltig tragfähige Beziehungen aufzubauen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund des Trading-Booms der vergangenen zwei Jahre, der den Online-Brokern viele überwiegend jüngere Neukunden beschert hat. Diese sind im Übrigen noch stärker als die Älteren an nachhaltigen Anlageprodukten interessiert, wie auch aktuelle Studien belegen.

Angesichts des negativen Realzinses auf klassischen Sparanlagen haben die Deutschen Wertpapiere für sich entdeckt. Die Aktionärszahlen sind in Deutschland laut Statistik des Deutschen Aktieninstituts stark angestiegen – und genauso die Transaktionszahlen der Online-Broker. Befeuert wird der Boom durch die anhaltend positive Entwicklung der Aktienmärkte. Gerade die jungen Trader und Neueinsteiger haben bislang nur steigende Märkte erlebt. Es besteht die Gefahr, dass sie für das Thema Wertpapier nicht mehr erreichbar sind, wenn die Märkte volatiler werden und es auch einmal in die die andere Richtung geht und. Das könnte ein Rückschlag für die gerade erst wieder aufblühende Aktienkultur in Deutschland sein.

Wissensvermittlung an und Dialog mit Kunden

Das ist die Herausforderung für Broker inmitten der Chance der aktuell anhaltenden Trading-Euphorie: In die Wissensvermittlung an die Kunden investieren und sie damit dauerhaft fit für die Wertpapieranlage zu machen – in guten wie in weniger guten Börsenzeiten. Bei der Consorsbank bauen wir dafür beispielsweise unseren Wissensbereich massiv aus, bieten digitale Orientierungshilfen an und führen mit jungen Neukunden Willkommensgespräche, um sie in die komplexe Welt der Wertpapiere einzuführen und ihnen das Rüstzeug an die Hand zu geben, den Vermögensaufbau dauerhaft selbst in die Hände zu nehmen.

Fragt man in der Branche derzeit, wo die aktuellen Herausforderungen liegen, hört man häufig Stichworte wie Gebührenurteil des BGH oder Verwahrentgelt – Themen, welche das Verhältnis zwischen Bank und Kunden potenziell belasten. Vor diesem Hintergrund wird es noch wichtiger, Entscheidungen und ihre Hintergründe gut zu erklären, frühzeitig den Dialog mit den Kunden zu suchen und dadurch nachhaltige, vertrauensvolle und belastbare Beziehungen aufzubauen.


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Über den Autor

Dr. Sven Deglow

Dr. Sven Deglow ist Co-CEO BNP Paribas Personal Investors Germany Austria. Zur der Business-Unit von BNP Paribas gehören die Marken Consorsbank, DAB BNP Paribas, und BNP Paribas Wealth Management Private Banking. Der promovierte Volkswirt blickt auf mehr als zehn Jahre Erfahrung im Online-Banking in verschiedenen Management-Positionen bei Comdirect und Consorsbank zurück.

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