Digitaler „Spielplatz“ für Kunden und Mitarbeiter

Wie die Kreissparkasse Göppingen Digitalisierung voranbringt

Die Kreissparkasse Göppingen hat in ihrem Kundenzentrum einen „Digitalen Spielplatz“ eingerichtet. Holo-Lens, Joysticks und ein Sitz für virtuelle Autorennen sollen Kunden und Mitarbeitern die digitale Transformation näher bringen. 

Digitaler Spielplatz

Ein 360-Grad-Blick auf den digitalen Spielplatz der Kreissparkasse Göppingen.

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Wie wollen wir den Weg in die digitale Welt aktiv beschreiten? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Vorstand der Kreissparkasse Göppingen Ende des Jahres 2015. Schnell war klar, dass man keine Innovationsfiliale einrichten wollte, in der nicht der Mensch, sondern Technikautomaten die Hauptrolle spielen. Vielmehr sollten die Kunden gemeinsam mit den Mitarbeitern die technischen Neuheiten erleben können – und das auch nicht allein auf Bankenthemen beschränkt.

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NCR, ein Anbieter von Omnichannel-Lösungen, schlug dazu eine spannende Lösung vor: Den „Innovation Experience Room“ – einen Raum, in dem man unter Anleitung neue technische Trends wie Holobrillen, aber auch Bankanwendungen testen kann. Der ideale Platz dafür war schnell gefunden: Nach der Komplettsanierung bot die Kundenhalle des Göppinger Sparkassenhochhauses eine helle, freundliche und zugleich futuristisch anmutende Atmosphäre, dazu genügend Raum für Präsentationen und andere Aktionen. Alles passte – bis auf den Namen.

Für die Regionalsparkasse galt: Das Projekt muss eine deutsche Bezeichnung bekommen. Die Entscheidung fiel ganz bewusst auf „Digitaler Spielplatz“, ein Name, der das Leichte und Spielerische hervorhebt.

Der Digitale Spielplatz

Im Juni 2016 baute NCR den Digitalen Spielplatz als dreiteiligen Raum aus Pappe auf ungefähr 60 Quadratmetern auf. Im der sogenannten Gadgets Corner können Interessierte Virtual-Reality-Brillen ausprobieren und damit Achterbahn (alternativ auch etwas Ruhigeres) fahren. 3-D-Brillen, ähnlich dem Google-Cardboard, ermöglichen die virtuelle Besichtigung Immobilie, ohne dass man dazu einen Schritt vor die Tür setzen müsste. Begeistert zweigten sich die Besucher des Digitalen Spielplatzes auch von der 3-D-Druck-Technik. Sie können zusehen, wie der Drucker Einkaufschips, Plastikschweinchen und Kreisel erzeugt. In einem zweiten Bereich stehen Bildschirme und Smartphones bereit. Dort können sich Kunden anhand von Testkonten Onlinebanking, die Nutzung der Sparkassen-Apps, Kwitt und Fotoüberweisungen erklären lassen.

Das Haus informiert hier auch über paydirekt und weitere Dienstleistungen. Der dritte Teilbereich steht den Mitarbeitern zur Verfügung, die sich dort zu Besprechungen treffen, Workshops abhalten oder Schulungen zur digitalen Fitness besuchen. Diese Form der Weiterbildung war von Anfang an ein wesentliches Puzzlestück im Konzept. Schnell entdeckte auch eine weitere Zielgruppe den Spielplatz: Firmenkunden. Sie nutzen regelmäßig die Gelegenheit, um sich mit ihren Mitarbeitern über neue Trends zu informieren.

Mitarbeiter als Botschafter und Lotsen

Betreut wird der Digitale Spielplatz von zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten Markt- und Stabsbereichen. Alle Kolleginnen und Kollegen haben eine Schulung besucht und verwenden etwa 20 Prozent ihrer Arbeitszeit darauf, die Besucher  durch den Kreativraum zu führen. Ihre Erfahrungen geben sie auch an ihren angestammten Arbeitsplätzen in den Filialen oder Abteilungen mit Begeisterung weiter. So fungieren sie als wichtige Botschafter der Digitalisierung zu den Kunden und ins eigene Haus.

Kunden im digitalen Spielplatz

Elfi Malsch und Claudia Catenazzo von der Kreissparkasse Göppingen (von links) begleiten einen Besucher durch den Digitalen Spielplatz. Im Gadget-Raum können sie beispielsweise mittels 3-D-Brille in virtuelle Welten eintauchen.

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Immer wieder Neues

Damit die Besucherinnen und Besucher wiederkommen, sieht das Konzept vor, die Gadgets regelmäßig auszutauschen. So können die Gäste zum Beispiel seit 2017 Drohnen durch die Kundenhalle steuern – was sie mit viel Spaß tun. Ein neuer 3-D-Drucker produziert mittlerweile essbare Marzipanschweinchen und Schokoladenfiguren.

Im Januar 2018 steht zudem ein neuer großer Schritt an: 12 Monate lang wird eine zweite, mobile Version des Spielplatzes durch ausgewählten Filialen touren. So können auch Kunden außerhalb Göppingens unter Anleitung in die virtuelle Welt eintauchen. Die Filial-Mitarbeiter erhielten vorab technische Schulungen und ein Verkaufstraining – letzteres ist sinnvoll, da die mobile digitale Filiale eine „Messesituation“ erzeugt.

Der Beruf des Bankers wandelt sich

Mit dem Engagement in Sachen Digitalisierung ist auch die Überlegung verbunden, wie das Haus künftig Arbeitsplätze erhalten kann. Klar ist aber auch: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich damit auseinandersetzen, dass sich im Zuge der Digitalisierung ihre Aufgaben verändern werden. Die Anforderungen steigen. Sie werden zusätzlich zu Lotsen durch die digitale Finanzwelt.

Projekt Digitalisierung

Bevor der Digitale Spielplatz startete, war die Kreissparkasse Göppingen in Sachen Digitalisierung bereits gut unterwegs. Bereits 2015 hatte sie ein umfassendes Projekt zur Digitalisierung aufgelegt mit der Zielsetzung, die digitale Kompetenz im Unternehmen zu stärken, Präsenz in den relevanten Social-Media-Kanälen zu zeigen und die Effizienz in den Prozessen zu steigern. Der Beraterchat, OSPlus_neo (eine kanalübergreifende Plattform mit identischer Oberfläche für Kunde und Berater) und das elektronische Postfach kamen hinzu. Mit der Internet-Filiale 6 verfügt die Kreissparkasse zudem über einen Webauftritt, der das Endgerät erkennt.

Im Laufe des Jahres 2017 erhielten die Filialen WLAN und führten die Good-App auf freiwilliger Basis ein. Nach dem „Bring-your-own-Device“-Prinzip ist es den Kolleginnen und Kollegen mit dieser Anwendung möglich, auf geschäftliche E-Mails, den Kalender und die auf Lotus Notes hinterlegten Kontakte zuzugreifen.

Von rund 1.100 Mitarbeitern haben bisher etwa 300 diese App auf ihre privaten Tablets oder Smartphones heruntergeladen. Ständige Erreichbarkeit wird nicht erwartet. Die Arbeitswelt soll einfach komfortabler werden, indem von unterwegs oder von zu Hause aus gearbeitet werden kann. Das bedeutet zugleich, dass Leistung künftig stärker nach Inhalt und Ergebnissen und nicht nach Präsenz beurteilt wird – eine nachhaltige Veränderung der Unternehmenskultur.

Der Digitale Spielplatz entwickelt sich weiter

Zurück zum Digitalen Spielplatz, für den es bereits ein neues Konzept gibt: Im Laufe des Jahres 2018 werden zwei Räume in ihrer jetzigen Form abgebaut. An ihrer Stelle entstehen Themeninseln, die sich mit Bankthemen wie Apps, Online-Banking oder Online-Brookerage beschäftigen. Wie schon beim Digitalen Spielplatz richtet sich auch das neue Konzept nicht nur an Kunden, sondern auch an die Mitarbeiter. Das Spielerische und der Spaß an der Technik – das ist jetzt schon sicher – werden auch künftig erhalten bleiben.

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Über den Autor

Sven Müller

Sven Müller leitet das Team IT-Management & Organisation der Kreissparkasse Göppingen. Er verantwortet das Projekt „Digitalisierung“. Als Berater unterstützte er mehrere Landesbanken bei der Migration auf das System OSPlus-Portal.

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