Die richtige CLM-Lösung für Post-LIBOR-Zeiten

Mehr Effizienz beim Vertragsmanagement

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Durch das Ende des LIBOR als Referenzzinssatz kommt auf Finanzdienstleister viel Arbeit zu. Moderne Technologien können dabei unterstützen, die dadurch entstehenden prozessualen Aufgaben erfolgreich zu lösen.

Banken müssen auf das Ende des LIBOR als Referenzzinssatz reagieren

Banken müssen auf das Ende des LIBOR als Referenzzinssatz reagieren.

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Für ein halbes Jahrhundert war der LIBOR (London Interbank Offered Rate) der Referenzzinssatz, der unter anderem als Grundlage für die Berechnung des Kreditzinses herangezogen wurde. Die angekündigte Ablösung des LIBOR, der im modernen Bankwesen zu manipulationsanfällig geworden ist, hat entsprechend weitreichende Konsequenzen. Denn Verträge und Produkte sollten auf neue, robustere Sätze umgestellt werden.

Für die gesamte Branche der Finanzdienstleister hat die Umstellung massive Auswirkungen in unterschiedlichen Bereichen – von der Vertragsgestaltung, der Preisgestaltung und den finanziellen Bewertungsmodellen bis hin zu buchhalterischen und steuerlichen Vorgängen. Dennoch hat eine Studie von PwC gezeigt, dass 69 Prozent der Befragten mit Verpflichtungen gegenüber dem USD-LIBOR eine Umstellung ihrer Instrumente frühestens für 2022 planen, wenn sie überhaupt ein Datum im Auge haben. Unternehmen, die noch keinen Plan haben, müssen dringend eine Umstellungsstrategie einschlagen, die alle geschäftlichen, kundenbezogenen und regulatorischen Bedenken berücksichtigt. Denn in vielen Fällen werden die vorgeschlagenen alternativen Tarife in den verschiedenen Ländern unterschiedlich berechnet, was bedeutet, dass alle bestehenden vertraglichen Zahlungen möglicherweise neu bewertet werden müssen – insbesondere bei globalen Vereinbarungen.

Innovative Technologien trotzen der heterogenen Informationsgestaltung

Unbestritten ist, dass das Management der LIBOR-Umstellung über alle Verträge hinweg eine anspruchsvolle Aufgabe ist und mehr als nur eine flüchtige Überprüfung der umfangreichsten Verträge und Angebote erfordert. Das macht es für die meisten Finanzdienstleister aufgrund der Komplexität der Verträge und der schieren Menge an Dokumenten schlichtweg unmöglich, eine effektive, umfassende Überprüfung manuell durchzuführen.

Um die umfangreichen Chancen und Risiken aufzudecken, die in Hunderten oder gar Tausenden von Verträgen verborgen sind, bieten sich digitale Lösungen für das Contract Lifecycle Management (CLM) an, die die Arbeitslast intelligent und automatisiert bewältigen können. Zum Einsatz kommen dabei KI-gestützte Technologien, die eine natürliche Sprachverarbeitung (NLP) und maschinelles Lernen (ML) einbeziehen, um wiederkehrende, regelbasierte Prozesse zu automatisieren und Ausnahmen mit ihren Abweichungen von Standardbedingungen zu identifizieren. Durch die Automatisierung des Vertragslebenszyklus werden folglich juristische Ressourcen freigesetzt, die sich einsetzen lassen, um sich auf strategische Initiativen zu konzentrieren und auf sinnvolle Weise durch die LIBOR-Umstellung zu führen.

Was gehört ins CLM-Pflichtenheft?

Eine umfassende CLM-Lösung sollte ein langfristig und unternehmensweit einsetzbares Steuerungs- und Regelungssystem ermöglichen, um den gesamten Vertragslebenszyklus effizienter zu verwalten. Ebenfalls sollte sie robust genug sein, um mit globalen Verträgen multilingual umzugehen, und intelligent genug, um potenzielle Risiken zu vermeiden – insbesondere, wenn es um Verträge mit Dritten und solche mit Ausnahmen oder Änderungen geht.

Um dies zu erreichen, muss eine CLM-Lösung die Informationen aus Vertriebs- und Finanzsystemen integrieren. Denn die Verträge enthalten unverzichtbar relevante Angaben – von den Zahlungsbedingungen bis zu den Terminen für Vertragsverlängerungen. Die Informationen müssen in Back-Office-Systeme fließen, etwa um die Vertriebsteams mit Daten zu wichtigen ereignisbasierten Terminen zu versorgen, und um sicherzustellen, dass genaue Finanzdaten für eine einfache und effiziente Buchhaltung über ein ERP-System zur Verfügung stehen.

Ein modernes CLM-System leistet aber mehr als nur die reine Informationserfassung: Es bietet Transparenz, Intelligenz und Kontrolle für jeden Aspekt des Vertragslebenszyklus. Beispielsweise kann CLM automatisch aktuelle Geschäftsregeln auf Vereinbarungen anwenden und voreingestellte Workflows nutzen, um Freigaben zu beschleunigen und Risiken zu minimieren.

Zudem sollte das CLM Verträge sicher speichern, Vertriebsteams automatisch über anstehende Termine informieren und Änderungen während des gesamten Vertragslebenszyklus verfolgen. Bei Verträgen mit Dritten ist es von entscheidender Bedeutung, dass CLM relevante Anleitungen und Risikogewichtung bereitstellen und nicht standardmäßige Klauseln zur einfachen Analyse hervorheben. Eine KI-gestützte Lösung kann dabei risikobehaftete Verträge identifizieren, Standardverträge ausblenden und Rechtsteams auf die wichtigsten Aufgaben verweisen.

Teamfähigkeit ist wichtig

Zwar verantwortet die Rechtsabteilung das Vertragsmanagement, die anfallenden Informationen sind aber auch für andere Teams unverzichtbar: Vertriebler benötigen den direkten Weg zu einem abgeschlossenen Vertrag; Finanzteams brauchen detaillierte Vertragsinformationen für Umsatzprognosen; die Beschaffung nutzt Verträge, um die Notwendigkeit eines eventuellen Erwerbs zusätzlicher Dienstleistungen zu ermitteln. Das digitale CLM muss entsprechend Daten zentral über eine ergonomische Nutzeroberfläche bereitstellen, damit Teams kontextbezogen auf die Informationen und Regeln zugreifen und über Text und Sprache mit dem System interagieren können.

Großgeschrieben werden sollte auf jeden Fall auch das Thema Sicherheit, denn in kaum einer Branche sind Daten sensibler als im Finanzbereich. Entsprechend gilt es für das CLM, Sicherheitsstandards wie die ISO 27001-Serie, SSAE16/ISAE 3402 SOC-1, SOC 2, SOC 3, FISMA, PCI-DSS, EU/EEA und Switzerland Safe Harbor zu erfüllen.

CLM zur Optimierung von Betriebsabläufen

Die Abkehr vom LIBOR ist das jüngste Beispiel für ein bedeutendes Ereignis, das betriebliche, rechtliche und vor allem Rentabilitätsrisiken mit sich bringt. Aber es ist kaum das einzige Ereignis dieser Art. Angesichts der jüngsten Entwicklungen wie DSGVO, Brexit und MIFID II sind Änderungen am Geschäftsmodell der Organisationen unvermeidlich und unvorhersehbar. Ein durchdachtes CLM kann Unternehmen daher in die Lage versetzen, sich schnell und einfach an veränderte Betriebsabläufe anzupassen.

Über den Autor

Charles Cao

Charles Cao ist bei Conga als Director of Global Strategy für die Bereiche Strategie, Marketing und Business Development in EMEA zuständig. In seiner vorherigen Position als Head of Global CRM Strategy bei der Universal Music Group leitete er das globale Team, das unter anderem eine CRM-Lösung in 45 Ländern implementierte.

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