Daten: Ihr Nutzen und die Grenzen ihrer Nutzung

Lesenswertes über Banking KW 11-2018

Im heutigen Rückblick auf die internationalen Top Themen im Banking steht das Thema Daten im Mittelpunkt. Speziell für Finanzinstitute bieten sich zahlreiche Chancen.

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Walter Wriston, ehemaliger CEO der Citibank sagte bereits 1984 den bemerkenswerten Satz: „Informationen über Geld sind beinahe genauso wichtig wie das Geld selbst.“ Big Data und die Nutzung Künstlicher Intelligenz lag damals noch in weiter Ferne. Die Aussage ist heute – man denke nur an PSD2 –  aktueller denn je. Banken und Sparkassen sind mehr denn ja nicht nur Geld- sondern auch Informationsdienstleister.

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Neu ist diese Erkenntnis nicht. Bereits 1872 bestand das Geschäftsziel der Exchange-Telegraph Company (Extel) darin, Finanz- und Wirtschaftsinformationen der Londoner Aktienbörse und anderer Märkte für ihre Kunden zugänglich zu machen. Das – wohl erste FinTech-Unternehmen der Geschichte – ließ dazu das erste transatlantische Telegraphenkabel verlegen.

Und auch der Erfolg der Finanzaktivitäten der Gebrüder Rothschild im 19. Jahrhundert basierte zu einem beträchtlichen Teil auf einem ausgeklügelten Nachrichtennetzwerk das ihnen einen Informationsvorsprung und damit einen Wettbewerbsvorteil verschaffte.

Der Nutzen von KI und Big Data im Banking

Heute, vor dem Hintergrund eines enormen technologischen Fortschritts, scheinen sich für Banken erneut Wettbewerbsvorteile durch Daten und deren Aufbereitung zu Informationen zu ergeben.

Ein vielversprechender Ansatz besteht in der Nutzung standortbezogener Daten aus den mobilen Geräten der Verbraucher. Durch Geo-Targeting, so das Kalkül, ergeben sich neue Möglichkeiten, das Kundenengagement zu erhöhen und damit Erträge zu generieren.

Mehr dazu hier: Geotargeted Marketing Strategies: Using Location Data to Engage Banking Consumers

Die Digitalisierung und die Kommunikationsrevolution auf der ganzen Welt machen Personen aber auch anfällig für Datenmissbrauch. Die vielfältige Verbreitung und Nutzung persönlicher Informationen wie Handynummer, Kartennummer, Identifikationsdetails oder sogar der Kontonummer schaffen einen gläsernen Konsumenten.

Mehr dazu hier: Personal data everywhere?

Für die Banken geht es um das Geschäftsmodell. Produkte und Services müssen mithilfe von Daten personalisiert werden. Banken müssen daher neue Technologien und Analysetools integrieren, um Geschwindigkeit, Komfort und Individualisierung bieten zu können. Schaffen sie dies nicht, könnten sie durch Technologiefirmen wie Amazon oder Google im Wettbewerb rechts überholt werden.

Mehr dazu hier: Are Banks only in ‚Banking‘ business?

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Neue Datenschutz-Grundverordnung setzt Grenzen

Ab 25. Mai 2018 muss die Verarbeitung personenbezogener Daten von Organisationen der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entsprechen. Damit sind weitreichende Konsequenzen für die Art und Weise verbunden, wie Unternehmen Daten sammeln, verarbeiten und speichern. Einzelpersonen erhalten mehr Rechte und Kontrolle über ihre Daten. Dies bedeutet für praktisch jedes Unternehmen, das auf personenbezogene Daten angewiesen ist, eine erhebliche Compliance-Belastung. Doch noch scheinen die wenigsten wirklich darauf vorbereitet zu sein.

Mehr dazu hier: Navigating the GDPR maze

Während Unternehmen schon seit langem Kundendaten monetarisieren, stärkt die DSGVO das wichtigste Element, auf dem Beziehungen zwischen Kunden und Unternehmen aufbauen: Vertrauen. Kunden geben ihre Daten an Unternehmen immer unter der expliziten oder impliziten Prämisse weiter, dass sie davor geschützt sind, in falsche Hände zu geraten. Da die DSGVO die Rechenschaftspflicht von Organisationen, die Daten verwalten, erhöht, erhalten die Kunden ein größeres Mitspracherecht, nicht nur darüber, wie mit ihren Daten umgegangen wird, sondern auch, wer damit umgehen darf.

Mehr dazu hier: GDPR – Heralding a New Kind of Customer Intimacy?

Weitere interessante Themen der Finanzwoche

Es gab aber noch weitere interessante Beiträge:

Wie lange braucht man, um eine digitale Bank zu bauen?

Citibank hat angekündigt, dass sie in drei Jahren eine digitale Bank bauen will. Jim Marous fragt sich auf Financial Brand, warum dies so lange dauert. Andere Finanzinstitute hätten eine mobile Bank in einem Jahr und weniger entwickelt.

Mehr dazu hier: How Long Should It Take to Build a Digital Bank?

Ist Künstliche Intelligenz nur eine Modeerscheinung?

Künstliche Intelligenz (KI) verändert unser Leben schneller, als wir es uns vorstellen können. Auch Finanzinstitute setzen zunehmend auf KI, um die Personalisierung der Kundenansprache zu verbessern und Prozesse in Echtzeit zu automatisieren. Richard Broadbent von Diebold Nixdorf diskutiert die Frage, ob Künstliche Intelligenz nur eine Modeerscheinung ist oder ob sie eine sinnvolle Rolle für die Finanzinstitute spielen kann.

Mehr dazu hier: Is AI a fad or reality for financial services today?

Sind Supermarktfilialen eine gute Idee?

Bankfilialen in Einkaufszentren oder Supermärkten werden oft als Ergänzung oder sogar als Ersatz für traditionelle Geschäftsstellen diskutiert. Unternehmensberater Jon Voorhees meint, sie mögen zwar theoretisch attraktiv sein – hohe Besucherzahlen bei geringeren Kapital- und Betriebsausgaben – aber im Vergleich zu traditionellen Branchen seien sie selten erfolgreich.

Mehr dazu hier: Why In-Store Supermarket Branches Are a Bad Idea

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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