Steigende Kosten für Financial Crime Compliance – Infografik

Gesamtkosten von Finanzkriminalität in Deutschland und EMEA

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Im Zuge der Digitalisierung wird die Abwehr von Finanzkriminalität immer wichtiger. Eine Studie zeigt, dass die damit in Zusammenhang stehenden Kosten in Deutschland und der EMEA-Region deutlich gestiegen sind.

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Aufsichtsrechtliche Anforderungen, Regulierung und Compliance werden von den meisten Banken und Sparkassen als Last empfunden. Dabei sichern diese die Sicherheit und damit die Existenz unseres modernen Bankensystems und ermöglichen, richtig genutzt, auch Chancen im Kundengeschäft. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien zu Trends und Entwicklungen in diesem Bereich.

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Durch die digitale Transformation sind Finanzinstitute in zunehmendem Maße verschiedenen Arten von Finanzkriminalität ausgesetzt, einschließlich solcher, die digitale Zahlungen und Kryptowährungen beinhalten. Eine Studie von LexisNexis Risk Solutions zeigt, dass Für die Analyse wurden Vermögensverwalter, Banken, Investment- und Versicherungsunternehmen in der EMEA-Region befragt.

Anstieg der Compliance-Kosten

Die Studie zeigt, dass die Gesamtkosten der Financial Crime Compliance bei Finanzunternehmen in Deutschland seit 2019 um 30 Prozent gestiegen sind – und damit deutlich höher als in anderen EMEA-Märkten. Sie belaufen sie sich auf $61.6 Milliarden, gefolgt mit großem Abstand von Frankreich mit $27.3 Milliarden.

Die Befragten erwarten, dass die Kosten für Compliance weiterhin zwischen 4,3 und 10,1 Prozent steigen werden, wobei ein Inflationsanstieg in der EMEA-Region nicht berücksichtigt ist.

Der Befragung zufolge sind die fünf wichtigsten Ursachen für den Anstieg der Compliance-Kosten:

  • Die Entwicklung krimineller Bedrohungen,
  • Die Zunahme von Anti-Geldwäsche Vorschriften und regulatorischen Erwartungen,
  • Das zunehmende geopolitische Risiko,
  • Die wachsende Anforderungen an den Datenschutz,
  • Der Kundenwunsch nach schnellerer Bezahlung.

PEP-Screening im Fokus

Geopolitische Risiken spiegeln auch die Screening-Herausforderungen wider, mit denen Financial Compliance Spezialisten konfrontiert sind. Die Studie zeigt, dass die Identifizierung politisch exponierter Personen (PEPs) für die befragten Finanzinstitute in der EMEA-Region die größte Herausforderung beim Screening darstellt.

Das PEP-Screening ist ein Hauptanliegen für 48 Prozent der Befragten, gefolgt von den KYC-Anforderungen (Know Your Customer) mit 46 Prozent. Polen und andere mittelosteuropäische Märkte sind besonders besorgt über PEP-Screening, ebenso wie die Vereinigten Arabischen Emirate und die Niederlande. Der einzige EMEA-Markt, in dem das PEP-Screening die geringsten Probleme bereitet, ist Deutschland, wo KYC, die Auflösung von Alerts, das Screening von Sanktionen, die Erstellung von Kundenrisikoprofilen und das regulatorische Reporting zu den größeren Problemen zählen.

Technologie senkt Compliance-Kosten

Technologieinvestitionen mindern weiterhin die Kosten Wie frühere True Cost of Financial Compliance Studien gezeigt haben, tragen Investitionen in technologische Lösungen weiterhin dazu bei, die Compliance-Kosten zu senken. Die Studie zeigt beispielsweise, dass in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden, wo mehr als 50 Prozent der Compliance-Kosten auf den Faktor Arbeit entfallen, mittlere bis große Finanzunternehmen durchschnittliche Kosten in Höhe von 56,2 Millionen US-Dollar hatten. Bei Unternehmen, bei denen mehr als 50 Prozent der Kosten technologiebezogen sind, betrugen die durchschnittlichen Kosten 44 Mio. USD.

In Anbetracht der steigenden geopolitischen Risiken und der Herausforderung des PEP-Screenings sind nur 21 Prozent der Unternehmen, die den Schwerpunkt auf Technologieausgaben legen, der Meinung, dass die Identifizierung der wirtschaftlich Berechtigten (UBOs) negative Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit hat. Die Identifizierung von UBOs stellt ein Problem dar für 45 Prozent der Unternehmen mit höheren Arbeitskosten.

Komplexität als Herausforderung

Nicht nur die Kosten für Compliance, auch deren Komplexität stellen für Finanzinstitute in EMEA eine grundlegende Herausforderung dar. Finanzunternehmen haben nur einen begrenzten Pool an Personal zur Verfügung, um auf externe Probleme und regulatorische Anforderungen zu reagieren. Die richtige Technologie kann hier helfen, sich auf strategischere Aufgaben konzentrieren zu können.

Zudem sei kontinuierliche Innovation wesentlich, um Kriminellen einen Schritt voraus zu sein und Finanzkriminalität wirksam aufdecken und verhindern zu können.

Infografik: Die Kosten von Finanzkriminalität in Deutschland

Die folgende Infografik zeigt wichtige Ergebnisse der Studie, u.a. auch die Ursachen für die hohen Kosten für Compliance-Aktivitäten:

Infografik: Die Kosten von Finanzkriminalität in Deutschland

Voraussichtliche Gesamtkosten von Financial Crime Compliance bei Finanzunternehmen.

Die Studie „True Cost of Financial Crime Compliance Study – EMEA Edition“ können Sie hier direkt herunterladen.


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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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