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Die Weisheit der Dakota Indianer

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Lehre auch für Banken und Sparkassen

Weisheit der Dakota Indianer für Bank und Sparkasse
Indianer Weisheit

Als ich dieser Tage mit einigen Bankvertretern über Mobile Payment diskutierte, musste ich an eine alte Weisheit der Dakota Indianer denken, deren Beachtung auch für Finanzdienstleister durchaus Sinn machen würde.

Hintergrund

Eine Weisheit der Dakota Indianer lautet: Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab. Logisch, denn tote Pferde kann man nicht reiten.

Doch wie schaut es mit „toten“ Projekten, Produkten oder Leistungen aus? Ein prominentes Beispiel über das ich unlängst berichtet habe, ist die „neue“ Girogo Karte der deutschen Banken und Sparkassen. Letztlich ist sie nichts anderes, als eine Geldkarte, die mit der NFC-Funktechnik (Near Field Communication) aufgerüstet wird.

Auch Banken und Sparkassen reiten tote Pferde

Dieses Pferd schläft nur

Vielerorts eine Realität

Auch an anderen Stellen im Berufsleben versuchen wir oft andere Strategien, nach denen wir tote Pferde behandeln …

  • … wir besorgen uns eine stärkere Peitsche.
  • … wir wechseln die Reiter.
  • … wir sagen, so haben wir das Pferd doch immer geritten.
  • … wir erklären: kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht mehr reiten kann.
  • … wir gründen einen Arbeitskreis um das Pferd zu analysieren.
  • … wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
  • … wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
  • … wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben.
  • … wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
  • … wir kaufen Leute von außerhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können.
  • … wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
  • …wir stellen fest, dass andere auch tote Pferde reiten und erklären dies zum Normalzustand.
  • … wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
  • … wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.
  • … wir lassen das Pferd schnellstens zertifizieren.
  • … wir schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir schneller werden.
  • … wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder billigere tote Pferde gibt.
  • … wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist als andere Pferde.
  • … wir bilden Qualitätszirkel, um eine Verwendung von toten Pferden zu finden.
  • … wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
  • … wir kaufen etwas zu, das tote Pferde schneller laufen lässt.
  • … wir sourcen das Pferd aus.
  • … wir vergrößern den Verantwortungsbereich des toten Pferdes.
  • … wir entwickeln ein Motivations-Programm für tote Pferde.
  • … wir strukturieren um, damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.
  • … wir ändern die Anforderung von „reiten“ in „bewegen“ und erteilen einen neuen Entwicklungsauftrag.

Und überhaupt

  • Wer sagt eigentlich, dass man tote Pferde nicht reiten kann?
  • Wetten, dass das Vieh nur simuliert.
  • Und wenn man das tote Pferd schon nicht reiten kann, dann kann es doch wenigstens eine Kutsche ziehen.

Ausblick

Die Geldkarte ist nur ein Beispiel. Zahlreiche Banken und Sparkassen haben schon vor längerem damit begonnen, die Füllstationen abzubauen. Ob sie nun wieder aufgebaut werden?

Wo sehen Sie weitere „tote“ Pferde, die durch die Bankenlandschaft gehetzt werden? Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

5 Kommentare

  1. Ein Zufall, dass der Artikel hier einen Tag nach diesem hier (http://von-lobenstein.posterous.com/deichmann-thomas-strerath-und-die-dakota-indi) bzw. diesem hier (http://thethirdclub.de/gruender/73/deichmann_thomas_strerath_die_dakotaindianer/) erschienen ist?

    Wenn ich falsch liege: Sorry. War wohl ein Zufall.
    Wenn ich richtig liege: Fänd ich gar nicht mal schlimm. Die Analogie ist tauglich. Nur ein Link zu einem der Artikel (z.B. „Inspiriert durch…“) wär schöner.

    • Dr. Hansjörg Leichsenring

      Danke für die Links, die ich nicht kannte.

      Die Zeitparallelität ist allerding statsächlich Zufall. Die Idee zu dem Artikel ist viel älter und im Netz gibt es noch zahlreiche andere links dazu. Ich selbst habe dazu vor mehr als 5 Jahren den ersten Hinweis bekommen 😉

  2. …Ihren Humor zum Thema GeldKarte teile ich. Und natürlich kann ich mir bei dem einen und anderem Gedankenpunkt das Lächeln nicht verkneifen? Die Anfänge der GK lagen nicht im Fokus meiner damaligen Interessen, aber als Insider habe ich sehr schnell, dass Für und Wider kennenlernen dürfen. Über die weiteren Gründe und Ursachen der Nichtakzeptanz (Ignoranz klingt etwas zu hart!) der GK im Handel und bei uns den Verbrauchern ist ausreichend geschrieben wurden. Jede weitere Diskussion wäre an dieser Stelle Zeitvergeudung.
    Ich glaube und hoffe aber, dass die jetzige Entscheidung auf NFC zu setzen, dieser
    Zwischenschritt auf dem Weg zum mobilen Bezahlen (Smartphone, virtuelle Karten) der richtige Weg ist. Es ist für mich nur ein kleiner Schritt und der Weg wird auch kein leichter sein (Danke Xavier…), es darf aber natürlich nicht der letzte Schritt sein. Und um in Ihrem Beispiel zu bleiben, die GK war nicht das Pferd welches bereits tot ist (girocard, elv, Geldautomat, chipTAN, HBCI, Jugendschutz), sondern es ist vermutlich der Sattel, welcher nicht richtig befestigt und im Gelände, unter alltäglichen Belastungen, abgefallen war. Das Pferd erfreut sich bester Gesundheit…und die Dakota-Indianer konnten doch sicherlich auch ohne Sattel (kontaklos) in der Steppe Ihre Vierbeiner benutzen.

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