Roboter gefährden 300.000 Arbeitsplätze in Deutschland

Advanced Robotics als Schlüsselelement der Automatisierung

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Moderne Roboter-Technologie verändert die deutsche Industrielandschaft. Einer Studie zufolge könnten mehr als 300.000 Arbeitsplätze in Deutschland alleine in der Industrie abgebaut werden.

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Moderne Roboter-Technologie (Advanced Robotics) ist ein Schlüsselelement für die weitere Automatisierung von Produktions- und Logistikprozessen. Verbesserte Wahrnehmung, Integrierbarkeit, Adaptabilität und Mobilität sind die wesentlichen Merkmale. Sie ermöglichen die Umsetzung der sich selbststeuernden Fabrik der Zukunft. Dazu werden vor allem technische Entwicklungen in den Bereichen Datenverarbeitung, Sensorik und Cloud-/Edge-Computing genutzt.

Die Boston Consulting Group (BCG) hat Führungskräfte sowie Produktions- und Technologiemanager von weltweit mehr als 1.300 Großkonzernen und mittelständischen Unternehmen verschiedener Industrien zur Bedeutung und zu den Vorteilen von Advanced Robotics für die industrielle Produktion befragt. Die Studie zeigt den aktuellen Stand in der Produktion sowie die Ambitionen der befragten Unternehmen.

Abbau von 300.000 Stellen in Deutschland

Der Markt für moderne Robotertechnologie in der Produktion wird sich in den kommenden zwei Jahren mehr als verdoppeln Bis 2021 wird er auf ein Volumen von 3,7 Milliarden US-Dollar allein für Produktionsaufgaben ansteigen. Industrieunternehmen, die in den kommenden Jahren nicht von der Konkurrenz abgehängt werden wollen, müssen sich jetzt Gedanken zum Einsatz moderner Robotersysteme auf dem Weg zur sich selbststeuernden Fabrik machen.

Auch deutsche Industrieunternehmen sehen vor allem die Chancen der neuen Technologie. Insgesamt gehen die Berechnungen der Studie von einem Wegfall von bis zu 300.000 Stellen bei deutschen Industrieunternehmen bis 2025 aus. Insgesamt gehen 43 Prozent der Unternehmen von einem Stellenabbau aus. Zwei Prozent erwarten, dass durch den Einsatz von Robotern mehr als 20 Prozent der Arbeitsplätze verloren gehen. Elf Prozent rechnen mit einem Abbau zwischen 10 und 20 Prozent, 31 Prozent erwarten sogar nur einen moderaten Abbau von 5 bis 10 Prozent der Arbeitsplätze bis 2025.

Damit gehen Unternehmen hierzulande insgesamt von einem geringeren Stellenabbau als Unternehmen in anderen Ländern aus. Vor allem chinesische Unternehmen erwarten einen noch stärkeren Abbau von Arbeitsplätzen. Das liegt unter anderem an der hohen Anzahl leicht zu automatisierender Tätigkeiten und der Tatsache, dass eine sich selbststeuernde, menschenleere Fabrik in China als deutlich machbarer eingeschätzt wird.

Internationaler Vergleich des Arbeitsplatzabbaus durch Roboter

Im internationalen Vergleich der Unternehmenserwartungen zum Abbau von Arbeitsplätzen durch Roboter liegt Deutschland im Mittelfeld.

Produktivitätsgewinne durch Roboter

„Immer komplexere Produkte in oftmals kleineren Stückzahlen machen den Einsatz von Advanced Robotics in der Fabrik der Zukunft unumgänglich.“ Dr. Daniel Küpper, BCG

Hinsichtlich des Potenzials sind sich die Befragten aus den verschiedenen Ländern einig. Über die Hälfte der befragten Unternehmen glaubt an deutliche Produktivitätsgewinne durch den Einsatz von Advanced Robotics. Der Automatisierungsgrad soll bis 2025 um mehr als 15 Prozentpunkte erhöht werden, was zu einem Großteil auf den Einsatz von Robotern zurückzuführen sein wird. Vor allem Routineaufgaben wie das Be- und Entladen von Maschinen werden in Zukunft automatisiert.

Industrieübergreifend haben bisher jedoch nur elf Prozent Advanced Robotics erfolgreich implementiert. Dies liegt zum einen an den hohen Investitionskosten für die neue Technologie und zum anderen daran, dass viele der Befragten diese Technik für noch nicht ausgereift genug halten. Dennoch planen 86 Prozent der befragten Unternehmen die Implementierung von Advanced Robotics in den nächsten drei Jahren. Spitzenreiter sind Indien, China und Polen mit Werten von fast 100 Prozent. Deutschland liegt mit einem Wert von 92 Prozent auf Platz vier und deutlich über dem globalen Schnitt, während Japan mit 72 Prozent am Ende des Feldes landet.

Probleme bei der Umsetzung von Advanced Robotics

Trotz der überwiegenden Begeisterung für den Einsatz autonomer Roboter gibt es bei der Umsetzung noch Probleme: Nur ein Fünftel der Befragten hat bereits eine konkrete Strategie oder Anwendungsszenarien entwickelt. Vielfach scheinen die Erwartungen an die Fähigkeiten von Robotern zu hoch zu sein. Die Autoren der Studie erwarten in den nächsten drei bis fünf Jahren jedoch deutliche Fortschritte, was die Anwendungsmöglichkeiten in Produktion und Logistik betreffen.

Es gelte ein eigenes Zielbild für die Fabrik der Zukunft zu entwickeln, das die spezifischen Herausforderungen der jeweiligen Produktion adressiert. Die Geschäftsleitung müsse darüber hinaus klar kommunizieren, wie die Roboter den Produktionsablauf verändern und welche Konsequenzen ihr Einsatz für die Belegschaft hat. Eine wichtige Grundvoraussetzung sei eine entsprechende Systemarchitektur, die den Einsatz modernster Roboter erst möglich macht und auch Schutz vor möglichen Cyberattacken bietet.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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