Deutsche Wirtschaft fordert Investitionen in die Zukunft

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Nach der Bundestagswahl fordern Vertreter der deutschen Wirtschaft eine rasche Regierungsbildung und Investitionen in Zukunftsbereiche. Digitalisierung, Bildung und Integration sollten dabei im Mittelpunkt stehen.

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Im Bankenbrief informiert der Bundeverband Deutscher Banken jeden Tag über aktuelle News und Ereignisse aus der Finanz- und Bankenwelt.

Heute steht das folgende Thema im Blickpunkt:

Deutsche Wirtschaft dringt nach Bundestagswahl auf Investitionen

Vertreter der deutschen Wirtschaft fordern nach der Bundestagswahl eine rasche Regierungsbildung und Investitionen in Zukunftsbereiche. „Eine Koalition aus Union, FDP und Grünen ist keine Notlösung, sondern sollte vielmehr als Chance begriffen werden. Ein solches Projekt kann den Standort Deutschland stärken, denn zentrale Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Bildung und Integration würden sicherlich in den Mittelpunkt der Regierungsarbeit rücken. Eine stabile Jamaika-Koalition hätte die klare Chance, Deutschland zukunftsfähig auszurichten“, sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. DIHK-Präsident Eric Schweitzer forderte mehr Geld für die Bereiche Bildung und Infrastruktur. Nötig sei ein „Koalitionsvertrag für Investitionen“. Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, plädierte ebenfalls für eine bessere Bildung und Qualifizierung. Fratzscher forderte zudem gezieltere Leistungen des Sozialstaats und eine stärker auf die Zukunft ausgerichtete Wirtschaftspolitik. Der deutsche Aktienmarkt zeigte kaum Reaktion auf das Wahlergebnis. Nach Verlusten zum Handelsbeginn drehte der Dax zweitweise ins Plus. Bankenaktien büßten indes europaweit zeitweise ein. Der Euro fiel im Tagesverlauf unter 1,19 US-Dollar. Volkswirte von Großbanken sehen eine mögliche schwarz-gelb-grüne „Jamaika“-Koalition mit eher positiven Gefühlen. Dekabank-Chefökonom Ulrich Kater sagte, ein solches Bündnis wäre „auf den ersten Blick nicht das beste Szenario für Wirtschaft und Finanzmärkte, denn es bringt Unsicherheit – von der Wirtschaftspolitik bis hin zur Europapolitik“. Doch er betonte zugleich: „Auf den zweiten Blick bietet es jedoch auch Chancen, mit frischen Kräften Themen neu anzupacken.“ Ähnlich äußerte sich David Folkerts-Landau von der Deutschen Bank.

Weitere Meldungen des Tages

Das war heute ebenfalls von Bedeutung:

Weidmann: Nächsten EZB-Chef unabhängig von Nationalität berufen

Der nächste Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) sollte nach Ansicht von Bundesbank-Chef Jens Weidmann unabhängig von seiner Nationalität ernannt werden. „Wenn wir bestimmte Länder ausklammern, dann entspricht das nicht der Idee von Europa, wie ich sie im Kopf habe. Und es würde natürlich nicht das Image der EU und des Euro stärken“, sagte Weidmann in einem TV-Interview.

Stimmung in deutscher Wirtschaft trübt sich etwas ein

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im September zum zweiten Mal in Folge eingetrübt. Das Geschäftsklima fiel um 0,7 Punkte auf 115,2 Zähler, wie das Münchner Ifo-Institut heute mitteilte. Bankvolkswirte hatten dagegen einen geringfügigen Zuwachs erwartet. Sowohl die Prognose für das kommende halbe Jahr als auch die Bewertung der aktuellen Lage fielen schlechter aus. Ungeachtet des abermaligen Rückgangs liegt das Geschäftsklima nicht weit von seinem Rekordstand vom Juli entfernt. „Die neue Legislaturperiode startet trotzdem mit dem Rückenwind einer starken Konjunktur“, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Dudley: Können Zinsen schrittweise anheben

Die US-Notenbank (Fed) ist nach Ansicht eines ihrer Mitglieder auf dem Weg, die Leitzinsen in mehreren Schritten anzuheben. Die Inflation werde mittelfristig steigen und sich bei dem Fed-Ziel von 2 Prozent stabilisieren, sagte der Chef der New Yorker Fed, William Dudley, heute. Die Faktoren, die momentan eine stärkere Teuerung verhinderten, ließen nach.

Meldungen aus einzelnen Bankinstituten

Zu einzelnen Banken und Finanzinstituten gab es heute folgende Meldungen:

  • Commerzbank, KfW und Meag starten Wertpapier-Deal über Blockchain.
  • Credit Agricole handelt europäische Staatsanleihen bald in Paris.
  • US-Finanzinvestor will dänischen Zahlungsabwickler Nets übernehmen.
  • Kurer wird Investor bei Zürcher RegTech.

Was am Dienstag wichtig wird

Am Dienstag stehen u.a. folgende Themen auf der Finanz-Agenda:

  • Die Beratungsfirma Zeb stellt in Frankfurt eine Studie zum Privatkundengeschäft der deutschen Banken vor.
  • Ebenfalls in Frankfurt veranstaltet das Center for Financial Studies (CFS) eine Konferenz zum Thema „Regulatory Technology – Praxis, Aufsicht und Wissenschaft im Dialog“.

Über den Autor

Bankenverband

Der Bundesverband deutscher Banken ist die Stimme der privaten Banken. in Deutschland: Als wirtschaftspolitischer Spitzenverband bündelt, gestaltet und vertritt er die Interessen des privaten Kreditgewerbes und ist Mittler zwischen den privaten Banken, Politik, Verwaltung, Verbrauchern und Wirtschaft.

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