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Innovationen im Bankbereich: Es gibt sie doch

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Innovationspreis für innovative Bank-Kunde-Konzepte

Banking IT-Innovation Award Innovationspreis für Banken und Banklösungen

Banking IT-Innovation Award

Vor kurzem wurde im Rahmen des renommierten Business Engineering Forums der Universität St. Gallen erstmalig der Banking IT-Innovation Award vergeben. Ausgezeichnet wurden besonders innovative Konzepte und Lösungen an der Kunde-Bank-Schnittstelle.

Der Rahmen Event

Am 22. Und 23. September fand in Bregenz das 2. Business Engineering Forums 2011 der Universität St. Gallen zum Thema “Die digitale Revolution des Konsumenten” statt. Die Veranstaltung bot insgesamt ein tolles Programm in einem herrlichen Ambiente direkt am Bodensee gelegen.

Der Innovations Award

Besonders spannend war das Ganze für Banker, denn im Rahmen dieser Veranstaltung, genauer gesagt am Workshop „Kundenorientierte Gestaltung vernetzter Banken“, wurde erstmals der „Banking IT-Innovation Award“ vergeben.

Die Ausschreibung hierfür war eine gemeinsame Initiative des interdisziplinären Forschungsprojektes CC Sourcing der Universitäten St. Gallen, Leipzig und Zürich sowie der Zürcher Hochschule der Künste.

Ausgezeichnet werden sollten innovative Produkte, Lösungen und Konzepte, die folgende Kriterien erfüllen:

  • IT-basierte Innovation an der Kunde-Bank-Schnittstelle (Technologiebezug und Kundenbezug)
  • Bezug der Innovation zum deutschsprachigen Bankenmarkt
  • Präsentationsfähiger Stand der Umsetzung zum Zeitpunkt der Bewertung (August 2011)
  • Anbieter der Innovationen sind Banken oder Provider

Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass es sich nicht um ein reines PowerPoint-Projekt handelt sondern mindestens ein Prototyp, besser eine erfolgreiche Umsetzung der Innovation nachgewiesen werden kann.

Teilnehmer am Banking Innovation Award

Die Teilnehmer des Banking Innovation Award

Eingereicht wurden insgesamt 19 Beiträge von unterschiedlichsten Banken und anderen Firmen, was ich doch schon recht bemerkenswert für die doch sonst eher innovationsträge Branche finde.

Alle vorgeschlagenen Innovationen wurden von einer unabhängigen Jury aus Wissenschaftlern (Prof. Dr. Rainer Alt, Prof. Dr. Gerhard Buurman, Prof. Dr. Martin Janssen, Prof. Dr. Hubert Österle, Dr. Thomas Puschmann, Thomas Zerndt) bewertet.

Prämiert werden sollten die Innovationen mit dem höchsten Kundennutzen, wobei folgende Bewertungskriterien angesetzt wurden:

  • Wie hoch ist der Innovationsgrad der Lösung?
  • Wie sehr differenziert sich die Lösung von bestehenden Ansätzen?
  • Wie werden die Erfolgsaussichten eingeschätzt?
  • Welchen Nutzen bietet die Lösung?

And the winners are

Ausgezeichnet wurden vier Anbieter:

  • Direkt Anlage Bank (DAB) für ihre Mobile Application Suite für  Smartphones und Tablet-PCs, welche den Kundenprozess von Bankkunden auf den verschiedensten mobilen Endgeräten sehr umfassend abdeckt,
  • Fidor Bank für ihr innovatives Geschäftsmodell, das auf Basis des Social Banking eine intensive elektronische Interaktion mit den Bankkunden realisiert,
  • Meniga für seine Lösung Persönliches Finanz Management mit der Bankkunden auf einfache und komfortable Weise Ein- und Ausgaben von Finanzprodukten mehrerer Lösungsanbieter verwalten und optimieren und damit ihre persönlichen Finanzen analysieren und planen können,
  • Yavalu für seine kundenorientierte Plattform für die private Geldanlage, mit der Anleger auf einfache und komfortable Art und Weise ihre persönliche Geldanlage auf Basis von Exchange Traded Funds planen, analysieren und umsetzen können.

Honorable Mentions

Unter den weiteren Teilnehmern hat die Jury folgende weitere elf Lösungen aufgrund innovativer Ausprägungen in Einzelkriterien als „Banking IT-Innovation“ gewürdigt:

  • Brokertainment
  • Credit Suisse (Portfolio Composer)
  • Deutschen Bank (New Transaction-Manager Architecture)
  • GFT Technologies (A-Touch)
  • HypoPlus
  • IBM (Zone Trusted Information Channel – ZTIC)
  • Polaris Software Lab (Intellect Customer On-boarding Hub)
  • Stockpulse
  • Swisscom (eVoja)
  • T-Systems (F.ISA Finance Interactive Service Area)
  • UBS (Mobile Banking)

Persönliche Highlights

Nun haben aufmerksame Leser meines Blogs bestimmt gemerkt, dass diese Veranstaltung  ein echtes Highlight für mich war, noch dazu in zweifacher Hinsicht

Zum einen habe ich selbst in St. Gallen studiert und konnte mich nicht nur über ein Wiedersehen mit Prof. Österle freuen, bei dem ich einst die Grundlagen der Informatik lernen durfte, sondern auch mit Walter Brenner, einem ehemaligen Assistentenkollegen, der inzwischen ebenfalls Professor für Informatik ist.

Zum anderen war ich als Repräsentant für Meniga im deutschsprachigen Bankenraum unmittelbar betroffen und es war mir natürlich eine besondere Freude (gemeinsam mit Bruno Richle, SEO von Menigas schweizerischen Kooperationspartner Crealogix) selbst einen der begehrten Preise entgegennehmen zu dürfen.

Die Gewinner des Banking Innovation Award 2011

Die Gewinner im Rampenlicht

Persönliche Begegnungen

Darüber hinaus habe ich riesig gefreut, bei der Veranstaltung Matthias Lamberti von Yavalu und meinen Bloggerkollegen Lothar Lochmeier endlich mal persönlich kennen zu lernen. Kollege Lochmaier hat übrigens selbst einen bemerkenswerten Vortrag zum Thema „Wie viel Social Media braucht und verträgt die Bank?“ beigetragen.

Lothar Lochmaier und Hansjörg Leichsenring Banking IT-Innovation Award

Bloggerkollegen unter sich

Fazit

Die Premiere des „Banking IT-Innovation-Award“ hat nach Ansicht des Veranstalters gezeigt, dass der deutschsprachige Bankenmarkt ein hohes Innovationspotenzial aufweist und der Kunde immer stärker in den Fokus rückt. Im Jahr 2012 ist daher eine erneute Auflage geplant.

Aus meiner Sicht war das Business Engineering Forum mit dem Banking IT-Innovation Award eine gelungene Veranstaltung und das nicht (nur) weil ich selbst unter den Gewinnern war. Gefreut hat mich besonders, dass unter den Teilnehmern viele Banker warten und somit tatsächlich einmal ein fruchtbarer Boden für das Thema „Innovation bei Banken“ gefunden wurde. Das lässt für die Zukunft hoffen…

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

4 Kommentare

  1. Matthias Lamberti am

    Lieber Herr Dr. Leichsenring,

    klasse Beitrag, noch einmal Gratulation und die Freude Sie persönlich kennen gelernt zu haben war ganz meinerseits. Neben den von Ihnen erwähnten Highlights sollten wir aber auch nicht die hervorragende „Mammut Shitstorm Survival“ Präsentation vergessen, die einmal mehr die Wichtigkeit des richtigen Social Media Einsatzes in all seinen Facetten aufgezeigt hat!

    Viele Grüße und einen schönen Tag
    Matthias Lamberti

    • Dr. Hansjörg Leichsenring

      Hallo Herr Lamberti

      die Freude war ja auf auf meiner Seite und die Glückwünsche gebühren Ihnen ebenso!

      Danke für den Hinweis auf den Mammut Shitstorm. In der Tat hat Social Media viele Facetten

      Beste Grüße

      Hansjörg Leichsenring

  2. Social Banking scheint ja immer mehr zum Trend zu werden. Mittlerweile gibt es ja bereits schon Online Broker am Markt, die Social Trading anbieten, und damit Trader anderen Tradern folgen können. Das ganze führt natürlich zu einer gewissen Transparenz und Einfachheit, allerdings sollte man bei dem ganzen „Social“ das Risiko nicht ausser Acht lassen.

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